Unser Spieler der Woche: Tobias Ehrhardt vom Fußball-Kreisligisten SC Twistringen trifft trotz Grippe zum Sieg Dauerläufer mit Kämpferherz

Twistringen. Irgendwann hatte Tobias Ehrhardt nur noch den Wunsch, unter die Dusche zu gehen. Doch Kevin Krowiorsch, Trainer des Fußball-Kreisligisten SC Twistringen, tat seinem grippegeschwächten Schützling einfach nicht den erhofften Gefallen. "Ich war schon überrascht, dass mein Name bei den drei Auswechslungen nicht dabei war", erinnert sich der 22-Jährige schmunzelnd zurück. Dass der Coach auf diesen Schritt verzichtete, sollte sich letztlich auszahlen. In der 92. Minute avancierte Ehrhardt zum Mann des Spiels, indem er gegen den SV Mörsen-Scharrendorf zum 2:1-Siegtreffer einnetzte.
08.03.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Dauerläufer mit Kämpferherz
Von Malte Bürger

Twistringen. Irgendwann hatte Tobias Ehrhardt nur noch den Wunsch, unter die Dusche zu gehen. Doch Kevin Krowiorsch, Trainer des Fußball-Kreisligisten SC Twistringen, tat seinem grippegeschwächten Schützling einfach nicht den erhofften Gefallen. "Ich war schon überrascht, dass mein Name bei den drei Auswechslungen nicht dabei war", erinnert sich der 22-Jährige schmunzelnd zurück. Dass der Coach auf diesen Schritt verzichtete, sollte sich letztlich auszahlen. In der 92. Minute avancierte Ehrhardt zum Mann des Spiels, indem er gegen den SV Mörsen-Scharrendorf zum 2:1-Siegtreffer einnetzte.

"Tobias war bereits in der Halbzeit richtig platt, aber auf Grund verschiedener Ausfälle konnte ich auf ihn einfach nicht verzichten", erklärte Krowiorsch. Bei dem Rechtsaußen konnte er das Risiko allerdings auch eingehen, davon war der Übungsleiter überzeugt. "Er ist konditionell unheimlich stark und hat einen ganz starken Willen." Darüber hinaus hatte Ehrhardt vor der Partie grünes Licht gegeben, ein gesundheitliches Risiko habe jedenfalls nicht bestanden, so der 22-Jährige. "Ich habe lediglich eine Woche nicht trainiert, das macht sich bemerkbar."

Das hielt den Twistringer jedoch nicht davon ab, in der Partie gegen seinen Ex-Klub 90 Minuten Vollgas zu geben und die Rasenfläche rauf und runter zu rennen. Tobias Ehrhardt besitzt allerdings auch die notwendigen Grundlagen. Läuferisch macht ihm so schnell keiner etwas vor, im Alter zwischen 17 und 19 Jahren war er sogar in der Leichtathletik-Abteilung des SV Werder Bremen unterwegs. "Aus schulischen Gründen fehlte dann allerdings die Zeit, ich habe mich dann nur noch aufs Fußballspielen beschränkt", erinnert sich Ehrhardt zurück.

So ganz hat er seine zweite Leidenschaft aber nie aus den Augen verloren. "Mitunter ist er der einzige, der sich richtig auf die Laufeinheiten freut, während die anderen eher murren", meint Krowiorsch lachend. "Besonders gern denke ich allerdings an ein Erlebnis aus dem vergangenen Jahr zurück. Da ist er erst einen Halbmarathon in Bremen gelaufen, anschließend hat er noch für uns gegen den SV Bruchhausen-Vilsen gespielt - und sogar getroffen."

Als die Twistringer im Sommer 2009 unwissend in ihre vorerst letzte Bezirksoberligasaison gingen, führte Ehrhardts Weg vom SVMS zum SCT. "Das war eine unheimlich schöne Sache in dieser Klasse zu spielen", sagt er, obwohl die Startformation vorrangig anderen Akteuren gehörte. "Es war richtig toll, dass unser Trainer Uwe Küpker uns damals immer wieder Gelegenheiten gegeben hat, Erfahrungen zu sammeln."

In der laufenden Kreisligasaison zählt der Auszubildende zum Elektroniker für Betriebstechnik zu den Stützen des SC Twistringen. "Anfangs musste ich ihn vermehrt defensiv einsetzen, aber er hat seine Sache unheimlich gut und diszipliniert durchgezogen", lobt Krowiorsch den vorbildlichen Einsatz seines Youngsters. "Diesen Eifer sieht man aber auch außerhalb des Feldes. Er kommt zu jedem Training mit dem Rad - bei Wind und Wetter. Wenn er die Kabine betritt, hat er immer gute Laune, das ist beeindruckend. Tobias ist ein unheimlich positiver Typ. Das wirkt sich bestens auf die Mannschaft aus und steigert seinen persönlichen Stellenwert im Team." Das hat sich auch spätestens nach dem Siegtreffer bestätigt, als der nahezu komplette Kader den Torschützen jubelnd unter sich begrub. "Um ein paar neue blaue Flecke bin ich dabei nicht herumgekommen", erzählt Ehrhardt schmunzelnd.

Doch nicht nur die Mitspieler können sich bei dem 22-Jährigen etwas abschauen. Umgekehrt saugt Ehrhardt ebenfalls jede Information auf, die er kriegen kann. "Besonders von den älteren Spielern lernt man unheimlich viel", schildert er. Und dass es Verbesserungsbedarf gibt, da sind sich Trainer und Spieler einig. "Im fußballerischen Bereich hapert es noch etwas", hat Krowiorsch beobachtet, und Ehrhardt ergänzt: "An der Technik muss ich auf jeden Fall noch arbeiten, besonders in Sachen Ballabschirmung unterlaufen mir noch einige Fehler." Aber Tobias Ehrhardt ist positiv gestimmt, dass diese Quote weiter abnehmen wird und er zum erhofften Platz im gesicherten Ligamittelfeld beitragen kann. An seinem kämpferischen Einsatz soll es jedenfalls nicht hapern.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+