Badminton-Mannschaft des TuS Varrel steigt ohne einen Punkt aus der Bezirksliga ab / Zukunft ungewiss Das nächste Kapitel der Negativspirale

Varrel. Als die 1:7-Niederlage beim TV Bremen-Walle 1875 II besiegelt war, hatten sie es überstanden. Es war eine gruselige Saison für die Badminton-Spieler des TuS Varrel.
21.03.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Das nächste Kapitel der Negativspirale
Von Dennis Schott

Als die 1:7-Niederlage beim TV Bremen-Walle 1875 II besiegelt war, hatten sie es überstanden. Es war eine gruselige Saison für die Badminton-Spieler des TuS Varrel. Die gerade erst aus der Landesliga abgestiegene Mannschaft war selbst eine Klasse tiefer auf gänzlich verlorenem Posten – sie hat in der vor acht Tagen beendeten Bezirksliga-Saison nicht einen einzigen Punkt eingefahren. Nicht einen. Es ist ohne jeden Zweifel der neuerliche Tiefpunkt in der Negativspirale der vergangenen Jahre.

Die Gründe für den Absturz sind nicht neu. Es mangelt generell am Zuwachs, aber auch am Nachwuchs, insbesondere dem weiblichen. Die Mannschaft, die über Jahre das Aushängeschild unseres Verbreitungsgebiets gewesen war, hatte schon damals, als sie noch in der Weserliga angesiedelt war, personelle Probleme. „TuS Varrel vor dem Aus“ titelte der WESER-KURIER bereits vor elf Jahren – zu einem Zeitpunkt, als der Verein gerade amtierender Meister der Weserliga, Bremens höchster Badminton-Spielklasse, war. Die Mannschaft konnte seinerzeit die Saison aber trotz der dünnen Personaldecke zumindest zu Ende spielen. Und auch wenn die Varreler danach unverhofften Zuwachs bekamen und sie sogar an zwei Aufstiegsrunden zur Oberliga teilnahmen, so stellte sich danach das gleiche Dilemma wie zuvor ein. Mehr noch: Es wurde gravierender. Mit der Folge, dass der TuS Varrel von der Weser- in die Kreisliga abgestiegen ist. Und in Anbetracht der vergangenen Null-Punkte-Saison überlegen die Verantwortlichen ernsthaft, die Mannschaft freiwillig in der 1. Kreisklasse anzumelden.

Theilen: „Es ist vorbei“

Von sportlichen Ambitionen vergangener Tage sind die Varreler jedenfalls weit entfernt. „In meinen Augen ist es vorbei“, sieht Dieter Theilen kaum noch eine Zukunft für leistungsorientierten Badminton im TuS Varrel. Er muss es wissen. Dieter Theilen hat die Sparte 40 Jahre lang angeführt, den Vorsitz erst im vergangenen Jahr abgegeben, ist der Abteilung als Manager der ersten Mannschaft aber noch sehr verbunden. Ob ihm, der die Sparte nachhaltig geprägt und sie zum Aushängeschild des Vereins gemacht hat, bei dieser Entwicklung nicht das Herz blute? „Natürlich“, gibt er unumwunden zu. Er spricht von einer Entwicklung, die „eigentlich absehbar“, aber zugleich „nicht aufzuhalten“ war. „Badminton beim TuS Varrel wird es noch länger geben“, sagt er, nur stelle sich die Frage, auf welchem Niveau dies der Fall sein wird. Bei der Suche nach talentierten Badmintonspielern habe man vergleichsweise einen echten Standortnachteil, sagt Dieter Theilen. Vereine wie der 1. Bremer BC, TV Bremen-Walle 1875 und nicht zuletzt Polizei SV, der sogar vier Seniorenteams im Ligabetrieb vorweist, hätten keine Nachwuchsprobleme. Auch der SC Weyhe, jahrelang nur zweite Größe im Norden des Kreises Diepholz, hat den TuS Varrel inzwischen als Nummer eins deutlich abgelöst. Selbst der Nachbarverein TuS Huchting habe mehr Möglichkeiten, urteilt Dieter Theilen. „Und wir können eben keine Gelder zahlen, um mögliche Verstärkungen nach Varrel zu holen“.

Neben Mark Theilen und Sven Bergengrün, die in dieser Saison für die einzigen Einzelpunkte gesorgt haben und schon zu glorreichen Niedersachsenliga-Zeiten dabei waren, ruhten die Hoffnungen eigentlich auf dem Talent Rene Mathar, der allerdings beruflich bedingt kaum trainiert hat und auch nicht immer zu den Punktspielen kommen kann. Auch ist die Zukunft der bei Routiniers nicht geklärt, da Theilen jr. (dauer-)verletzt und Bergengrün bereits über 50 Jahre alt ist. Noch dringlicher ist die Frage nach weiblichem Zuwachs, da die Varreler mit Sybille Westerhoff über nur eine Frau verfügen. Ein Badminton-Team braucht aber mindestens zwei Frauen. So kam es, dass der TuS Varrel in dieser Saison oft zwei Einzelpunkte freiwillig herschenkte, weil das Damendoppel und das -einzel nicht besetzt werden konnten. Zwar konnte die Mannschaft zuweilen auf weibliche Unterstützung aus der Reserve bauen, doch war diese in der Bezirksliga (nachvollziehbarerweise) überfordert. „Und so hat es eigentlich keinen Sinn mehr“, sagt Dieter Theilen. Gleichwohl berichtet er, dass die beiden Seniorenteams wohl zusammenbleiben wollen – trotz der zuletzt ernüchternden Saison.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+