ATSV-Damen kommen nach dem Erfolg über den TuS Büppel nicht mehr am SV Meppen II vorbei

Das 1:0 reicht nur für den Vizetitel

Der ATSV Scharmbeckstotel erfüllte zwar mit einem 1:0-Sieg über den TuS Büppel seine Hausaufgaben in der Frauen-Fußball-Oberliga Niedersachsen West. Doch da der Spitzenreiter SV Meppen II sich beim 3:2-Erfolg über den SV Heidekraut Andervenne keine Blöße mehr gab, blieb dem ATSV auch nur der Vizetitel.
13.05.2013, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Karsten Hollmann

Der ATSV Scharmbeckstotel erfüllte zwar mit einem 1:0-Sieg über den TuS Büppel seine Hausaufgaben in der Frauen-Fußball-Oberliga Niedersachsen West. Doch da der Spitzenreiter SV Meppen II sich beim 3:2-Erfolg über den SV Heidekraut Andervenne keine Blöße mehr gab, blieb dem ATSV auch nur der Vizetitel.

Scharmbeckstotel. Wenn die Fußballerinnen des ATSV Scharmbeckstotel auch im Match beim TSV Düring in der Vorwoche so entschlossen wie beim 1:0-Heimsieg über den TuS Büppel aufgetreten wären, dann wäre den Gelb-Schwarzen der Staffelsieg in der Oberliga Niedersachsen West und das damit verbundene Aufstiegsspiel zur Regionalliga in Barsinghausen sicher gewesen. So aber verteidigte der SV Meppen II seinen ersten Platz dank eines 3:2-Erfolges über den SV Heidekraut Andervenne. Von diesem Ergebnis erfuhren die ATSV-Akteurinnen aber erst ein paar Minuten nach dem Match.

Scharmbeckstotels Trainer Thomas Brüns war die ganze Zeit mit dem Freund von Julia Moß in Meppen über Handy verbunden, machte aber gegenüber allen Beteiligten ein großes Geheimnis daraus. So wussten die Gastgeberinnen zunächst nicht, was ihr 1:0-Sieg wert war. Nach der Verkündung des Resultats aus dem Emsland verfinsterten sich die Mienen der Kickerinnen des Zweiten zwar kurz. Doch dann überwog die Freude über eine dennoch recht ordentliche Saison.

Unbedingter Wille zum Sieg

Die Platzdamen wollten das Minimalziel in Richtung Titelgewinn mit einem eigenen Sieg unbedingt erfüllen. Dies war von Beginn an deutlich zu spüren. Bereits nach 30 Sekunden schob Constanze Friedrich den Ball freistehend am rechten Pfosten vorbei. Annieke Hüchting lupfte die Kugel nur wenige Minuten später auf das TuS-Gehäuse. Die nächste Chance für die Heimriege vergab Julia Moß aus 16 Metern (25.). Marie-Luise Hannemann scheiterte zudem an Büppels Torhüterin Jürina Kocks.

Nach dem Seitentausch ging es weiter nur in eine Richtung. Wiebke Denker, die mangels Alternativen wieder aus dem Tor ins Feld gewechselt war, flankte den Ball schön von der rechten Seite auf Jokerin Xesjin Kousa. Deren Kopfball entschärfte Jürina Kocks erst im Nachfassen (55.). Dies war das Aufbruchsignal für die zweite Halbzeit. "Weiter jetzt, glaubt an euch", munterte Thomas Brüns seine Akteurinnen auf. Es half. Nur sechs Minuten hiernach startete Darja Brakhoff ein tolles Solo auf dem linken Flügel. Jana Koehle leitete die Hereingabe zur Schützin des goldenen Tores, Constanze Friedrich, weiter, die dabei am langen Pfosten lauerte.

Nun drängte der ATSV auf das zweite Tor. Chancen dafür waren auch ausreichend vorhanden. Auf der anderen Seite klärte Nina Fuchs einmal in höchster Not gegen Büppels Chiara Böschen (67.). Lisa Ramdor beförderte das Spielgerät über den TuS-Kasten. Julia Moß bugsierte es außerdem genau in die fangbereiten Arme von Jürina Kocks. Die Schlussfrau der Gäste wehrte drei Minuten vor Schluss auch noch einen Kousa-Schuss zur Ecke ab. "In Düring gab es einen Totalausfall des ganzen Teams. Heute waren wir wieder hoch motiviert. Wir sind froh, dass wir unseren Fans zeigen konnten, dass wir es doch können. Jetzt greifen wir eben im nächsten Jahr wieder an", bilanzierte Jana Koehle.

STIMMEN ZUM SPIEL

Thomas Brüns (ATSV Scharmbeckstotel): Ich bin mit der Leistung meiner Mannschaft zufrieden. Wir hätten nur unsere Chancen besser nutzen müssen. Die Einstellung hat heute im Gegensatz zur Vorwoche in Düring gepasst. Auch die spielerischen Elemente waren wieder drin. Dass wir nun doch kein Meister geworden sind, war zu erwarten. Schließlich habe ich mit dem Sieg des SV Meppen II über den SV Heidekraut Andervenne gerechnet. Den Staffelsieg haben wir bereits in der vergangenen Woche verspielt. Heute hat mir die ganze Mannschaft gefallen. Darauf können wir für die neue Saison aufbauen.

Uwe Katzky (TuS Büppel): Ich kann mit meiner Mannschaft nicht zufrieden sein. Schließlich haben wir verloren. Wenn wir heute etwas gezielter in die Spitze gespielt hätten, wäre mehr drin gewesen. Der ATSV war nicht so drückend, wie wir dies erwartet hatten. Dass wir nur mit 0:1 den Kürzeren gezogen haben, ist unserer guten Einstellung zu verdanken. Unser Spiel nach vorne war aber zu dünn. Den Meistertitel hätte in dieser Saison eigentlich keine Mannschaft verdient gehabt. Dafür war kein Team gut genug. Letztendlich kann sich der SV Meppen II bei seinen Spielerinnen aus der ersten Riege bedanken.(kh)

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