Nachgefragt: Marco Reuschler zum Tief beim Vfl Stenum 'Das ist eher eine Misere im Kopf'

Nach der fünften Niederlage in Folge trennt die Bezirksliga-Fußballer des VfL Stenum lediglich noch ein Punkt von einem Abstiegsplatz. Dabei zeigte die Mannschaft gerade beim 0:4 in Obenstrohe die zuvor oftmals vermisste Leidenschaft. Leiden ist für Marco Reuschler in diesem Zusammenhang genau das richtige Stichwort, denn der 25-Jährige, der nahezu durchgehend seit Januar wegen einer Knieverletzung zwangspausieren muss, fehlt den Stenumern neben weiteren Leistungsträgern schmerzlich. Unser Redakteur Rainer Jüttner hat bei dem Zeitsoldaten einmal nachgefragt, wann er dem VfL auf dem Platz wieder helfen kann und erwischte den Oberfeldwebel auf einer Dienstfahrt nach Wildflecken.
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Nach der fünften Niederlage in Folge trennt die Bezirksliga-Fußballer des VfL Stenum lediglich noch ein Punkt von einem Abstiegsplatz. Dabei zeigte die Mannschaft gerade beim 0:4 in Obenstrohe die zuvor oftmals vermisste Leidenschaft. Leiden ist für Marco Reuschler in diesem Zusammenhang genau das richtige Stichwort, denn der 25-Jährige, der nahezu durchgehend seit Januar wegen einer Knieverletzung zwangspausieren muss, fehlt den Stenumern neben weiteren Leistungsträgern schmerzlich. Unser Redakteur Rainer Jüttner hat bei dem Zeitsoldaten einmal nachgefragt, wann er dem VfL auf dem Platz wieder helfen kann und erwischte den Oberfeldwebel auf einer Dienstfahrt nach Wildflecken.

Herr Reuschler, seit Monaten können Sie ihrer Mannschaft nur noch vom Spielfeldrand zusehen. Wie erklären Sie sich die momentane Negativserie?

Marco Reuschler: Ich denke, Hauptursache ist tatsächlich das Fehlen einiger Leistungträger. Hinzu kommt allerdings noch, dass selbst die angeschlagenen Leute aufgrund unseres mittlerweile kleinen Kaders gar keine Zeit mehr haben, um ihre Blessuren auszukurieren.

In welchem Mannschaftsbereich sehen Sie zurzeit die größe Baustelle?

Die Probleme liegen eher im angegriffenen Nervenkostüm, im angeknacksten Selbstvertrauen. Das wird besonders daran deutlich, dass wir meistens gut dagegen gehalten haben, aber nach dem ersten Gegentreffer zumeist aus der Bahn geworfen wurden. Das ist eher eine Misere im Kopf. Und inzwischen kommt natürlich auch noch der Druck dazu, unbedingt gewinnen zu müssen.

Wie schwer wiegen Ihrer Meinung nach denn die Ausfälle eines Dominik Entelmann oder die noch nicht wieder ganz hergestellte Form von Daniel von Seggern oder von Alexander Klahr - und nicht zuletzt natürlich Ihr Fehlen?

Natürlich ist ein Dominik Entelmann nicht zu ersetzen. Seine kreativen Momente, sein Erfolgswille und sein Durchsetzungsvermögen kann man nicht so ohne weiteres kompensieren. Und sicherlich könnte ich, wenn ich denn fit bin, der Mannschaft helfen. Aber andererseits ist die Leistung der Mannschaft nicht von zwei oder drei Spielern abhängig.

Hatten Sie vor der Saison an die Möglichkeit eines solchen Tiefs überhaupt gedacht?

Ich hatte zwar nicht erwartet, dass wir wieder um die ganz vorderen Plätze mitspielen, bin aber jetzt schon überrascht. Die Lücken, die unsere Abgänge vor der Saison hinterlassen haben, konnten wir nicht so wie erhofft schließen. Dabei ist vor allem schade, dass unsere meiner Meinung nach guten jungen Neuzugänge einfach gar nicht die nötige Zeit bekommen konnten, um sich in einer Mannschaft zu entwickeln.

Wie schmerzlich ist es für Sie, Ihrer Mannschaft immer nur von der Bande aus zuzuschauen?

Ich würde der Mannschaft natürlich lieber auf dem Platz helfen, versuche jetzt aber eben zumindest mit meiner Anwesenheit moralische Unterstützung zu geben. Bislang war ich immer nur bei Heimspielen dabei, werde jetzt aber in dieser Phase auch zu den Auswärtspartien mitfahren. Irgendwie werde ich versuchen, mich mehr einzubringen.

Wann werden Sie Ihre Mannschaft wieder auf dem Platz unterstützen können?

Das wollte mir bislang keiner so richtig sagen. Ich hoffe natürlich, dass ich der Mannschaft noch in der laufenden Saison helfen kann.

Wie steht es denn zurzeit um Ihr Knie, und wie schätzen Sie Ihre ganz persönlichen Perspektiven ein?

Nachdem ich mir ja im Januar bei den Hallen-Landkreismeisterschaften mein Kreuzband angerissen hatte, bin ich vielleicht nach meiner ersten Operation wieder zu früh ins Training eingestiegen. Das ging nach Muskelaufbau auch einige Zeit lang gut. Aber im März ging dann ja gar nichts mehr. Da war selbst bei leichten Sprints einfach keine Stabilität mehr im Bein. Jetzt bekomme ich am 3. Dezember in Westerstede eine Kreuzbandplastik aus einem Muskel aus meinem Oberschenkel eingesetzt.

Das heißt, Ihr Ziel, es tatsächlich noch in der laufenden Saison zurück auf den Fußballplatz zu schaffen, dürfte recht ehrgeizig sein?

So richtig realistisch ist es wohl eher, wenn ich davon ausgehe, zur nächsten Serie wieder fit zu sein. Nach der Operation stehen auf jeden Fall erst einmal zwei, drei Monate Reha an, bevor ich überhaupt an richtiges Training denken darf. Ich will da diesmal auch auf gar keinen Fall wieder zu früh loslegen, denn schließlich schränkt mich eine solche Verletzung und das ganze Drumherum ja auch beruflich stark ein.

Wie geht es mit Ihrer Mannschaft jetzt weiter. Kann sie den Trend stoppen?

Ich hoffe es. Vielleicht gelingt es ja tatsächlich sogar jetzt gegen den Spitzenreiter Wildeshausen. Ein Derby ist immer etwas Besonderes. Vielleicht gibt es durch dieses Spiel ja den so wichtigen positiven Ruck.

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