Sohnemann des Bundesliga-Coaches erzielt entscheidenden Treffer im Endspiel des 13. JFK-Cups

Dardai schießt die Hertha zum Titel

Thedinghausen. Phasenweise glich die Atmosphäre in der voll besetzten Gustav-England-Halle einem Tollhaus. Insbesondere die Fangruppen des TSV Lohberg und der JSG Baden/Etelsen verwandelten die Zuschauertribüne in einen Hexenkessel.
11.01.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Dardai schießt die Hertha zum Titel
Von Malte Bürger

Phasenweise glich die Atmosphäre in der voll besetzten Gustav-England-Halle einem Tollhaus. Insbesondere die Fangruppen des TSV Lohberg und der JSG Baden/Etelsen verwandelten die Zuschauertribüne in einen Hexenkessel. Egal, welche Teams gerade zwischen den Banden auf Torejagd gingen, sie alle wurden lautstark angefeuert. Die Jungkicker beim 13. JFK-Cup bedankten sich auf ihre Weise – indem sie eine spannenden Partie nach der nächsten zeigten. Auch im Finale ging es schließlich hoch her, zum zweiten Mal in der Historie der Veranstaltung setzten sich die U11-Junioren von Hertha BSC aus Berlin durch. Sie bezwangen im Endspiel die Talente von Borussia Mönchengladbach mit 2:1.

Florian Kliche wusste am Ende ganz genau, bei wem er sich bedanken musste. Und so führte der Weg des Hertha-Trainers schnurstracks zu seinem feiernden Keeper Moritz Conrad. Dieser hatte sich zwei Tage vor seinem elften Geburtstag nämlich ein ganz besonderes Geschenk gemacht, indem er wenige Sekunden vor dem Abpfiff mit einer Glanzparade den Sieg der Berliner sicherte. Die Jungfohlen aus Mönchengladbach hatten in der Schlussphase noch einmal alles versucht, doch der Ausgleich wollte einfach nicht mehr gelingen. Sogar geführt hatte die Borussia, allerdings auch recht schnell das 1:1 kassiert. Und gerade als die Gladbacher einen Angriff starten wollten, unterlief ihnen ein Ballverlust, die Hauptstädter schalteten blitzschnell um und setzten die Kugel zum entscheidenden Treffer in die Maschen. Torschütze war ein junger Mann, dessen Nachname den einen oder anderen Beobachter erstaunt aufhorchen ließ: Bence Dardai. Die Offensivkraft ist schließlich der Sohn von Pal Dardai, der aktuell die Bundesliga-Mannschaft der Hertha coacht.

Ganz am anderen Ende des Tableaus ging es wesentlich weniger prominent zu. Oder wie es Bodo Meins aus dem Organisationsteam ausdrückte: „Auf den Plätzen 17 bis 20 waren einmal mehr und fast schon traditionell unsere Teams aus dem Kreis“, sagte er schmunzelnd. Der Freude des hiesigen Nachwuchses tat dies keinen Abbruch. Neben der Stimmung von den Rängen, die ihnen gewiss war, durften auch sie abschließend mit einem kleinen Pokal jubeln – und taten dies in aller Ausführlichkeit. Allzu leicht hatten sie es zuvor aber auch nicht gehabt, vor allem die Talente der großen Klubs gingen körperlich wesentlich robuster zu Werke und präsentierten sich ballsicherer sowie abgeklärter. „Da ist alles fair gelaufen, aber es ist eindeutig zu erkennen, dass der Trend im Juniorenbereich anscheinend momentan in diese Richtung geht“, hatte auch Bodo Meins beobachtet.

In der Gruppenphase waren es beispielsweise allein die Spieler der JSG Löwen, die sich auch für einen eigenen Torerfolg feiern lassen durften. Immerhin zwei Treffer waren ihnen gelungen. In der späteren Zwischenrunde, in der die Teams aus dem Landkreis untereinander die hinteren Plätze ausspielten, ging es dann etwas ausgeglichener zu. Die JSG Baden/Etelsen um Trainer Oliver Warnke war dann allerdings doch noch einmal eine Spur stärker und verdiente sich somit Rang 17. Im Abschlussklassement wird dieser umso wertvoller, wenn man auf die beiden Plätze direkt davor blickt: Klangvolle Klubs wie die Tottenham Hotspurs aus London oder der VfL Wolfsburg fanden sich in unmittelbarer Reichweite wieder.

Was die Topteams derzeit so alles auf dem Kasten haben, zeigten sie insbesondere in den Halbfinals. Es wurde getrickst, kein Ball verloren gegeben und immer wieder aus der Distanz geschossen. Nicht selten segelten die Bälle unhaltbar in den Winkel. Zufallsprodukte? Fehlanzeige. Borussia Mönchengladbach und die Kollegen von RB Leipzig lieferten sich zunächst ein Duell auf Augenhöhe, bei dem auch die stark agierenden Torhüter immer wieder im Mittelpunkt standen. Ein Schlussspurt brachte die Entscheidung zugunsten der Gladbacher, während bei den Ostdeutschen der eine oder andere Akteur bereits mit einer Träne in den Augen in den finalen Sekunden noch einmal alles gab. Mehr als der Anschlusstreffer zum 3:4 wollte allerdings nicht mehr gelingen. Es wurde kurz geflucht, gegen die Bande getreten. So schnell der Frust allerdings gekommen war, so schnell verflog er auch wieder. Auch in der Begegnung der Herthaner mit Bayer 04 Leverkusen, das bereits sechs Mal die Siegertrophäe gewann, machten nur Nuancen den Unterschied. Die Berliner behielten schließlich mit 2:1 die Oberhand und ebneten spätestens in diesem Moment den Weg zu ihrem Finaltriumph. Die Leipziger trösteten sich anschließend immerhin mit einem 4:0-Kantersieg gegen nun abbauenden Leverkusener.

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