Torsten Behrens macht nach 15 Jahren beim Korbball-Bundesligisten FTSV Jahn Brinkum die Trainerbank frei Das Ende einer Ära

Brinkum. Zwischen den Partien spielte Torsten Behrens mit seinem zweijährigen Sohn ein wenig Fußball. Die beiden tollten herum und hatten sichtlich Spaß. Doch in einigen Momenten, etwa in Gesprächen mit langjährigen Weggefährten oder der Presse, wurde der Trainer des Korbball-Bundesligisten FTSV Jahn Brinkum ein wenig leiser. Bestimmt spielte da auch ein bisschen Wehmut eine Rolle. Denn für Behrens war der finale Bundesliga-Spieltag sein letzter Einsatz an der Seitenlinie des FTSV. Nach 15 Jahren hat er sein Traineramt abgegeben.
19.03.2011, 05:00
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Von Christine Leska-Ottensmann

Brinkum. Zwischen den Partien spielte Torsten Behrens mit seinem zweijährigen Sohn ein wenig Fußball. Die beiden tollten herum und hatten sichtlich Spaß. Doch in einigen Momenten, etwa in Gesprächen mit langjährigen Weggefährten oder der Presse, wurde der Trainer des Korbball-Bundesligisten FTSV Jahn Brinkum ein wenig leiser. Bestimmt spielte da auch ein bisschen Wehmut eine Rolle. Denn für Behrens war der finale Bundesliga-Spieltag sein letzter Einsatz an der Seitenlinie des FTSV. Nach 15 Jahren hat er sein Traineramt abgegeben.

"Bereits im Sommer stand diese Entscheidung für mich fest. Gegenüber dem Team habe ich dann auch Andeutungen gemacht", erklärt Behrens. Es sind persönliche Gründe, die ihn zum Aufhören bewegt haben, sagt er. "Nach solch einer langen Zeit stumpft man einfach ab. Aufhören wollte ich schon früher, habe mich aber immer wieder überreden lassen", verrät er. "Jetzt braucht die Mannschaft einen neuen Coach, der frischen Wind reinbringt und das große Potenzial aus diesem Team herauskitzeln kann."

Feuchte Augen zum Abschied

Zu seinem Abschied gab es ein tolles 9:9 gegen Sudweyhe und ein ernüchterndes 6:14 gegen den SV Brake, womit das arg verletzungsgebeutelte Jahn-Team die Saison auf Platz sieben abschloss. Nach dem Abpfiff der zweiten Partie hatten einige Brinkumerinnen feuchte Augen. Aber sowohl zu diesem Zeitpunkt als auch Stunden später konnten sie immer noch nicht realisieren, dass die "Ära Torsten Behrens" nun beendet sein soll. "Seine Ankündigung zu Saisonbeginn haben wir nicht so ernst genommen. Jetzt ist sein Abschied offiziell. Das akzeptieren und respektieren wir. Glauben können wir es allerdings immer noch nicht", verrät Sandra Jürgens, die abgesehen von einer fünfjährigen Verletzungspause stets bei "Toto" trainiert hat.

Sie blickt gerne auf die gemeinsame Zeit zurück, in der die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft 2008 der größte Erfolg war. "Torsten ist ein Kumpeltyp. Er lässt sich aber nicht auf der Nase herumtanzen. Wenn man eine Übung nicht mitmachen wollte, half kein Wimpernklimpern." Auch die langjährige Leistungsträgerin Bettina Reiners, die vor vier Jahren aufgehört hat, erinnert sich gerne an Behrens zurück. "Torsten hatte zu allen Spielerinnen immer einen guten Draht. Gemeinsame Aktionen wie Kohltouren, Freimarkt-Besuche, Grillabende oder Mannschaftsfahrten wie zu den Turnfesten waren ihm sehr wichtig, weil so etwas den Teamgeist fördert. Sein Einsatz war vorbildlich: Selbst als er damals unter der Woche in Hamburg gearbeitet hat, war er abends zu den Trainingseinheiten immer vor uns in der Halle", lobt Reiners.

Behrens ist eben ehrgeizig und ging immer mit gutem Beispiel voran. "In der Saisonvorbereitung sind wir oft durch den Silbersee geschwommen oder drum herum gelaufen. Da hat Toto immer mitgemacht und uns dadurch noch mehr motiviert. Er hat uns gefordert und die Jugend gefördert. Toto hat einen super Job gemacht", lobt Mirjana Uhde. "Er wird uns fehlen."

Die Mannschaftsführerin begibt sich nun auf die Suche nach einem neuen Trainer. "Der oder die Neue muss erfolgsorientiert sein, uns in seinen Bann ziehen können und konditionsstark sein. Denn es wäre toll, wenn er oder sie auch an den Konditionseinheiten teilnimmt", erklärt Uhde. Bis spätestens Anfang Mai möchte sie fündig geworden sein. So lange noch kein Nachfolger vorhanden ist, wird Behrens die Einheiten weiterleiten. Als Schiedsrichter bleibt er dem FTSV Jahn Brinkum erhalten. Künftig will er übrigens selber wieder mehr Sport treiben. Da sind die Fußballeinheiten mit dem Sohn schon ein guter Anfang.

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