Rhythmische Sportgymnastik

Das Band fliegt anders und oft verkehrt

Viele gute Ansätze waren bei den Auftritten der Sportlerinnen erkennbar, doch haperte es bei den Bezirksmeisterschaften in der Rhythmischen Sportgymnastik oft an der Ausführung.
25.02.2019, 16:10
Lesedauer: 4 Min
Zur Merkliste
Von Sabine Lange
Das Band fliegt anders und oft verkehrt

Kamen bei den Bezirksmeisterschaften allesamt zu Titelehren: (vorne von links) Alena Kosenko, Marie Lou Bortmann, Joulia Muhajer; (Mitte von links) Luisa Ibanez, Emma Szymaniak, Berenike Mesic, Celina Reich; (hinten von links) Felicitas Mesic, Sarah-Charlott Waschmann und Melissa Isik.

Tanja Mollenhauer

Schwanewede. Viele gute Ansätze waren bei den Auftritten der Sportlerinnen erkennbar, doch haperte es bei den Bezirksmeisterschaften in der Rhythmischen Sportgymnastik oft an der Ausführung. Zu viele Geräteverluste erlaubten sich die Teilnehmerinnen des SV Grün-Weiß Beckedorf, des TV Schwanewede und der SG Platjenwerbe bei den Wettbewerben in der Schwaneweder Waldschulhalle.

„Bis zu den Landesmeisterschaften am 23. März in Braunschweig müssen die Gymnastinnen sowohl im Einzel, als auch in der Gruppe noch an ihren hochwertigen Risikowürfen und Wechseln arbeiten. Vor allem in den Bandübungen gab es viele Verluste, die es auszumerzen gilt“, sagte Laura Eggers, die RSG-Kampfrichter-Verantwortliche des Turnbezirks Lüneburg.

Das schwer zu beherrschende Band gehört im aktuellen Meisterschaftszyklus zum Wettkampfprogramm der älteren Sportlerinnen und stellte eine besondere Herausforderung dar. Nachwuchs-Talent Luisa Ibanez vom SV Grün-Weiß Beckedorf sah der Aufgabe gelassen entgegen. „Vor der Saison habe ich mich riesig gefreut, dass wir nun endlich das Band ins Programm bekommen. Es sieht sehr schön und leicht aus, wenn Gymnastinnen damit turnen. Doch dann habe ich sehr schnell gemerkt, wie schwer es eigentlich ist. Ich hatte anfangs oft Krämpfe im Arm vom Durchhalten der Bandzeichnung. Außerdem hat das Band ganz andere Flugeigenschaften als die anderen Handgeräte. Bei uns Junioren ist es fünf Meter lang. Da muss man sehr aufpassen, keinen Knoten reinzubekommen oder hängen zu bleiben“, erklärte die Beckedorferin, die sich als Debütantin in der Junioren-Wettkampfklasse mit 25,050 Punkten souverän den Titel sicherte.

Und dabei startete sie nicht optimal: Eine komplett verturnte Reifenübung sorgte dafür, dass zunächst die spätere Zweitplatzierte Leandra Ahlers von der SG Platjenwerbe die Führung übernahm. Mit den Keulen kämpfte sich Luisa Ibanez dann an die Spitze. Und mit dem Band erzielte sie trotz leichter Unsicherheiten zum Schluss die mit Abstand höchste Wertung aller Starterinnen.

Band löst sich vom Stab

Pech hatte Leandra Ahlers nach ihrem grandiosen Auftakt: Bei der SGP-Gymnastin löste sich knapp nach der Hälfte ihres Auftritt das Band vom Bandstab, sodass sie zum Ersatzgerät greifen musste. Das wurde mit hohen Abzügen bestraft. Mit einem Dreikampf-Ergebnis von 21,700 Zählern sprang für sie am Ende Rang zwei heraus. Für die Landesmeisterschaften qualifizierten sich neben den beiden Erstplatzierten auch Dana Czalnik (SGP/18,800 Punkte), Jaqueline Schalken (SVB/18,250) und Friederike Themsen (SVB/18,100).

