Bremen Firebirds

Cheerleader bei EM erfolgreich

Zweimal Gold, einmal Silber: Die Cheerleader der Bremen Firebirds kehren erfolgreich von der Europameisterschaft in Kroatien zurück. Klappt es jetzt auch mit der Weltmeisterschaft im Herbst?
02.07.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Lars Lenssen
Cheerleader bei EM erfolgreich

Imposante Ausbeute: Die Cheerleader der Bremen Firebirds gewannen bei der EM zwei Goldmedaillen und im Partnerstunt Silber.

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Es ist ja nicht so, als hätten sie bislang keine großen Erfolge vorweisen können. Aber was die Cheerleader des ASC Bremen Firebirds am vergangenen Wochenende bei den Europameisterschaften im kroatischen Zadar geleistet haben, das war schon etwas ganz Besonderes. „Es ist das erfolgreichste Jahr unserer Vereinsgeschichte“, bestätigt Alexander Balz, der Cheftrainer des Senior Teams der Firebirds, das eine von drei Medaillen holte.

Edelmetall, das zweimal golden und einmal silber glänzte. Die Bremer waren mit ihren Gruppen „Wings of Fire“ (U16-Junioren), „BFC Firestorm“ (Senioren) und dem Senior Partnerstuntteam Yasmin Selow und Kai-Uwe Elsner die Abräumer schlechthin bei diesen kontinentalen Titelkämpfen, wo sie nach dem Premierengold im Jahr 2000 nun ihren zweiten und dritten EM-Titel in der Klubgeschichte feiern konnten. Es waren Erfolge, die ganz viele Väter und Mütter hatten. Denn nur weil zahlreiche Unterstützer den Firebirds im Vorfeld durch Spenden geholfen hatten, die Reisekosten für fast 40 Sportler sowie den Trainer- und Betreuerstab zu schultern, konnte sich der Bremer Tross überhaupt erst auf den Weg machen.

Als Alexander Balz‘ Frau Nicole, Junior Coach und Reiseleiterin in Personalunion, nun am Mittwoch die Abrechnung machte, blieb zwar noch ein Minus von etwa 1000 Euro in der Reisekasse. Doch angesichts des äußerst erfolgreichen EM-Trips, haben die Verantwortlichen die Hoffnung, dass der eine oder andere Spender noch im Nachhinein dazukommt.

Für die Bremer Cheerleader wäre die EM sogar ohne ihre Medaillengewinne ein fantastisches Erlebnis gewesen. Eines, das man sich selbst für viel Geld nicht kaufen kann. „Alleine das Gefühl, bei der Eröffnungszeremonie mit insgesamt 2500 Sportlern aus acht Nationen mit unserer Mannschaft hinter der deutschen Fahne in die Halle einzumarschieren, ist schon etwas ganz besonderes“, fand Alexander Balz, für den sich am vergangenen Wochenende ein Kreis schloss.

Oldie im Cheerleader-Trikot

Vor 15 Jahren hatte Balz als Aktiver schon mal an einer Europameisterschaft teilgenommen. Und als etwas lädierter ehemaliger Footballspieler hat der 39-Jährige seine Cheerleaderkarriere inzwischen eigentlich bereits für beendet erklärt. Doch in Zadar musste der frühere Quarterback dann doch noch mal auf die Fläche. Da aufgrund privater Verpflichtungen fünf Sportler des Deutschen Senior Vizemeisterteams die Reise nicht mitmachen konnten, musste der Routinier noch einmal das Cheerleader-Trikot überstreifen. Ansonsten hätte die Firestorm-Formation wegen akuten Personalmangels nicht alle ihre spektakulären Figuren und Pyramiden zeigen können.

„Meine Leistung war mehr schlecht als recht“, sagt Balz, der aber das Glück hatte, dass sich die übrigen Teammitglieder während des Auftritts in Bestform präsentierten und den ältesten aller deutschen Teilnehmer dieser EM mit durchzogen. Um im Kampf um die Medaillen konkurrenzfähig zu sein, hatten die Seniors am Tag vor dem Wettkampf extra noch eine zweistündige Trainingseinheit eingelegt, damit Balz und zwei weitere Formations-Nachrücker noch einmal alle Laufwege und Figuren einstudieren konnten.

„Weil wir personell so improvisieren mussten, wären wir selbst mit einer Bronzemedaille schon absolut glücklich gewesen. Dass es dann tatsächlich zu Gold gereicht hat, ist natürlich super“, freute sich Balz über das knapp gewonnene deutsche Prestigeduell gegen den späteren Vizeeuropameister Amazing Spirit aus Wetzlar.

Schrecksekunde zu Beginn

War die Entscheidung bei den Seniors schon knapp, so war sie bei den Juniors an Dramatik nicht mehr zu überbieten. Der Auftritt der „Wings of Fire“ hatte nämlich mit einer Schrecksekunde begonnen – um genau zu sein mit vier Schrecksekunden. Denn der Mann an der Lautsprecheranlage wollte die Auftrittsmusik besonders elegant einspielen und drehte den Lautstärkeregler nur langsam hoch. So verpassten die „Wings of Fire“ ihren Einsatz und kamen nur improvisiert in ihren durchgetimten Auftritt von zweieinhalb Minuten Länge.

Der technische Fehler des Veranstalters verärgerte besonders Junior Coach Nicole Balz. Nach Platz zwei bei der vorherigen EM hatte die Trainerin mit ihrem Team schließlich diesmal den Titel fest ins Visier genommen. Umso glücklicher waren die Wings, dass es trotz einiger kleiner Macken im Programm an Ende noch hauchdünn reichte. „Ich bin stolz auf die Kids. Aber trotzdem hätte ich mir mehr Dominanz gewünscht. Es hat mir ganz und gar nicht gepasst, dass wir so zittern mussten“, ärgerte sich die als Perfektionistin bekannte Trainerin.

Silber im Partnerstunt

Ganz knapp geschlagen wurden unterdessen Yasmin Selow und Kai-Uwe Elsner. Das Partnerstunt-Team hatte seinen ohnehin schon spektakulären Auftritt vom Gewinn der Deutschen Meisterschaft inhaltlich noch einmal aufgewertet, um die Konkurrenz so zu übertrumpfen. Da die Bremer bei ihrem mit Höchstschwierigkeiten gespickten 70-Sekunden-Auftritt aber nicht ganz fehlerfrei blieben, verpassten sie nach langer Juryberatung am Ende den Titel mit dem knappsten aller Abstände und mussten sich mit Silber zufrieden geben.

Nun hoffen die Firebirds mit allen drei Formationen auch an der Weltmeisterschaft in Berlin am 21. und 22. November teilnehmen zu können. Um zu hohe Reisekosten bräuchte man sich zumindest keine Gedanken zu machen. Denn anstatt fast 80 Plätze im Flugzeug zu buchen, müsste man für Berlin nur einen Reisebus chartern.

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