Fußball-Weltmeisterschaft Delmenhorster Trainer trauen Deutschland mindestens das Viertelfinale zu

Delmenhorst. Endlich rollt der Ball. Doch für viele Fans fängt die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika erst so richtig an, wenn Deutschland in das Turnier eingreift. Australien heißt heute um 20.30 Uhr der erste Gegner für die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw.
13.06.2010, 08:27
Lesedauer: 3 Min
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Von Oliver Meibohm

Delmenhorst. Endlich rollt der Ball. Doch für viele Fans fängt die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika erst so richtig an, wenn Deutschland in das Turnier eingreift. Australien heißt morgen um 20.30 Uhr der erste Gegner für die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw. Anschließend wartet Serbien, zum Abschluss der Gruppenphase Ghana. Und wie geht es dann weiter für den dreimaligen Weltmeister? Oder: Geht es danach überhaupt noch weiter? Ja, es geht weiter für das DFB-Team - glauben zumindest die befragten Trainer aus Delmenhorst.

'Deutschland kommt auf jeden Fall unter die letzten Acht', ist Edib Özcan überzeugt. 'Danach ist alles möglich'. Der Co-Trainer des Kreisligisten SV Tur Abdin schätzt aber vor allem Argentinien und Brasilien 'sehr stark' ein und hat auch Europameister Spanien auf der Rechnung, 'obwohl die bei einer WM bislang ja nichts gerissen haben'. Özcan will sich die Partien der DFB-Elf zusammen mit Freunden im Vereinsheim der Aramäer an der Elsflether Straße auf einer Großbildleinwand anschauen. 'Das verbinden wir meistens mit einer Grillfeier', sagt er. Hat Joachim Löw die richtigen Spieler für die WM nominiert? 'Ja, das hat er', glaubt Edib Özcan, der jedoch einen Stürmer in Südafrika vermisst. 'Kevin Kuranyi hätte eine Chance bekommen müssen.'

Frank Lenk, der zurzeit Urlaub in der Schweiz macht, sieht das anders. 'Joachim Löw hat die richtigen Spieler mitgenommen, man sollte Vertrauen in seine Entscheidungen haben. Aber Diskussionsstoff hat es immer schon gegeben.' Der 51-Jährige, der zuletzt den Bezirksligisten RW Hürriyet trainierte, hat mit Portugal einen absoluten Geheimfavoriten auf dem Papier ('Die spielen sehr guten Fußball und treten als Mannschaft geschlossen auf') und traut Deutschland nach einigem Zögern den Sprung ins Viertelfinale zu. 'Von der Qualität des Teams bin ich aber nicht unbedingt überzeugt. Es müssen schon viele Dinge zusammen kommen, um mehr zu erreichen. Vor allem der Ausfall von Michael Ballack wiegt schwer.'

Wesentlich optimistischer ist Detlev Garmhausen. 'Wir kommen ins Finale, weil wir eine gute Mannschaft haben', sagt der Trainer des Bezirksligisten TuS Heidkrug. Sein Wunschgegner im Endspiel ist Spanien. 'Das wäre gleichzeitig eine gute Revanche für die Europameisterschaft.' Aber auch die Niederlande stehen bei ihm hoch im Kurs ('Das ist eine starke Truppe'). Garmhausen schaut sich die WM-Spiele übrigens am liebsten alleine vor dem Fernseher an. 'Ich bin nicht der Typ, der sich vor eine große Leinwand stellt. Da wird mir zu viel gequatscht.' Namen im aktuellen DFB-Team vermisst der TuS-Trainer nicht. 'Torsten Frings hat sich selber rausgeschossen, darüber brauchen wir nicht zu diskutieren. Joachim Löw hat alles richtig gemacht, das passt 100-prozentig zusammen.'

Beim Thema Torsten Frings scheiden sich die Geister. 'Ich hätte ihn auf jeden Fall mitgenommen, genau wie Kevin Kuranyi. Bei solch einem Turnier ist Erfahrung sehr wichtig', sagt Matthias Kaiser. Der Coach des Bezirksligisten TV Jahn Delmenhorst traut Argentinien, Brasilien, Spanien und den Niederlanden den Sprung ins Halbfinale zu und geht davon aus, dass für Deutschland eine Runde vorher Schluss ist. 'Ich glaube, dass wir vor allem im Defensivbereich Probleme bekommen werden. Und eine WM wird eben über die Abwehrleistung entschieden.' Der 39-Jährige schaut sich das erste Spiel der Jogi-Jungs zusammen mit Nachbarn an und fliegt danach mit seiner Familie in den Urlaub in die Türkei. 'Dafür habe ich mir extra ein Deutschland-Trikot gekauft und freue mich schon darauf, dort mit vielen Leuten aus anderen Ländern die WM zu verfolgen.'

Soll Miroslav Klose von Beginn an spielen? Oder hätte für ihn ein anderer Stürmer mit nach Südafrika gemusst? Matthias Trätmar stellt sich solche Fragen gar nicht erst. 'Was andere sagen, ist doch nebensächlich. Der Bundestrainer hat sich entschieden und kann nur 23 Spieler mitnehmen. Mit seiner Wahl bin ich durchaus einverstanden', sagt der künftige Trainer des Bezirksligisten VfL Stenum. Der 44-Jährige hält es realistisch, dass Deutschland das Viertelfinale erreicht. 'Von da ab ist dann vieles möglich', schmunzelt Trätmar, der auch Spanien, Brasilien, Italien, Argentinien und die Niederländer zu den Favoriten zählt. 'Und vielleicht kommt wieder eine Mannschaft ganz weit, die im Moment noch niemand auf dem Zettel hat.'

Könnte eines dieser Teams Griechenland heißen? 'Das glaube ich nicht', schüttelt Stacy Sillektis den Kopf. Der Basketball-Coach der Delmenhorster 'Devils' ist gebürtiger Grieche, wäre aber schon froh, 'wenn die Mannschaft die Gruppenphase gegen Argentinien, Nigeria und Südkorea übersteht'. Sillektis gibt offen zu, 'dass bei mir zwei Herzen in einer Brust schlagen' und nennt sein Traumfinale: Deutschland gegen Griechenland. '2004 gelang den Griechen bei der Europameisterschaft ein Wunder, aber Wunder gibt es leider nicht so häufig...'

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