Drei Tickets nach Braunschweig gab es in der Schüler-Wettkampfklasse zu vergeben. Dort beeindruckte Felicitas Mesic mit einem Mehrkampfresultat von 23,000 Punkten. Die Beckedorferin startete mit einer sehr sauberen und ausdrucksstarken Übung ohne Handgerät. Auch mit dem Ball lief es zunächst rund. Bis zum neuen Masters-Element: Da wollte der Ball nicht klemmen bleiben. „Meine Kniekehle war einfach zu rutschig. Doch ich wollte dieses neue Element unbedingt präsentieren. Also habe ich es einfach versucht, bis es geklappt hat“, verriet die ehrgeizige Gymnastin.

Mit dem gleichen Kampfgeist präsentierte sie ihre neue Seilübung. Ein Geräteverlust und ein nicht geturntes Risikoelement konnten den angestrebten Sieg jedoch nicht in Gefahr bringen. Auf das Siegerpodest schafften es in der SWK auch Sofie Scholten (TV Schwanewede/20,450) und Delia Weisbrot (SVB/20,150), die sich für die Landesmeisterschaften qualifiziert haben.

Viele Fehler unterliefen den drei Gymnastinnen der Freien Wettkampfklasse. Sarah-Charlott Waschmann (Beckedorf) sicherte sich trotz nicht optimaler Küren den Bezirkstitel. Mit insgesamt 19,050 Zählern ließ sie die beiden Platjenwerberinnen Meina Renziehausen (17,800) und Laura Harders (17,300) hinter sich. Alle drei dürfen sich bei den Landesmeisterschaften erneut beweisen.

Sehr groß waren die Starterfelder der Jüngsten. „Es ist schön zu sehen, dass die SG Platjenwerbe durch ein junges Trainerteam wieder mit einer Vielzahl an Gymnastinnen im Bereich der Kinderklasse an Meisterschaften teilnimmt,“ äußerte sich RSG-Bezirksfachwartin Alexandra Mesic erfreut. Stolz auf die Leistungssteigerung im Nachwuchsbereich der Platjewerber RSG-Abteilung war Sabrina Tietjen: „Rangierten die Teams der Kinderklassen 8 und 8-10 Jahre bei ihrer Premiere im Dezember noch unter 'ferner liefen', zeigten sie beim jüngsten Vergleich nahezu fehlerfreie Leistungen und heimsten zahlreiche Medaillen ein.“ Das umfangreichste Wettkampfprogramm aller Teilnehmerinnen musste die achtjährige Berenike Mesic in der Kinderleistungsklasse 9 bewältigen.

„Ich habe zum ersten Mal in einen Wettkampf vier Übungen geturnt. Das war schon sehr anstrengend. Ich war froh, dass ich als Letztes meine Keulenübung zeigen durfte. In dieser fühle ich mich am sichersten“, lautete der Kommentar des Beckedorfer Landeskadermitglieds. Mit der gezeigten Leistung (28,488) hat sie sich für die Landesmeisterschaften qualifiziert und trifft dort auf die starken Gymnastinnen des Landesstützpunktes Hannover.

TVS-Routiniers fehlerfrei

Fleißig üben müssen noch die Gruppen des Turnbezirks Lüneburg, um auf Landesebene auftrumpfen zu können. Allein das routinierte Team I des TV Schwanewede blieb in der Freien Wettkampfklasse in beiden Durchgängen mit fünf Bällen fehlerfrei. Dennoch zog RSG-Fachwartin Mesic ein positives Fazit: „Es ist schön, dass der Bezirk in diesem Jahr wieder gute Gruppen ins Rennen schicken kann." Auch wenn jetzt noch nicht alles geklappt hat, seien die Choreografien der verschiedenen Teams sehr gelungen und anspruchsvoll. Jeweils zwei Titel sicherten sich der TV Schwanewede (SWK und FWK) und die SG Platjenwerbe (KK 8-10 und JWK). In der jüngsten Altersstufe, der Kinderklasse bis 8, gewann der SV Grün-Weiß Beckedorf. Alle Gruppen ab der Schülerwettkampfklasse haben sich weiterqualifiziert.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+