Selbstversuch Das DFB-Fußball-Abzeichen für die eigene Trophäenwand

Syke. Jetzt habe ich es endlich schriftlich: Ich, der frühere gelegentliche Bezirks- und oftmalige Kreisklassentorwart, bin ein Dribbelkünstler. Amtlich bescheinigt vom Deutschen Fußballbund steht es auf dem Wertungsbogen für das DFB-Fußball-Abzeichen, dessen Kurs ich neulich absolviert habe.
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Von Karsten Bödeker

Syke. Jetzt habe ich es endlich schriftlich: Ich, der frühere gelegentliche Bezirks- und oftmalige Kreisklassentorwart, bin ein Dribbelkünstler. Ich stehe also praktisch auf einer Stufe mit Arjen Robben, Stan Libuda oder meinem früheren Idol Karl-Heinz Rummenigge. Amtlich bescheinigt vom Deutschen Fußballbund steht es auf dem Wertungsbogen für das DFB-Fußball-Abzeichen, dessen Kurs ich neulich absolviert habe.

Ich habe nämlich den kleinen Parcours mit Ball um Hütchen und Slalomstangen herum in 17 Sekunden geschafft - 17 Sekunden bedeuteten bei der Übung 'Dribbelkünstler' 60 Punkte, und mehr gibt es auch nicht zu holen. Allerdings muss ich zugeben, dass mir zu Robben-Libuda-Rummenigge wohl doch noch einiges fehlt. Denn die drei können beziehungsweise konnten auch Flanken schlagen.

Ich aber habe in der Disziplin Flankengeber - nun ja - suboptimal abgeschnitten. Doch dazu später mehr. Trotzdem bekam ich das DFB & McDonald's-Fußballabzeichen ausgehändigt, denn ich habe an den fünf Stationen rund um das runde Leder eine bestimmte Punktzahl erzielt.

Das Fußball-Abzeichen ist eine Initiative des DFB, um mit Spaß Fußball auf eine andere Art und Weise zu trainieren. Diesmal hatte der TuS Syke ins Waldstadion eingeladen. Also holte ich die Fußballschuhe aus dem Keller, packte sie in den Fahrradkorb, zog das FC Bayern-Trikot unter die Jacke, und los ging es. 'Das ist eine tolle Sache, und der Aufwand ist recht gering', erklärte Rolf Schwenke, der gemeinsam mit den Syker Jugendtrainern mit Toren, Hütchen und Klebeband die fünf Stationen im Waldstadion aufgebaut hatte.

So waren beispielsweise in zwei Toren mit Klebeband Gitter eingeteilt, die per Kopf oder per Elfmeter getroffen werden mussten. Bei den Kopfbällen durften die D- und C-Junioren erst mal probieren, ehe Trainer Matthias Franz den Startschuss gab. Daniel, Marcel und Berkay warfen sich gegenseitig die Bälle zu, köpften recht erfolgreich ins abgeklebte Netz und hatten viel Spaß dabei.

An der nächsten Station mussten die Fußball-Abzeichen-Anwärter in 30 Sekunden möglichst viele Pässe gegen ein nur 40 Zentimeter hohes Brett spielen - ein Dutzend Treffer waren schon gut, Rolf Schwenke und sein Sohn schafften 14 und durften sich zu Recht Kurzpass-Ass nennen. Auch mir gelang das alles ganz ordentlich, doch dann musste ich flanken.

Unter den fast schon mitleidigen Blicken von Preisrichter Klaus Scholz gelang es mir in vier Versuchen nur ein einziges Mal, den Ball aus 20 Metern ohne vorherigen Bodenkontakt in ein fünf mal fünf großes Feld zu schießen.

Aus Frust wird Ehrgeiz

Wie konnte das passieren? Eben hatte ich doch noch sicher zwei von drei Strafstößen im oberen und einen im unteren Eck versenkt und 50 Punkte kassiert. Vielleicht war ich ob dieses Erfolges zu selbstsicher gewesen, doch ich suchte die Schuld erst einmal bei den Bällen - hätte ich doch nur die gelbe Tango-Kugel eingepackt, mit der ich im Garten manchmal gegen meinen sechsjährigen Sohn gewinne . . .

Tatsächlich spürte ich leichten Ärger aufsteigen, aus Spaß war Frust über die mangelnden Schussfähigkeiten geworden. Und der Ehrgeiz hatte mich gepackt. Denn als ich im zweiten Versuch beim Dribbeln eben jene 17 Sekunden schaffte, feierte ich das spontan mit der Becker-Faust.

Dann war es geschafft, und wie etwa 70 vorwiegend junge Fußballer auch bekam ich die Urkunde mit den aufgedruckten Unterschriften von Joachim Löw und Theo Zwanziger, ein Abzeichen und einen Getränkegutschein. In dem Moment fielen mir andere Erfolge ein, und ich dachte an meine Ehrenurkunde von den Bundesjugendspielen 1987. Daneben macht sich das Fußballabzeichen doch sicherlich gut an meiner Trophäenwand.

Übrigens: Das Fußball-Abzeichen ist ein sportliches Aktionsprogramm für Frauen und Männer, Kinder und Jugendliche, doch außer mir und den Trainern wagte kein Erwachsener den Selbstversuch - selber Schuld.

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