Nach der schwächsten Halbzeit der Saison ist Werders U 23 mit dem 1:1 gegen Chemnitz gut bedient

Das Siegen verlernt

Bremen. Nach einer richtig schlechten Halbzeit ist ein Fußballtrainer eigentlich zufrieden, wenn nach 90 Minuten ein Punktgewinn steht. Tatsächlich konnte Werders U 23 unter dem Strich auch recht gut leben mit dem 1:1 (0:1)-Heimremis gegen den Chemnitzer FC.
01.10.2017, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Stefan Freye
Das Siegen verlernt

Ole Käuper freut sich nach seinem zum 1:1 verwandelten Elfmeter.

Oliver Baumgart (hansepixx.de)

Bremen. Nach einer richtig schlechten Halbzeit ist ein Fußballtrainer eigentlich zufrieden, wenn nach 90 Minuten ein Punktgewinn steht. Tatsächlich konnte Werders U 23 unter dem Strich auch recht gut leben mit dem 1:1 (0:1)-Heimremis gegen den Chemnitzer FC. „Aber ich bin nie zufrieden, wenn wir nicht gewinnen“, betonte Florian Kohfeldt. Das konnte man allerdings nachvollziehen.

Zwar räumte der Trainer ein, dass sein Team vor der Pause „die schlechteste Halbzeit der Saison“ gespielt hatte. Aber es gab ja noch diese eine Szene, die nachher für Gesprächsstoff sorgen sollte. Denn sechs Minuten vor dem Ende war der eingewechselte Isiah Young mal wieder mit viel Tempo in den Strafraum des Gegners eingedrungen und gestoppt worden. Dass Marc Endres dabei einen Schritt in die Laufrichtung des Bremer Angreifers gemacht und den Ball nicht erreicht hatte, deutete auf einen klaren Strafstoß hin. Für Ole Käuper stand später jedenfalls fest: „Den muss man geben.“ Auch Young selbst war der Ansicht, dass er einen Strafstoß hätte bekommen können, und für Kohfeldt war es zumindest „gefühlt ein Elfmeter“.

Warum Schiedsrichter Benjamin Bläser weiterspielen ließ, obwohl er die Szene doch aus nur fünf Metern beobachtet hatte? Vermutlich wollte er keinen zweiten Pfiff, weil er kurz zuvor in einer sehr ähnlichen Situation bereits auf einen Strafstoß entschieden hatte. Denn zum Ausgleich war Werder gekommen, nachdem Ole Käuper einen von Fabio Leutenecker an Young verwirkten Foulelfmeter sicher verwandelt hatte.

Eine gute Begründung für die zweite, falsche Entscheidung war das natürlich nicht, und so hatte die U 23 durchaus Pech. Aber allein daran lag es natürlich nicht, dass die Punkte geteilt wurden. Zwar hatte sich der Gastgeber nach dem Wechsel gesteigert und war zu mehr Offensivszenen gekommen. Doch auch der Chemnitzer FC besaß in Halbzeit zwei noch die ein oder andere Möglichkeit. Und im ersten Durchgang, da hatte der engagierte Gast das Spiel eindeutig dominiert.

Dabei war Werder angetreten, um endlich den ersten Sieg nach sechs Spielen, ohne dreifachen Punktgewinn zu erzwingen. Doch bereits zu Beginn der ersten Halbzeit stand fest, dass Werder allein mit spielerischen Mitteln wohl auch im siebten Spiel ohne Erfolg bleiben würde. Eine Erkenntnis, die sich in den Reihen der grün-weißen Spieler offenbar aber nicht so recht durchsetzen konnte. Zwar gestaltete der Gastgeber das Geschehen nach der Großchance für CFC-Stürmer Daniel Frahn (11.) einigermaßen ausgeglichen. Doch angesichts der unkonzentrierten Offensivbemühungen blieben Werder-Chancen im gesamten ersten Durchgang Mangelware.

Das Spiel gegen den Ball war nicht viel besser. Wie nachlässig der Gastgeber verteidigte, war auch beim Chemnitzer Treffer zu beobachten. Auf der rechten Angriffsseite hatte Leutenecker keine Probleme, den Bremer Leon Jensen mit einer einfachen Körpertäuschung auszutanzen, und in der Mitte ging Jannis Vollert nicht konsequent in das Luftduell gegen Myroslav Slavov. Also kam der CFC-Stürmer zum Kopfball und überwand Eric Oelschlägel mit einer Bogenlampe in den Torwinkel.

In der Folge wurde es sogar noch schlimmer. Angesichts der Bremer Verunsicherung, die nun oft in Konfusion mündete, war Werder mit dem knappen Rückstand noch gut bedient. Bei den Chancen für Björn Kluft (32.), Slavov (35.) und Florian Hansch (41.) fehlte jedenfalls nicht viel zum zweiten Chemnitzer Treffer – und der hätte wohl für eine Vorentscheidung gesorgt.

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