Nachgefragt bei Uwe Hammes: Trainer des VfL Stenum erwartet heute Antworten und Erklärungen seiner Spieler 'Das war ein kollektives Versagen'

Es sieht ganz danach aus, als ob der Zug Richtung Titel wieder einmal ohne den VfL Stenum abgefahren ist. Der Fußball-Bezirksligist enttäuschte am Sonntag auf ganzer Linie und leistete sich eine 2:3-Pleite gegen den TuS Obenstrohe. Wie ist dieser schwache Auftritt zu erklären? Hat Stenum jetzt überhaupt noch eine Chance, Druck auf die führenden Teams VfB Oldenburg II und TuS Heidkrug auszuüben? Und kann der VfL den Rot-Weißen im mit Spannung erwarteten Derby morgen überhaupt Paroli bieten? Zu diesen Fragen nimmt Stenums Trainer Uwe Hammes (42) in einem Gespräch mit unserem Redakteur Oliver Meibohm Stellung.
20.04.2010, 00:20
Lesedauer: 3 Min
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Es sieht ganz danach aus, als ob der Zug Richtung Titel wieder einmal ohne den VfL Stenum abgefahren ist. Der Fußball-Bezirksligist enttäuschte am Sonntag auf ganzer Linie und leistete sich eine 2:3-Pleite gegen den TuS Obenstrohe. Wie ist dieser schwache Auftritt zu erklären? Hat Stenum jetzt überhaupt noch eine Chance, Druck auf die führenden Teams VfB Oldenburg II und TuS Heidkrug auszuüben? Und kann der VfL den Rot-Weißen im mit Spannung erwarteten Derby morgen überhaupt Paroli bieten? Zu diesen Fragen nimmt Stenums Trainer Uwe Hammes (42) in einem Gespräch mit unserem Redakteur Oliver Meibohm Stellung.

2:3 gegen Obenstrohe - haben Sie 24 Stunden nach dieser Pleite überhaupt schon eine Erklärung für den schwachen Auftritt Ihrer Mannschaft?

Uwe Hammes: Nein, die habe ich bis heute nicht. Ich weiß nur, dass ich sehr enttäuscht von meiner Mannschaft bin. Ein Fitnessproblem war es jedenfalls nicht. Deshalb hoffe ich, dass mir meine Spieler heute beim Training erklären können, warum sie solch eine desolate Leistung geboten haben. Wenn sich von insgesamt 14 Leuten nur der Torwart in guter Form präsentiert, kann jedenfalls irgendetwas nicht stimmen. Das war ein kollektives Versagen.

Ist Ihre Mannschaft vielleicht dem Druck, den der VfB Oldenburg II und der TuS Heidkrug durch ihre Siegesserien von Woche zu Woche erhöht haben, nicht gewachsen?

Ich glaube, das man das knallhart so sagen muss, obwohl ich das nach wie vor nicht verstehen kann. Aber unter dem Strich muss ich einigen Spielern doch die Qualität absprechen und komme zu der Erkenntnis, dass es für ganz oben eben nicht reicht. Immer, wenn wir etwas erreichen können, kommt dieser Bruch.

Wie schätzen Sie jetzt noch die Titelchancen ein?

Für mich gibt es überhaupt keine Chance mehr. Wir müssten doch schon alle zehn restlichen Spiele gewinnen und 30 Punkte holen. Es sieht danach aus, dass wir wieder einmal nur um die goldene Ananas spielen.

Und wie wollen Sie es schaffen, Ihre Spieler für das morgige Derby gegen Heidkrug wieder aufzurichten, damit es keinen weiteren Rückschlag gibt?

In der Regel brauche ich als Trainer vor einem Derby gar nicht viel zu reden. Solch ein Spiel ist immer Motivation genug. Ich weiß aber nicht, was in den Köpfen meiner Jungs vorgeht. Ich weiß nur: Wer morgen gegen Heidkrug auf dem Platz steht, der muss 110 Prozent Kampf und auch Herz mitbringen. Dabei ist noch gar nicht klar, wen ich überhaupt aufstellen kann.

Weil der VfL Stenum auch personell mittlerweile auf dem Zahnfleisch kriecht?

Genau, so ist es. Marco Reuschler, Marc-André Klahr und Stefan Buß fehlen ohnehin schon länger. Auch Daniel von Seggern war zuletzt nicht dabei. Jetzt hat sich Daniel Isenberg auch noch einen Muselfaserriss zugezogen, und bei Rouven Heidemann und Alex Klar sieht es ebenfalls nicht sonderlich gut aus. Da geht natürlich schon Qualität verloren, und mir bleiben nur noch 13 gesunde Spieler einschließlich des Torhüters.

Was macht Sie optimistisch, dass Sie unter diesen Voraussetzungen gegen Heidkrug überhaupt eine Chance haben?

Weil auch die Spieler, die auf dem Platz stehen werden, eine gewisse Qualität mitbringen. Aber zunächst muss die Einstellung stimmen, sonst gewinnen wir morgen keinen Blumentopf. Ich erwarte gegen Heidkrug natürlich auch eine Trotzreaktion. Aber in dieser Hinsicht sind in erster Linie die Spieler gefordert. Auf dem Platz können mein Co-Trainer Thomas Baake und ich nicht mehr helfen.

Noch einmal zurück zum Obenstrohe-Spiel: Auffällig war, dass in den entscheidenden Momenten niemand das Zepter in die Hand genommen und sich aufgebäumt hat. Sind Sie deshalb besonders enttäuscht von ihren Führungsspielern wie Christof Herbec und Dominik Entelmann?

Na klar bin ich auch von ihnen sehr enttäuscht. Christof und Dominik bringen eigentlich eine riesen Qualität mit, sie können eine Mannschaft mitreißen, haben das gegen Obenstrohe jedoch nicht einmal ansatzweise unter Beweis gestellt. Aber viele talentierte Fußballer bringen heute eine Mentalität mit, mit der ich nur ganz schwer umgehen kann. Aber trotz aller berechtigter Kritik will ich eines klarstellen: Ich stelle mich immer vor meine Truppe. Das ist meine Mannschaft, zu der ich zu 100 Prozent stehe.

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