Marvin Osei, Marco Prießner und Lukas Matta spielen für den aktuellen Landesliga-Spitzenreiter TSV Oldenburg Delmenhorster Trio träumt vom Titel

Oldenburg. Wenn Andre Schmitz von seinem Wohnort Seckenhausen zum Training fährt, macht der Trainer des Fußball-Landesligisten TSV Oldenburg jedes Mal noch einen kleinen Schlenker. In Delmenhorst sammelt er seine drei Kicker Marvin Osei, Marco Prießner und Lukas Matta ein, dann geht es weiter.
06.02.2016, 00:00
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Delmenhorster Trio träumt vom Titel
Von Christoph Bähr

Wenn Andre Schmitz von seinem Wohnort Seckenhausen zum Training fährt, macht der Trainer des Fußball-Landesligisten TSV Oldenburg jedes Mal noch einen kleinen Schlenker. In Delmenhorst sammelt er seine drei Kicker Marvin Osei, Marco Prießner und Lukas Matta ein, dann geht es weiter. Schon bei seiner vorherigen Station, dem Oberligisten TB Uphusen, setzte Schmitz auf mehrere Spieler aus Delmenhorst. Ein Konzept stecke aber nicht dahinter, sagt er. „Das ist eher Zufall. In Uphusen habe ich mich mal über junge Talente erkundigt, die in Oldenburg spielen. So wurde ich auf Mustafa Azadzoy und Lukas Matta aufmerksam.“

Mittelfeldspieler Matta wechselte vor der laufenden Saison dann zusammen mit Schmitz von Uphusen zum TSV Oldenburg, kam bisher aber erst auf vier Einsätze. Während der Winterpause holte der Coach kürzlich auch Offensivmann Osei aus Uphusen. Angreifer Prießner spielt schon seit 2013 beim TSV, damals kam er von Rot-Weiß Hürriyet. Daneben hat auch Liridon Stublla eine Delmenhorster Vergangenheit, denn der Flügelstürmer aus Wildeshausen lief in der vergangenen Spielzeit noch für den SV Atlas auf und ist jetzt Stammspieler in Oldenburg (Schmitz: „Er gibt nie einen Ball verloren“). Allgemein kennt sich Andre Schmitz ganz offensichtlich in Delmenhorst und im Landkreis Oldenburg bestens aus. So verpflichtete er in der Winterpause Torjäger Niklas Hiegemann vom Kreisligisten TV Dötlingen und Torhüter Lukas Kaschell, der zuletzt pausierte und davor in der Jugend des VfL Wildeshausen gespielt hatte.

Kaschell steht nun ebenso wie Stublla vor einem besonderen Spiel, denn am morgigen Sonntag treffen die beiden mit dem TSV Oldenburg auf ihren Heimatklub Wildeshausen (18.30 Uhr, Kunstrasen an der Maastrichter Straße). Die Verpflichtung von Kaschell kam für einige überraschend, doch Schmitz suchte dringend einen Torhüter, nachdem gleich drei Keeper abgewandert waren. Die Nummer eins Celio Rocha ging nach Brasilien, außerdem wechselten Sven Neuefeind (zum TV Dinklage) und Carsten Hackstette (zum SV Thüle) den Verein. Daraufhin stellte Lukas Matta den Kontakt zu Kaschell her, mit dem er beim JFV Nordwest zusammengespielt hatte. Sein Debüt gab der Schlussmann am vergangenen Wochenende bei der 0:4-Klatsche gegen den SV Bad Rothenfelde. Trotz der vier Gegentreffer habe Kaschell seine Sache ordentlich gemacht, unterstreicht Schmitz. „Er wird wahrscheinlich auch gegen Wildeshausen spielen.“

Prießner dagegen muss auf die Partie verzichten, denn er sah in Bad Rothenfelde seine zehnte Gelbe Karte und ist gesperrt. Schon bei Hürriyet flog der Stürmer des Öfteren mal vom Platz, aber Prießner habe sich in dieser Hinsicht gebessert, betont Schmitz. „Seine Gelbe Karte in Bad Rothenfelde war zum Beispiel völlig überzogen. Marco war Kapitän und hat dem Schiedsrichter nur eine Frage gestellt.“ Ansonsten macht der 23-jährige Delmenhorster das, was er am besten kann: Tore schießen. Elf Treffer stehen in der Statistik. „In Wirklichkeit hat Marco sogar zwölfmal getroffen, eines seiner Tore wurde dem Falschen zugesprochen“, sagt Schmitz und verweist auf Prießners große Stärke: „Er ist einfach unverschämt schnell.“

Dass der Torjäger nun gegen Wildeshausen fehlt, bereitet Oldenburgs Coach übrigens keine großen Sorgen – denn er hat ja seit der Winterpause auch Marvin Osei im Kader. „Er kann vorne genauso für Tore sorgen“, meint Schmitz. Osei selbst hat sich trotz der 0:4-Pleite bei seinem Debüt gut in Oldenburg eingelebt. „Das ist eine lustige Truppe, mit der es viel Spaß macht“, erzählt der Offensivspieler. Mehrere Teamkollegen sind für ihn alte Bekannte: Mit Matta spielte Osei in Uphusen zusammen, mit Marten Niemeyer in der Jugend von Werder Bremen. „Und Marco Prießner kenne ich schon sehr lange“, sagt der 25-Jährige. Im Heimspiel gegen Wildeshausen ist ein Sieg laut Osei nun Pflicht: „Wir müssen gewinnen, denn wir wollen den ersten Platz behalten.“ Tatsächlich führen die Oldenburger derzeit die Landesliga an, doch Trainer Andre Schmitz verweist in diesem Zusammenhang sofort darauf, dass die Tabelle ein verzerrtes Bild abgibt. Die Verfolger TuS Bersenbrück und Kickers Emden haben drei beziehungsweise zwei Spiele weniger bestritten als der TSV. „Und die werden nicht so blind sein, dass sie es in diesen Partien nicht schaffen, uns zu überholen“, glaubt Schmitz.

Der Titelgewinn sei nach der Niederlage in Bad Rothenfelde in weite Ferne gerückt, „aber wir haben eine gute Mannschaft und können vorne mitmischen“, sagt der Coach. Mit der Wintervorbereitung seines Teams war Schmitz ausgesprochen zufrieden. „Vielleicht lief es sogar zu gut. Im ersten Punktspiel sind wir dann auf dem Boden der Tatsachen gelandet“, verdeutlicht er. Gegen Wildeshausen gelte es nun, an die starken Leistungen der Vorbereitung anzuknüpfen, in der Siege gegen hochkarätige Gegner wie den Rotenburger SV (3:0) und Werder Bremen III (1:0) gelangen. Allerdings hat Schmitz vor den Wildeshausern großen Respekt, ging doch das Hinspiel im Krandelstadion mit 1:2 verloren. „Das ist eine gut eingespielte, kampfstarke Mannschaft“, sagt er und betont: „Trotzdem wollen wir uns die Punkte wiederholen, die wir in Bad Rothenfelde verloren haben.“ Selbst wenn das gelingen sollte, würde Andre Schmitz aber wohl kaum die Meisterschaft als Saisonziel ausgeben. Ohnehin hält sich der Trainer mit Voraussagen zurück. Ob der TSV Oldenburg mittelfristig in die Oberliga gehöre, könne er derzeit nicht sagen. „So weit gucke ich nicht voraus. Sonst wird man nur enttäuscht.“

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