Eishockey-Bundesliga Dem Sieg so nah

Starke Pinguins verlieren gegen Tabellenführer Adler Mannheim noch in der Overtime nach 4:2-Führung. Kapitän Moore: „Da war mehr drin.“
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Von Mats Vogt

Die Fischtown Pinguins waren so nah dran und mussten letztlich einen Sieg gegen den Spitzenreiter der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) doch noch aus der Hand geben. In einem hochklassigen und dramatischen Spiel fiel die Entscheidung gegen die Adler aus Mannheim erst in der Overtime. Ausgerechnet in der finalen Phase unterlief den Bremerhavenern ein Foulspiel, in Unterzahl konnten sie den Siegtreffer der Gäste zum 4:5 (2:1,0:1,2:2, OT 0:1) nur wenige Augenblicke vor der Schlusssirene nicht mehr vermeiden. Zehn Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit hielten die Pinguins noch eine 4:2-Führung und hatten die Überraschung vor Augen. Sie hielten dem Druck des Tabellenführers aber nicht stand und musste noch den Ausgleich hinnehmen. Kapitän Mike Moore konnte sich auch über den einen Punktgewinn nicht freuen. „Wir sind enttäuscht, es war mehr drin“, so der Kanadier geknickt.

In der ausverkauften Eisarena Bremerhaven eröffnete sich gleich zu Beginn ein forscher Start. Die Pinguins zeigten einen leidenschaftlichen und äußerst willigen Auftritt. Man merkt einfach, dass die Mannschaft von Trainer Thomas Popiesch derzeit in einer überragenden Verfassung ist. Das Selbstvertrauen ist vor allem nach dem Auswärtssieg vom vergangenen Freitag beim Deutschen Meister EHC München noch mal gewachsen. Das Bremerhavener-Spiel ist von Leichtigkeit geprägt, die meisten Aktionen liefen zunächst wie von selbst.

Die Pinguins boten auch dem Tabellenführer der DEL ordentlich Paroli, störten ihn in den Offensivaktionen, schalteten schnell um und setzten bei Kontergelegenheiten immer mal wieder Duftmarken. Die erste richtig gefährliche Gelegenheit auf einen Treffer hatten jedoch die Adler aus Mannheim. Gäste-Akteur Thomas Larkin eroberte im eigenen Drittel den Puck und sprintete auf den Kasten von Pinguins-Torhüter Tomas Pöpperle zu. Der Angreifer konnte nur noch mit Foulspiel gestoppt werden. Mike Moore zog die Notbremse. Den daraus resultierende Penalty entschärfte Pöpperle mit Bravour. Der Tscheche hatte sich für den Mannheimer Larkin unüberwindbar groß gemacht und damit das Tor quasi vernagelt.

Die Bremerhavener blieben von diesem Zwischenfall unbeeindruckt. Sie agierten weiter aggressiv und waren hungrig auf den Puck. Einziges Manko bis zu diesem Zeitpunkt: es fehlte der Abschluss. Auf der anderen Seite machten es die Mannheimer deutlich besser. Zunächst wehrte Pöpperle einen Schuss von Gäste-Angreifer Phil Hungerecker erfolgreich ab, beim Nachsetzen war der Tscheche beim 0:1 (12.) machtlos. Aber auch von diesem Schock ließen sich die Bremerhavener nicht aus der Bahn werfen. Nur 120 Sekunden später hatten sie die passende Antwort parat. Einen blitzschnell vorgetragenen Konter nutzte Alex Friesen nach einem sehenswerten Zuspiel von Justin Feser zum 1:1-Ausgleich. Nur wenige Sekunden vor der ersten Pause kam es sogar noch besser. Nicolas Jensen schleuderte den Puck mit voller Wucht in die Gefahrenzone. Dass er dabei Chad Nehring auch noch mustergültig bediente, entsprang dann eher dem Zufall. Der Kanadier hatte bei seinem abgefälschten Treffer leichtes Spiel. Die 2:1-Führung, noch dazu gegen den Tabellenführer, ließ die Stimmung in der Halle überkochen.

Mannheim in Rückstand, das hat es in dieser Saison in der DEL noch nicht so häufig gegeben. Es musste mit einer entsprechenden Reaktion auf dem Eis gerechnet werden. Die Gäste erhöhten den Druck und drängten auf den Ausgleich. In der 29. Minute wurden sie schließlich für ihr gutes Auftreten belohnt. Erneut ließ Phil Hungerecker mit seinem Treffer zum 2:2 die 350 Gästefans jubeln.

In den letzten Durchgang startete Bremerhaven überaus schwungvoll. Die Pinguins setzten alles auf eine Karte und erhöhten das Tempo. Es war deutlich zu spüren, dass sie den Spitzenreiter knacken wollten. Nach 180 Sekunden war es soweit, da zahlte sich ihre Überlegenheit aus und wieder profitierten die Bremerhavener von einem abgefälschten Puck. Diesmal stand Carson McMillan nach einem Pass von Alex Friesen beim 3:2 goldrichtig. Die Pinguins gaben weiter den Ton an und zwangen die Mannheimer zum Foulspiel. Die zahlenmäßige Überlegenheit wussten die Bremerhavener geschickt für sich zu nutzen. Mit einem Mann mehr auf dem Eis bauten sie die Führung auf 4:2 (49.) aus. Mark Zengerle brachte mit seinem Treffer die Eisarena erneut zum Toben. Aber Mannheim ist nicht durch Zufall Tabellenführer der DEL. Die Adler stemmten sich gegen die drohende Niederlage – mit Erfolg. Plachtas Doppelpack innerhalb von 120 Sekunden (50.,52.) brachte sie wieder zurück ins Geschehen, schließlich in die Overtime und zum nicht mehr geglaubten Erfolg.

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