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Der Applaus für Alexa Stais kommt zu früh

Alex Stais hat beim Oldenburger Landesturnier den Sieg im Stechen des Finales der Großen Tour verpasst. Der Reiterin des RRV Schwarme wurde dabei das letzte Hindernis zum Verhängnis.
29.07.2019, 16:36
Lesedauer: 3 Min
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Von Nico Nadig
Der Applaus für Alexa Stais kommt zu früh

Alexa Stais war mit ihrem Pferd Its the Senator in der Prüfung der Klasse S*** mit Stechen auf Bestzeitkurs. Durch den Fehler landete sie auf Rang acht.

Janina Rahn

Aus mehreren Ecken der Tribüne brandete schon Applaus auf, ehe der Sprecher ein langgezogenes „Pscht“ in sein Mikrofon zischte. Die Zuschauer beim Oldenburger Landesturnier wollten Alexa Stais schon für einen fehlerfreien Ritt im Stechen des Finales der Großen Tour feiern, doch ihr Geklatsche kam zu früh – genau genommen ein Hindernis zu früh. Und so kam es, wie es eigentlich kommen musste: Beim finalen Sprung riss die Reiterin des RRV Schwarme eine Stange, sodass sie sich bei der Prüfung der Klasse S*** mit Stechen letztendlich mit Rang acht begnügen musste. Besonders ärgerlich dabei war, dass sie und der Hengst Its the Senator bis zu dem finalen Hindernis eine perfekte Runde hingelegt hatten. Als erste Starterin im Finale durchquerte sie den Parcours in 42,85 Sekunden und legte damit die schnellste Zeit hin. Selbst der spätere Sieger Hans-Thorben Rüder kam an diese nicht heran (43,28 Sekunden). „Ich ärgere mich, bin aber trotzdem zufrieden“, sagte die Südafrikanerin und schickte hinterher: „Mein Pferd ist gut gesprungen, den Fehler habe ich gemacht.“

Ob sie der frühzeitige, aber selbstverständlich gut gemeinte Applaus des Publikums aus dem Konzept gebracht hatte? Da war sich die Reiterin, die auf dem Hof von Hilmar Meyer arbeitet, nicht ganz sicher. „Ich hätte einfach einen Galoppsprung mehr machen müssen“, meinte Stais. Den starken Eindruck, den sie bei dem Traditionsturnier im Rasteder Schlosspark hinterlassen hatte, trübte dieser Fehler allerdings nicht. Bei nahezu all ihren Starts kämpfte sie in den hochklassigen Teilnehmerfeldern um Platzierungen und lieferte eine schnelle Runde nach der anderen ab. Wie etwa bei der zweiten Qualifikation zur Großen Tour: Sie und ihr Schimmel Its the Senator blieben im Umlauf ohne Fehler, in der Siegerrunde des S**-Springens riss das Pferd jedoch eine Stange. Die vier Strafpunkte kosteten Stais den Sieg, denn erneut hatte sie die schnellste Runde hingezaubert. Letztlich reichte es für sie zu Rang fünf. Der Sieg ging an den Deutschen Meister von 2018, Mario Stevens.

Dass Stais auf dem Hengst schon so gute performen kann, ist dabei durchaus ein Stück weit überraschend. Schließlich reitet sie den Schimmel erst seit etwa dreieinhalb Wochen. „Natürlich macht es das schwieriger, aber er hat vorher schon gute Resultate eingefahren und ich habe das Gefühl, dass ich ihn schon länger kenne“, erklärte Stais. Sie sieht jedenfalls sehr viel Potenzial in dem elfjährigen Schimmel. Potenzial besitzen offensichtlich auch ihre Pferde Flachau und Quintus, mit denen sie in der Mittleren Tour an den Start ging. So gelang ihr in der zweiten Qualifikationsrunde, eine Springprüfung der Klasse S*, gleich ein Doppelsieg – auf Flachau gewann sie. Hier startete mit Irina Dierks übrigens auch eine Sportlerin des RV Heiligenrode. Im Sattel von C-You hatte sie mit den vorderen Platzierungen allerdings nichts zu tun. Acht Strafpunkte in 69,42 Sekunden bedeuteten den 53. Rang für Dierks.

Stais überzeugte unterdessen auch im Finale der Mittleren Tour. Im Stechen des S**-Springens lieferte sie auf dem Wallach Quintus erneut die schnellste Zeit, doch erneut sammelte sie vier Fehlerpunkte. So reichte es letztendlich zu Rang vier für die Südafrikanerin. Der Verlauf des Turniers stimmte sie trotzdem zufrieden, sie habe einige neue Pferde dazubekommen, die bislang gut gegangen wären. „Jetzt geht es für mich dann nach Münster zu einem Turnier, danach steht schon die Veranstaltung in Verden an“, berichtete Stais.

Weniger erfolgreich verlief das Oldenburger Landesturnier derweil für Andreas Greimann. Der für den RFV Okel startende Fahrer erwischte beim Wettbewerb der Vierspänner offensichtlich alles andere als einen guten Tag: Für die Dressuraufgabe mit seinen Pferden Colerius, Ferrero, Casper und Coooper erhielt er von den Wertungsrichtern nur 55,864 Prozent – gleichbedeutend mit dem letzten Rang. Auch die zweite Teilprüfung des Rasteder Vierzug Championates lief keinesfalls optimal. Hier sammelte der Okeler 41,06 Fehlerpunkte in 240,11 Sekunden. Das reichte für den zehnten Platz. Und auch im Gelände hatte er mit seinem Gespann nichts mit dem Sieg zu tun. Lediglich der neunte Rang sprang für den Okeler heraus. Somit verpasste er das Finale des Championats, eine kombinierte Hindernisfahrt mit Geländehindernissen. Hier siegte Katharina Abel von der PSG Ketsch.

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