Unser Spieler der Woche: Johnny Bastiampillai vom SC Weyhe Der Doppel-Absteiger

Weyhe. Johnny Bastiampillai vom Fußball-Bremen-Ligisten SC Weyhe ist dank seiner Jokerqualitäten unser Spieler der Woche. Für ihn gab es in der vergangenen Saison den doppelten Abstiegskampf - mit jeweils schlechtem Ausgang.
31.05.2011, 05:00
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Der Doppel-Absteiger
Von Malte Bürger

Weyhe. 15 Minuten waren noch zu spielen, als Johnny Bastiampillai noch einmal das Trikot zurechtzog, ein paar Worte mit dem Schiedsrichterassistenten wechselte und anschließend zügig aufs Feld eilte. Nur 180 Sekunden später stand für ihn fest: "Das wird heute nicht dein Tag", verrät der 30-Jährige. Erst brachte er mit seiner allerersten Aktion den Ball trotz einer hundertprozentigen Gelegenheit nicht im Gehäuse des TSV Melchiorshausen unter, danach wurde ein Kopfballtreffer wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung nicht anerkannt.

"Da habe ich gedacht, dass ich es verbockt hätte - schon wieder", erzählt er. Doch an diesem Tag sollte alles anders kommen, binnen weniger Augenblicke netzte er unter dem Jubel seiner Mitspieler doch noch zwei Mal für den Bremen-Ligisten SC Weyhe ein und ist dank seiner Jokerqualitäten unser Spieler der Woche.

Es war ein gelungener Abschluss einer Saison, die auch Johnny Bastiampillai am liebsten so schnell wie möglich vergessen möchte. "Ich habe ja schon einiges erlebt, aber so etwas ist auch mir noch nie passiert", erzählt der Weyher Angreifer. Im Gegensatz zu vielen seiner Teamkollegen musste er nämlich nicht nur mit einer Mannschaft in den Tabellenabgrund schauen, für ihn gab es den doppelten Abstiegskampf - mit jeweils bekannt schlechtem Ausgang.

Seite vier Jahren streift der in Sri Lanka geborene Bastiampillai das Trikot des SCW über, zuletzt allerdings viel weniger als ihm lieb war. Sein Medizinstudium hat ihn bereits quer durch die Republik geführt, in Städten wie Homburg, Saarbrücken oder der aktuellen Station Lübeck kennt er sich aus. Zwischendurch wird dann noch in Bremen ein wenig gejobbt - wie es neudeutsch heißt. "Ich habe glücklicherweise eine sehr liebe Freundin, die das nicht nur mitmacht, sondern mir auch noch ihr Auto leiht."

Notgedrungene Fußballpause

Dennoch reicht momentan die Zeit nicht einmal annähernd, um regelmäßig am Training teilzunehmen und damit von Beginn an aufzulaufen. Wenn es der Terminplan daher zulässt, ist für Johnny Bastiampillai zunächst in der Bremen-Liga meist ein Platz auf der Bank reserviert gewesen.

Dennoch sagte er zu Beginn der Saison auch für die Weyher Reserve in der Bezirksliga zu, die er ebenfalls regelmäßig unterstützte. Im kommenden Jahr dürfte das allerdings schwierig werden. "Innerhalb meines Studiums steht ein praktisches Jahr an, da werde ich wohl gar nicht mehr zum Fußballspielen kommen", meint er. "Schade eigentlich, denn ich würde gerne in Weyhe bleiben."

Bevor er die Stollenschuhe jedoch erst einmal im Schrank verschwinden lassen muss, steht noch ein wichtiges Turnier auf dem Programm. "Mit den Lübecker Studenten nehme ich an den inoffiziellen Deutschen Mediziner-Meisterschaften teil", erzählt Bastiampillai. "Allerdings werden wir wohl dieses Mal nicht ganz vorne landen können. In Homburg war das noch anders, da wurde drei Mal hintereinander der Titel geholt."

Für die Zukunft des SC Weyhe hat der Offensivmann in erster Linie einen wichtigen Wunsch - und der hat weder mit den bekannten und zuletzt häufig zitierten Nebengeräuschen im Verein, noch mit potenziellen Verstärkungen zu tun, sondern ist viel elementarer: "Sowohl die ersten, als auch die zweiten Herren haben eigentlich keine schlechte Saison gespielt. Aber es gab da halt immer diese blöden späten Gegentore", meint Johnny Bastiampillai kopfschüttelnd. " Das scheint sich zu einer echten Weyher Krankheit entwickelt zu haben." Und mit Diagnosen dieser Natur kennt sich der Medizinstudent verständlicherweise bestens aus - fehlt nur noch die passende Arznei.

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