Vier Antworten auf die Frage: Welche elf Spieler sind derzeit die besten Fußballer der Stadt? Delmenhorster Dreamteams

Die Frage wird auf den Delmenhorster Fußballplätzen gerne und ausgiebig diskutiert: Was wäre möglich, wenn sich alle Vereine der Stadt zusammentun und ihre besten Spieler zur Verfügung stellen würden? Gäbe es dann wieder einen Landesligisten oder sogar einen Oberligisten? Für den DELMENHORSTER KURIER haben sich Kenner der Szene mit dieser Frage beschäftigt und ihre Dreamteams aufgestellt.
05.04.2014, 00:00
Lesedauer: 4 Min
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Delmenhorster Dreamteams
Von Christoph Bähr

Die Frage wird auf den Delmenhorster Fußballplätzen gerne und ausgiebig diskutiert: Was wäre möglich, wenn sich alle Vereine der Stadt zusammentun und ihre besten Spieler zur Verfügung stellen würden? Gäbe es dann wieder einen Landesligisten oder sogar einen Oberligisten? Für den DELMENHORSTER KURIER haben sich Kenner der Szene mit dieser Frage beschäftigt und ihre Dreamteams aufgestellt.

Die Vorgaben klingen einfach: Bilde eine Mannschaft mit realistischem Spielsystem aus elf Fußballern, die aktuell für einen Delmenhorster Verein spielen. Dieser nur auf den ersten Blick simplen Aufgabe stellten sich auf Nachfrage unserer Zeitung möglichst neutrale Experten, die dabei mächtig ins Grübeln gerieten. Zu einem vorzeigbaren Ergebnis kamen letztlich aber alle.

Die Wunschelf der Schiedsrichter

Sven Schlickmann (SV Tungeln) und Lukas Tepe (VfL Wildeshausen) müssen unparteiisch sein, sie sind schließlich Schiedsrichter. Woche für Woche erleben sie die Delmenhorster Fußballer in der Kreis- und Bezirksliga hautnah. Ihr Dreamteam stellten sie vor allem nach Leistungskriterien zusammen. „Natürlich haben wir aber niemanden genommen, der uns schon negativ durch Disziplinlosigkeiten aufgefallen ist“, erklärt Schlickmann. Im Tor fiel die Wahl auf David Lohmann vom Kreisliga-Zweiten SV Atlas Delmenhorst. Mikel Kirst vom Bezirksligisten SV Tur Abdin spiele ähnlich stark, sei aber in dieser Saison länger verletzt gewesen, sagt Schlickmann.

Die beiden Unparteiischen setzen auf ein 3-4-3-System mit Atlas-Verteidiger Philip Stephan („sehr zuverlässig“), Semih Özer vom KSV Hicretspor und Mert Tunc vom SV Baris („beide sind ganz starke Fußballer“) in der Dreierkette. Das Mittelfeld ist mit den technisch beschlagenen Daniel von Seggern (SV Atlas), Mert Caki (SV Baris) und Can Blümel (Tur Abdin) sehr offensiv ausgerichtet. Dazu kommt Routinier Christian Goritz vom TuS Heidkrug, der dafür bekannt ist, gerne mit den Schiedsrichtern zu diskutieren. „Das ist manchmal zwar etwas anstrengend, aber bei ihm bleibt alles im Rahmen“, betont Schlickmann. Im Sturm setzen die Referees auf den einzigen Spieler, der es in alle vier Dreamteams geschafft hat: Dominik Entelmann. Dem Atlas-Torjäger, der bereits 26 Treffer auf dem Konto hat, stehen Teamkollege Marc Pawletta („mannschaftsdienlich“) und Abdin-Angreifer Mikael Blümel („torgefährlich“) zur Seite.

Die Wunschelf der Journalisten

Die Sportredakteure Daniel Cottäus und Christoph Bähr begleiten das Delmenhorster Fußballgeschehen seit fast drei Jahren als Berichterstatter. Für die Torhüterposition standen bei ihnen Abdin-Keeper Mikel Kirst und Thorben Riechers vom Bezirksliga-Schlusslicht TV Jahn Delmenhorst zur Debatte. Beide spielen auf einem ähnlich hohen Niveau. Für Riechers sprach, dass er in der schwierigen Situation des TV Jahn vorangeht. Trotz vieler Niederlagen und Gegentore gehört er stets zu den besten Akteuren auf dem Platz.

