Football-Oberligist muss trotz des 22:9-Erfolges gegen Rendsburg um die Play-offs bangen

Den Firebirds hilft nur noch ein Sieg

Bremen. Vier Spiele auf heimischen Platz, vier Siege – für die Oberliga-Footballer der Bremen Firebirds ist das Sportgelände an der Osterholzer Heerstraße in der aktuellen Spielzeit zu einer Art Trutzburg geworden, in der die Mannschaft um Headcoach Alexander Balz die gegnerischen Teams mit großem Elan und noch größerer Begeisterung reihenweise wieder mit einer Niederlage nach Hause zurück schickt.
29.08.2019, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Christian Markwort
Den Firebirds hilft nur noch ein Sieg

Headcoach Alexander Balz schwört die Spieler der Bremen Firebirds während einer Teambesprechung auf den Endspurt im Kampf um die Play-Offs ein. Gegen Ligaprimus Kiel hilft den Bremer Oberliga-Footballern am letzten Spieltag der regulären Spielzeit nur noch ein Sieg weiter, um das ausgegebene Saisonziel Platz zwei doch noch zu erreichen.

Christian Markwort

Bremen. Vier Spiele auf heimischen Platz, vier Siege – für die Oberliga-Footballer der Bremen Firebirds ist das Sportgelände an der Osterholzer Heerstraße in der aktuellen Spielzeit zu einer Art Trutzburg geworden, in der die Mannschaft um Headcoach Alexander Balz die gegnerischen Teams mit großem Elan und noch größerer Begeisterung reihenweise wieder mit einer Niederlage nach Hause zurück schickt.

Auch gegen die Rendsburg Knights gaben sich die „Feuervögel“ keine Blöße und setzten sich souverän mit 22:9 durch. Dennoch sind die Bremer in der Endphase nun auf fremde Hilfe angewiesen, um das avisierte Saisonziel, die Teilnahme an den Play-offs, noch zu erreichen.

Um weiter im Rennen um den begehrten Play-off-Platz zu bleiben, war der Sieg gegen Rendsburg für die Bremer eine Pflichtaufgabe. Allerdings war es unmittelbar vor dem „Kick-off“ seitens der Gastgeber um die Vorzeichen nicht wirklich gut bestellt. „Die Bundeswehr hatte zu einem Manöver eingeladen“, begründete Alexander Balz den erneuten personellen Engpass in seinem Aufgebot, „und so mussten wir leider auf diverse Spieler verzichten.“ Da auch Quarterback Dennis Dechanstreiter nicht zu Verfügung stand, übernahm Routinier Florian Treff die Position. „Florian war bis 2017 unser Quarterback“, erläuterte Balz, „und war seitdem eigentlich nur als Jugendtrainer im Verein aktiv.“

Diese Umstellung brachte Probleme mitsich. „Es fehlte komplett an der Abstimmung im Passspiel“, haderte Balz, „das war auch der Grund, warum Rendsburg von uns bereits in der ersten Halbzeit gleich dreimal den Ball in die Arme geworfen bekommen hatte.“ Als einen Vorwurf an seinen Ersatz-Spielmacher wollte Balz diese Kritik allerdings nicht verstanden haben, wie er versicherte: „Wir sind froh, dass er sich noch mal bereit erklärt hatte uns zu helfen“, betonte der Headcoach, „und am Ende wurde sein Spiel ja auch immer besser.“

Dass aus den vermeidbaren Fehlern in der Bremer Offense zum Spielende hin letztlich lediglich neun Punkte für die Gegner auf dem Scoreboard zu finden waren, war auch in diesem Match erneut der starken Defense der Bremer zu verdanken. Alleine Tobias Friedrich fing dreimal den Ball der Gegner ab und krönte seine überragende Leistung kurz vor Schluss schließlich sogar noch mit einem „Interception-Return-Touchdown“ über knapp 25 Yards. Die weiteren Punkte für die Bremer machten Alexander Knasew, dem gleich zwei Touchdowns gelangen, Chris Wübbeler mit zwei Punkten nach zwei Touchdowns sowie Alexander Bugenings, der die Möglichkeit nutzte, nach einem Touchdown mit einem weiteren Spielzug noch zwei Extrapunkte für die Hausherren zu erzielen.

Durch den zeitgleichen 32:15-Sieg des direkten Konkurrenten um den begehrten Play-off-Platz von der Northern United aus Zeven gegen die Flensburg Sealords müssen die Bremer jetzt am letzten Spieltag (Sonnabend, 7. September, 16 Uhr) nicht nur auf einen eigenen Sieg gegen den bislang noch immer ungeschlagenen Ligaprimus Kiel „Baltic Hurricanes“ II hoffen, „sondern auch darauf, dass Zeven noch mindestens ein Spiel gegen Rendsburg oder Kiel verliert“, fasste Alexander Balz die knifflige Ausgangslage für seine Mannschaft zusammen. Bei einer Niederlage der Firebirds gegen Kiel müssten die Zevener nämlich ihre beiden finalen Partien gegen Kiel und Rendsburg verlieren, damit die Bremer im Endspurt doch noch an ihnen vorbei ziehen könnten.

„Wir hätten deutlich mehr daraus machen können, ja sogar müssen“, resümierte Balz trotz des neuerlichen Heimsieges ernüchtert, „aber die angespannte Personalsituation und die erneute Umstellung in der Offense brachten einfach zu viele Fehler mitsich.“ Das führte auf der Bank der „Feuervögel“ teilweise zu mächtig Frust unter den verschiedenen Trainern. Zwar belohnte sich die ersatzgeschwächte Truppe für eine insgesamt geschlossene Mannschaftsleistung wieder einmal mit einem Heimsieg, doch der könnte sich letztlich als nutzlos erweisen, sollten sich die arithmetischen Gedankenspiele hinsichtlich der gegnerischen Unterstützung letztlich als nicht umsetzbar darstellen.

„Ich bin wirklich sehr froh, Heiko Woltmann an meiner Seite zu haben“, stellte Alexander Balz einen von mehreren Assistenztrainern in den Fokus, „er stellt das Backfield mit seiner Ruhe immer wieder glänzend auf die neue Situation ein.“ Im letzten Heimspiel gegen Kiel habe das Team der Bremen Firebirds nach Einschätzung des erfahrenen Trainers „auf den Papier eigentlich keine Chance, aber wir werden mit aller Macht und hoffentlich auch wieder mit der Unterstützung des großartigen Publikums versuchen, eben diese doch noch zu nutzen“.

Damit die Sportanlage an der Osterholzer Heerstraße auch zukünftig eine uneinnehmbare Festung bleibt, wäre das zwar auch wichtig, letztlich geht es aber in erster Linie darum, die minimale Chance zu wahren, das Saisonziel in letzter Sekunde doch noch zu erreichen und die Oberliga-Saison mit einem großartigen Erfolg zu beenden.

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