Korbballerinnen des FC Gessel-Leerßen Das Gefühl des Sieges ist zurückgekehrt

Gessel. Die Korbball-Niedersachsenliga ist in dieser Saison eine wahre Wundertüte. Von Platz zwei bis acht trennen die Mannschaften gerade einmal drei Punkte. Mittendrin: Der FC Gessel-Leerßen, der sich mit zuletzt zwei Siegen vom achten auf den vierten Rang vorgearbeitet hat.
22.01.2011, 05:00
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Von Christine Leska-Ottensmann

Gessel. Die Korbball-Niedersachsenliga ist in dieser Saison eine wahre Wundertüte. Von Platz zwei bis acht trennen die Mannschaften gerade einmal drei Punkte. Jeder kann jeden schlagen. Mittendrin: Der FC Gessel-Leerßen, der sich mit zuletzt zwei Siegen vom achten auf den vierten Rang vorgearbeitet hat.

"Mit dieser Platzierung wären wir am Saisonende absolut zufrieden", betont Trainerin Nicole Glatzel. "Unser Hauptziel ist aber der Klassenerhalt. Und der ist noch längst nicht gesichert, da alle Teams so eng beieinander liegen. Deshalb sammeln wir erst einmal weiter Punkte."

Immerhin haben die Gesselerinnen bereits zehn Zähler auf ihrem Konto - das ist fünf Mal so viel wie in der gesamten vergangenen Saison. Da schafften sie nur einen Sieg und stiegen damit als Gründungsmitglied der Bundesliga Nord erstmals in die Niedersachsenliga ab. "Natürlich waren wir nach diesem Misserfolg geknickt. Ich war sehr traurig. Aber so wie es jetzt ist, ist es in Ordnung", findet Glatzel und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: "Jetzt haben wir den Luxus, nicht mehr so weite Strecken fahren zu müssen - zum Beispiel nach Preetz."

Nach dem Abstieg hat sich einiges getan: Anica Bäuning, Vanessa Schwenker, Janina Birkholz und Korbfrau Melanie Kakies, die allesamt bereits einige Bundesliga-Partien absolviert haben, rückten aus der A-Jugend in die Damen hoch. Erfreulich war auch, dass die beiden erfahrenen Spielerinnen Carmen Ehlers und Korbfrau Nicole Lüth nach ihren Babypausen wieder einstiegen. Neu ist zudem Natalia Hahn (eigene Reserve). Komplettiert wird das Team durch Helene Sagert, Ines Huss und Claudia Bauer.

Eine Nachricht war jedoch nicht einfach wegzustecken: Meike Tolle musste aus gesundheitlichen Gründen mit dem Korbball aufhören. "Meike war unsere erfolgreichste Werferin. Pro Spieltag hat sie immer zwischen fünf und zehn Treffer erzielt. Sie war eine Bank", blickt Glatzel wehmütig zurück. Die bange Frage, wer denn für Tolle in die Bresche springen könnte, wurde jedoch schnell beantwortet: Alle. "Wir haben ein bisschen umgestellt und die Verantwortung auf alle Schultern verteilt. Die Spielerinnen trauen sich jetzt, selber den Abschluss zu suchen. Bis auf eine oder zwei Damen tragen sich an einem Spieltag alle in die Korbjägerliste ein", freut sich die Trainerin.

In der Saisonvorbereitung hat die 38-Jährige, die im Juni einen gesunden Sohn zur Welt brachte, übrigens tatkräftige Unterstützung erhalten: Ihr Mann Malte scheuchte die Mannschaft beim Zirkel- und Konditionstraining hin und her. Diese Übungseinheiten behielt das Team bei und profitiert davon während der Partien. "In dieser Liga gibt es kaum Kontermannschaften. Wir hingegen können Gegenstöße laufen und sind diejenigen, die Druck nach vorne machen", erklärt Glatzel.

Wellenförmiger Saisonverlauf

Der Saisonauftakt verlief verheißungsvoll: Gegen den letztjährigen Meister SV Brake II erkämpften sich die Gesselerinnen ein 6:6 - der bisher einzige Punktverlust der Braker. "Bei uns hingegen verläuft es wellenförmig. Mal gute, mal schlechte Spieltage. Das ist immer eine Frage der Tagesform", weiß Glatzel. "Schön ist jedenfalls, dass wir nach der letzten Saison endlich wieder Erfolgserlebnisse haben. Das kannten die Youngster ja gar nicht."

Der Nachwuchs ist ein gutes Stichwort: Denn vermutlich wird das Quartett Kakies, Birkholz, Schwenker und Bäuning bereits in der nächsten Saison nicht mehr in Gessel spielen. "Die vier stehen vor ihrem Schulabschluss und wollen alle außerhalb studieren", bedauert die FC-Trainerin. "Dann steht uns erneut ein Umbruch bevor. Und momentan haben wir leider keine A-Jugend, aus der wir Spielerinnen hochziehen können. Dann müssen wir auf unsere B-Juniorinnen zurückgreifen."

Aufgrund dieser zu erwartenden Veränderungen im Kader schauen die Gesselerinnen trotz ihres guten Tabellenplatzes auch nicht nach oben. "Nein, aufsteigen wollen wir auf keinen Fall", betont Glatzel. Eine gute Rolle spielen wollen sie aber schon. Vielleicht ja schon wieder am Sonntag, wenn in der KGS Leeste ab 10 Uhr der sechste Spieltag der Niedersachsenliga ansteht. Dann müssen sie gegen den Zweiten, TSV Thedinghausen, und den Spitzenreiter SV Brake II antreten. "Vielleicht können wir die beiden wieder ein bisschen ärgern", wünscht sich Nicole Glatzel.

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