Ultimate Frisbee

Das Runde fliegt ins Eckige

Seit vier Jahren spielt Amelie Hoffmann bereits diese Trendsportart, außerdem bietet sie die Sportart beim SC Wildeshausen an.
05.07.2017, 12:04
Lesedauer: 3 Min
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Von Nico Nadig
Das Runde fliegt ins Eckige

Amelie Hoffmann bietet beim SC Wildeshausen seit März dieses Jahres die Trendsportart Ultimate Frisbee an und sucht noch Mitspieler.

INGO MOELLERS

Wildeshausen. Mal macht sie einen Schlenker nach rechts, dann fliegt sie wieder viel zu hoch oder eiert in der Luft herum: Jeder, der schon mal mit seinen Freunden Frisbee gespielt hat, weiß wohl, wie schwierig das manchmal sein kann. Denn die Scheibe landet meistens nicht da, wo sie eigentlich hin soll. Anders schaut das dagegen bei Amelie Hoffmann aus: Sie wirft die gewölbte Plastikscheibe punktgenau in den Lauf ihres Partners. Zugegeben, die 27-Jährige hat das Spielgerät nicht zum ersten Mal in der Hand. Seit vier Jahren spielt Hoffmann bereits Ultimate Frisbee, außerdem bietet sie die Sportart beim SC Wildeshausen an.

Sonderlich lange existiert diese Sparte im Verein noch nicht – genauer gesagt erst seit Mitte März dieses Jahres. Und bislang ist die Mitgliederzahl auch eher überschaubar, zum Training kommen im Schnitt fünf Leute. „Mir war bewusst, dass es dauern würde, bis diese Sportart wirklich ankommt. Ich habe auf Mundpropaganda gehofft“, erklärt die 27-Jährige. Richtiges Spielen sei daher zurzeit kaum möglich, dafür bräuchte man zumindest zehn Leute.

Aber wie funktioniert Ultimate Frisbee eigentlich? Ein kurzer Regelüberblick: Wenn draußen gespielt wird, stehen sich zwei Teams mit normalerweise jeweils sieben Spielern gegenüber. Das Feld ist dabei genauso lang, aber nur halb so breit wie ein Fußballplatz. Außerdem befindet sich an den beiden Enden jeweils eine viereckige Endzone. Während die eine Mannschaft angreift und versucht, besagte Endzone zu erreichen, will das andere Team die Scheibe erobern und seinerseits in die Endzone befördern. „Sobald man die erreicht hat, bekommt man einen Punkt“, erklärt Hoffmann. Das Runde muss ins Eckige – eine Fußball-Phrase, die also auch ihre Gültigkeit beim Ultimate Frisbee besitzt.

Nun hört sich Ultimate Frisbee erst einmal relativ simpel an, aber weit gefehlt. Denn neben den verschiedenen Taktiken existieren auch noch mehrere unterschiedliche Wurftechniken, die je nach Spielsituation eingesetzt werden können. „Der Wind hat einen Einfluss, außerdem muss man schauen, wie der Verteidiger steht. Wie ich werfe, hängt davon ab, welche Seite er mir dafür anbietet“, erklärt Hoffmann. Aber nicht nur das macht den Sport anspruchsvoll: Die Plastikscheibe wird nicht etwa im Stehen, sondern im Laufen gefangen. Eine Herausforderung für den Werfer und natürlich auch für den Fänger. Hoffmann: „Da geht es dann ums richtige Timing. Letztlich ist Ultimate Frisbee unheimlich variabel.“ Das ist nur einer der Punkte, die Hoffmann so an dem Sport schätzt. „Es gibt für nahezu alle Spielsituationen verschiedene Möglichkeiten. Mir gefällt auch, dass man sich viel bewegt. Eigentlich sprintet man andauernd. Außerdem geht es auf dem Feld sehr fair zu.“ Denn Ultimate Frisbee wird nahezu ohne Körperkontakt gespielt. Nach den Worten Hoffmanns steht Fair-Play im Vordergrund.

Wie kam sie aber überhaupt zu dem Sport, der in Deutschland zwar an Popularität gewinnt, trotzdem noch vielen Menschen unbekannt ist? Hoffmann erklärt: „Ich habe Ultimate Frisbee zum ersten Mal in einem Park in Hamburg gesehen. Mich hat das interessiert, und ich wollte es mal ausprobieren.“ Doch es dauerte noch mal etwas, bis sie die Plastikscheibe tatsächlich in die Hand nahm. Erst nach dem Besuch einer Freundin in Mexiko schloss sie sich dem Team Hamburg Fischkutter an. „Meine Freundin hat das auch in Mexiko gespielt, und dann wollte ich es wirklich machen.“ Seitdem lässt sie der Sport nicht mehr los, wenngleich er für sie nur ein Hobby ist. Manchmal besuche sie Turniere, doch auch dort stehe der Spaß an erster Stelle. „Ich habe schon immer gerne Sport gemacht, aber noch nie war ich bei einer Sache so sehr dabei“, schwärmt sie vom Ultimate Frisbee.

Deshalb gründete die 27-Jährige auch die Sparte beim SC Wildeshausen. Hoffmann: „Die Überlegung gab es schon länger, weil Oldenburg oder Bremen zu weit weg sind. Und es tat mir einfach weh, wohin zu gehen, wo ich dem Sport nicht mehr nachgehen kann.“ Nun wünsche sie sich, dass noch der eine oder andere mehr mitmacht. Wer Interesse hat, sei jederzeit beim Training willkommen, betont Hoffmann.

Trainiert wird immer sonntags von 15.30 Uhr bis 17.30 Uhr. „Wir sind da aber flexibel. Wenn es eine Zeit geben sollte, die für die meisten besser ist, dann können wir gerne darüber reden“, erklärt Hoffmann. Bei schönen Wetter wird im Burgbergpark trainiert, bei schlechtem in der Halle der Wallschule. Weitere Informationen gibt es in der Facebookgruppe „Ultimate Frisbee - SC Wildeshausen“ oder auf der Website: www.sc-wildeshausen.de.

„Es gibt für nahezu alles verschiedene Möglichkeiten.“ Amelie Hoffmann, Frisbee-Spielerin
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