Fußball-Bezirksliga Das Glück fehlt

Der VfL Stenum verliert gegen den VfL Wildeshausen mit 1:3 und hadert mit den Begleitumständen der Niederlage.
27.08.2017, 20:50
Lesedauer: 3 Min
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Von Nico Nadig

Wildeshausen. Was wäre passiert, wenn die Partie nicht für rund 15 Minuten unterbrochen worden wäre? Was wäre passiert, wenn Julian Darr sich nicht verletzt hätte? Und was wäre passiert, wenn der Ball vor dem 1:1 nicht abgefälscht worden wäre? Sich das zu fragen, ist müßig, denn das Endresultat bleibt ohnehin bestehen: Mit 1:3 (1:0) hat der VfL Stenum die Begegnung beim Konkurrenten in der Fußball-Bezirksliga, dem VfL Wildeshausen, verloren. Und wie schon bei den ersten beiden Saisonpartien haderten die Stenumer mit den Begleitumständen. „Wir fühlen uns ähnlich wie in den vergangenen Wochen, wieder haben wir eine Führung aus der Hand gegeben. Uns fehlt momentan ein bisschen das Glück“, stellte Stenums Coach Thomas Baake fest.

Vor allem die Begleitumstände der zweiten Hälfte sprachen gegen sein Team. Nach einem normalen Zweikampf mit dem Wildeshauser Maximilian Seidel fiel Darr unglücklich mit dem Arm auf den Boden (52.), der Schiedsrichter signalisierte sofort, dass ein Betreuer kommen und ein Krankenwagen gerufen werden soll – Verdacht auf Armbruch lautete eine erste Diagnose. Nach rund viertelstündiger Pause nahmen die beiden Teams wieder die Partie auf (67.). Aufseiten der Stenumer stand eine komplett neue Innenverteidigung auf dem Feld. Denn nicht nur Darr musste vom Feld, sondern auch sein Partner Torben Würdemann blieb mit Atemproblemen in der Kabine. Mit der neu zusammengestellten Abwehr fehlte den Stenumern zum Teil die Ordnung, an der sich die Wildeshauser in Halbzeit eins noch zumeist die Zähne ausbissen.

Nichtsdestotrotz verzeichnete der Gastgeber die erste gute Chance des Spiels: Seidel tauchte frei vor Stenums Schlussmann Thorben Riechers auf, der machte sich allerdings ganz breit und verhinderte den Einschlag (14.). Die Elf um Trainer Marcel Bragula fand zwar besser in die Partie, als erstes jubelten dennoch die Gäste – und hier hatten sie vielleicht etwas Glück. Wie aus dem Nichts hämmerte Maximilian Klatte den Ball nach einem Einwurf von der Strafraumgrenze volley in das Gehäuse (19.). Mit der doch etwas glücklichen Führung im Rücken agierten die Gäste vor den rund 300 Zuschauern im Krandelstadion nun ruhiger als noch zu Beginn.

Wildeshausen griff die Stenumer zum Teil zu spät an, die wiederum in vielen Situationen zu überhastet oder ungenau agierten. Bis zur Halbzeit blieb es ein Spiel mit wenigen Strafraumszenen, wenngleich die Krandelkicker Seidel und Michael Eberle immer wieder für Alarm in der Stenumer Verteidigung sorgten. Richtig brenzlig wurde es für die Gäste hingegen in Minute 37: Sascha Görke fasste sich aus gut 18 Metern ein Herz, der Ball prallte nach seinem Schuss von der Latte wohl jedoch nur auf die Linie, sodass es beim 1:0 für die Baake-Elf blieb. „Wir haben keine gute, aber auch keine schlechte erste Hälfte gespielt. Stenum war sehr robust, meinem Team hat da manchmal die Bewegung gefehlt. Wir waren zu lethargisch“, analysierte Wildeshausens Trainer Bragula.

Und die zweite Halbzeit begann ähnlich wie die erste: Die Platzherren machten Druck in der Offensive, doch Stenum brachte immer einen Fuß dazwischen – bis zur besagten Spielunterbrechung in der 52. Minute. Wildeshausen agierte nun schneller, außerdem bewies Bragula den richtigen Riecher bei seinen Einwechslungen: Nach einer abgefälschten Hereingabe von Eberle hielt Rene Tramitzke den Fuß hin – 1:1 (74.). Der Krandel-Stürmer saß in der ersten Halbzeit noch auf der Bank, obwohl er zuletzt überzeugte. „Rene kann zurzeit nicht trainieren, sonst hätte ich ihn von Beginn an aufgestellt. Vielleicht hätte ich das machen sollen, aber man braucht als Trainer auch ein gewisses Fingerspitzengefühl“, erklärte Bragula.

Ohnehin schien es nicht so, als ob Tramitzke der Jokerrolle nichts abgewinnen konnte. Schließlich brachte er die Gäste nach Vorlage von Seidel mit 2:1 in Front (81.). Und zeigte dabei er, was ihn auszeichnet. Unter starker Bedrängnis behauptete er das Leder und brachte es im Stenumer Gehäuse unter. Die endgültige Entscheidung führte der ebenfalls eingewechselte Andrej Kari herbei: Seine Direktabnahme konnte Torhüter Riechers nicht entschärfen (90.+6.). Es ist keinesfalls so, dass die Stenumer in der rund 17-minütigen Nachspielzeit keine Chancen mehr hatten, doch ihnen fehlte das Glück. Klatte traf nur den Pfosten, Bastian Morche schoss den Ball am nahezu leeren Tor rechts vorbei. Bragula: „Letztlich ist der Sieg für uns aber verdient, aber er ist vielleicht zu hoch ausgefallen.“

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