Fußball-Landesliga: Atlas Delmenhorst verspielt beim 2:2 gegen Hansa Friesoythe gleich zweimal eine Führung Dämpfer im Titelrennen

Delmenhorst. Die Landesliga-Fußballer des SV Atlas Delmenhorst sind auf heimischem Rasen gegen den SV Hansa Friesoythe nicht über ein 2:2 (1:1) hinausgekommen. Musa Karli (38.
24.04.2017, 00:00
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Von Niklas Johannson

Delmenhorst. Die Landesliga-Fußballer des SV Atlas Delmenhorst sind auf heimischem Rasen gegen den SV Hansa Friesoythe nicht über ein 2:2 (1:1) hinausgekommen. Musa Karli (38.) und Dominik Entelmann (55.) erzielten die Tore für die Blau-Gelben, während bei Friesoythe Toptorschütze Nico Gill einen Doppelpack schnürte (43./87.). „Wir haben defensiv eigentlich nicht viele Torchancen zugelassen, sind stabil gestanden und haben offensiv gut gespielt, aber gegen so einen guten Gegner entscheiden Kleinigkeiten“, resümierte Atlas-Trainer Jürgen Hahn.

Im Vergleich zum Sieg in Bevern stellte Hahn auf zwei Positionen um: Musa Karli spielte wieder für Can Blümel und Daniel von Seggern ersetzte den gelbgesperrten Dennis Janssen. Die Delmenhorster begannen sehr schwungvoll und stürmisch. In Minute zwei zog Entelmann einfach mal aus 20 Metern ab, verzog allerdings knapp. Kurz danach schickte Kevin Radke Entelmann mit einem schönen Pass auf die Reise, doch Entelmann setzte den Ball rechts am Kasten vorbei (4.). Nach dieser Doppelchance für den SVA beruhigte sich die Partie für rund 20 Minuten. Doch dann brach Jubel unter den rund 450 Atlas-Fans aus: Nach einem Kopfball von Dominik Entelmann zappelte der Ball im Netz.

Allerdings hielt die Freude nicht lange an, denn Schiedsrichter Jannik Weinkauf (VfL Oldenburg) entschied berechtigterweise auf Stürmerfoul von Hanno Hartmann gegen den Friesoyther Torhüter Dennis Panzlaff im Fünfmeterraum. Nach einer halben Stunde schossen die Gäste das erste Mal auf das Tor von David Lohmann, der mit Denis Brörings Versuch jedoch keine Mühe hatte (29.). In der 38. Minute flog ein scharf geschossener Freistoß von Lars Scholz aus halblinker Position in den Strafraum: Die Gäste schafften es nicht, den Ball aus der Gefahrenzone zu befördern. Dadurch fiel er vor die Füße von Musa Karli, der aus fünf Metern eiskalt blieb und überlegt ins lange Eck zum 1:0 abschloss.

Von langer Dauer war die Führung aber nicht. Nur fünf Minuten später verwertete Gill eine Flanke von der linken Seite trocken und hämmerte das Spielgerät unhaltbar unter die Latte – Hartmann kam in der Mitte gegen den Torschützen einen Schritt zu spät. „In der Situation haben wir ganz schlecht verteidigt“, ärgerte sich Hahn. Die letzte Aktion des ersten Durchgangs gehörte noch einmal Atlas, doch Entelmann vergabe eine 100-prozentige Gelegenheit, als er den Ball aus einem Meter Entfernung nicht im leeren Tor unterbrachte. Er traf die Kugel so schlecht, dass Panzlaff doch noch retten konnte.

Nach dem Seitenwechsel kontrollierten die Delmenhorster die Begegnung. In Minute 54 zeigte Weinkauf zugunsten der Gastgeber auf den Elfmeterpunkt, nachdem Scholz von Gerrit Thomes zu Fall gebracht worden war. „Das war kein Strafstoß. In Delmenhorst wird der gepfiffen, in Friesoythe wohl nicht“, haderte Hansa-Trainer Hammad El-Arab. Entelmann interessierte das nicht, er verwandelte mühelos ins linke Eck zur erneuten Atlas-Führung. Zehn Minuten später netzte Scholz per Kopf ein, aber erneut pfiff Weinkauf den Schützen aufgrund eines Stürmerfouls zurück. Kurz danach leistete sich von Seggern einen Stockfehler, sodass David Jahdadic plötzlich freie Bahn hatte und auf Lohmann zulief, doch in letzter Sekunde noch von Florian Knipping abgelaufen werden konnte – eine starke Abwehraktion des Delmenhorsters.

In der 85. Spielminute verwies Weinkauf Scholz des Feldes, nachdem sich der Atlas-Akteur ein unnötiges Foul im Mittelfeld geleistet hatte. Dafür kassierte er Gelb-Rot. Erst sechs Minuten zuvor war der Delmenhorster verwarnt worden. „Der Platzverweis ist vertretbar. Da hatte er selber schuld“, ärgerte sich Hahn, der Scholz bei der nächsten Unterbrechung auswechseln wollte . . . Can Blümel stand schon an der Seitenlinie bereit. „Der Platzverweis war spielentscheidend, danach haben wir die Angst bei Atlas förmlich gespürt“, betonte El-Arab. Und nur 120 Sekunden danach erzielte Gill durch einen satten Linksschuss das 2:2. SVA-Torhüter Lohmann war zwar noch mit den Fingerspitzen dran, den Einschlag konnte er trotzdem nicht mehr verhindern. „Auch bei diesem Gegentor haben wir ganz schwach verteidigt“, kritisierte Hahn.

In der 89. Minute hatte Friesoythe durch Kevin Landgraf sogar noch die Chance auf den Sieg, doch dessen Abschluss aus relativ freier Position landete genau in den Armen von Lohmann. So blieb es beim 2:2. „Am Ende müssen wir in Unterzahl mit dem Punkt zufrieden sein“, resümierte Hahn. Trotz des Unentschiedens haben die Atlas-Kicker den Titelgewinn in der Landesliga weiterhin in eigener Hand.

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