In der Viererkette steht in Heidkrugs Selim Karaca ein echter Anführer, der seine Mitspieler dirigieren kann. Semih Özer glänzte bislang nicht nur als guter Defensivspieler, sondern auch als neunfacher Torschütze. Der baumlange Baris-Verteidiger Sinan Uygun besticht durch körperliche Präsenz. Thomas Mutlu vom SV Atlas steht für Zuverlässigkeit und Vielseitigkeit.

Das Mittelfeld ist geprägt von Lenkern und Denkern: Adrian Mazur zieht bei Rot-Weiß Hürriyet die Fäden, über Can Blümel laufen bei Tur Abdin fast alle Angriffe, und Daniel von Seggern ist der Kopf des Atlas-Spiels sowie ein genialer Freistoßschütze. Dazu kommt in Mert Caki ein schneller, torgefährlicher Akteur. Im Angriff führt an Dominik Entelmann und seiner eingebauten Torgarantie kein Weg vorbei. Sein Sturmpartner ist der 41-jährige Christian Goritz, der es dank seiner Abgeklärtheit und Schlitzohrigkeit bereits auf 20 Saisontreffer bringt.

Die Wunschelf des Funktionärs

Als stellvertretender Vorsitzender des Fußballkreises Oldenburg-Land/Delmenhorst muss Erich Meenken alle Klubs gleich behandeln. Auch wenn er zudem der Chef des Delmenhorster TB ist, legte er bei der Zusammenstellung seines Dreamteams die Vereinsbrille zur Seite. Kein DTB-Spieler schaffte es in Meenkens Mannschaft. „Wir müssen erstmal wieder in die Kreisliga kommen“, sagt er. Für die besten Torhüter der Stadt hält Meenken Mikel Kirst und David Lohmann. „Vom Talent her liegt Kirst vielleicht ein kleines Stück vorne“, begründet er seine Wahl.

Auch Meenken bevorzugt ein 4-4-2-System. In die Abwehr zieht er Mittelfeldspieler Adrian Mazur und Offensivmann Christian Goritz zurück, die beide schon als Verteidiger aushalfen. Dazu kommt das Atlas-Duo Florian Knipping und Niclas Baumeister („Beide zeigen sehr stabile Leistungen“). Im defensiven Mittelfeld agiere Paul Leis von Tur Abdin zwar unauffällig, aber enorm mannschaftsdienlich. An Mert Caki, Can Blümel und Kevin Radke schätzt Meenken die technische Versiertheit. Als Stürmer stellt er den obligatorischen Dominik Entelmann und Mikael Blümel auf, der es in seiner ersten Bezirksliga-Saison auf stolze 16 Tore für Tur Abdin bringt.

Die Wunschelf des Trainers

Seit er nicht mehr Trainer des TuS Heidkrug ist, genießt Matthias Trätmar die neu gewonnene Freizeit am Wochenende. Die Delmenhorster Fußballszene kann er nun entspannt aus einer gewissen Distanz verfolgen. „Es gibt viele gute Spieler, aber auch die Persönlichkeit gehört dazu“, betont der frühere Atlas-Regisseur. Trätmar fiel es besonders schwer, sich festzulegen. Für das Tor nominierte er David Lohmann, Thorben Riechers und Mikel Kirst, der die Nummer eins ist. Im Abwehrzentrum stehen Arnold Koletzek vom TV Jahn („ein guter Defensivmann“) und Florian Knipping. Als Linksverteidiger stellte der Ex-Coach den kampfstarken Fabian Borrmann vom SV Atlas auf. Rechts verteidigt der zuverlässige Andre Barysch von Trätmars früherem Verein TuS Heidkrug. Auch Marcel Maus von Tur Abdin gehöre zu den besten Defensivspielern der Stadt, betont er.

Eine Doppelsechs bilden Paul Leis und der Heidkruger Philipp Kahlert. Davor agieren dessen Teamkollege Nils Giza und Kevin Radke vom SV Atlas. Auch den derzeit verletzten Abdin-Akteur Christian Kaya, Can Blümel und Adrian Mazur könnte sich Trätmar in seinem Mittelfeld gut vorstellen. Vorne setzte er auf Entelmann und – etwas überraschend – auf Dennis Kuhn, der beim SV Baris keinen Stammplatz besitzt. „Er ist aber ein sehr guter Fußballer“, unterstreicht Trätmar. Auch die Heidkruger Christian Goritz und Waldemar But sowie Pascal Zoll vom Delmenhorster TB seien starke Offensivspieler. Trätmar ist überzeugt davon, dass sich in Delmenhorst ein schlagkräftiger 22-Mann-Kader zusammenstellen ließe. „Die Landesliga wäre damit sicher zu schaffen“, glaubt er.

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