Fußball-Bezirksliga

Der doppelte Dienstmaier

Der VfL Stenum hat sich am heimischen Kirchweg mit 4:2 gegen den Aufsteiger TuS Heidkrug durchgesetzt. Ein Routinier erzielte dabei zwei Tore.
18.08.2019, 18:43
Lesedauer: 3 Min
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Von Ralf Kilian
Der doppelte Dienstmaier

Julian Dienstmaier ist einer der gefährlichsten Mittelfeldspieler der Bezirksliga. Gegen den TuS Heidkrug steuerte er zwei Treffer zum Derbysieg des VfL Stenum bei. Dadurch setzen sich die Kicker von Kirchweg erst mal im oberen Tabellendrittel fest, auch wenn das nach drei Spieltagen noch keine allzu große Aussagekraft hat.

INGO MÖLLERS

Der VfL Stenum hat sich im Vorfeld der Saison eine deutlich offensivere Spielauffassung auferlegt und setzt das zur Freude der Zuschauer um. 250 bestens unterhaltene Gäste sahen einen etwas glücklichen 4:2 (2:1)-Derbysieg über den TuS Heidkrug. „Es war ein hartes Stück Arbeit, aber diese Derbys haben wir uns gewünscht. Der Sieg ist nicht unverdient, aber an der Balance müssen wir noch arbeiten“, bilanzierte VfL-Trainer Thomas Baake nach der Partie in der Fußball-Bezirksliga.

Allerdings kann man auch die Meinung von TuS-Coach Selim Karaca teilen: „Wir brauchen uns nicht verstecken, in der zweiten Halbzeit waren wir mehr als ebenbürtig.“ Die insgesamt klareren Chancen hatten sogar die Gäste, dazu zählen auch 2:1 Pfostenschüsse. „Ich habe uns in der zweiten Halbzeit überlegener gesehen als es Stenum in der ersten Hälfte war“, argumentierte Karaca weiter. Kurioserweise fiel die Hälfte der Treffer nach zum Teil krassen individuellen Fehlern, dazu kam ein umstrittener Elfmeter für den TuS, ein abgefälschter Freistoß für Stenum sowie eine überragende Einzelleistung von Sturm-Juwel Tom Geerken.

Obwohl sich beide Übungsleiter während und nach der Partie zum Teil bissige Wortgefechte lieferten, verfolgen sie doch die gleiche Philosophie und setzen auf die Jugend. So tummelten sich gleich sechs Jungs auf dem Rasen, die sich noch im Vorjahr in der A-Jugend duelliert hatten. Dafür mussten gestandene Herren draußen bleiben, beide Auswechselbänke waren mit neun Reservisten reich bestückt. Etwas überraschend fiel sehr früh (4.) das 1:0 für den TuS Heidkrug nach einem Befreiungsschlag von Tom Köster, weil Torben Würdemann den Ball nicht verarbeiten konnte. Luca Reinhold bedankte sich und traf aus 17 Metern. Kurz darauf stupste Reinhold im Getümmel den Ball an den Pfosten (8.), erst danach kam Stenums Offensivpower zur Entfaltung.

Geerken hatte Heidkrugs Keeper Maximilian Hiller schon zu zwei Paraden gezwungen (11./16.), um dann in der 19. Minute auszugleichen. Zunächst lupfte er die Kugel über Niklas Bädjer und schob dann überlegt mit Hilfe des Innenpfostens zum 1:1 ein. Die Gastgeber drückten weiter und kamen durch einen 18-Meter-Freistoß von Julian Dienstmaier zur 2:1-Führung. Das Leder wurde von der Mauer eklig ins Torwarteck abgefälscht (35.). Ein Lattenkracher von VfL-Kapitän Maximilian Klatte (40.) rundete eine gelungene Hälfte ab.

Dann wurden nicht nur die Seiten, sondern auch die Spielanteile gewechselt. Die zuvor passiven Gäste stellten um auf Angriffspressing und profitierten davon, dass Stenums Innenverteidiger sich oft von den gegnerischen Stürmern aus dem Zentrum ziehen ließen. Durch die entstehenden Räume liefen Nils Giza (51.) und Waldemar But (62.) völlig blank auf den stark reagierenden Maik Panzram zu. Stenum bettelte fast um das 2:2, erzielte aber das 3:1 (63.). Geerken vernaschte gleich zwei überforderte Verteidiger und fand am zweiten Pfosten Dienstmaier, der problemlos seinen Doppelpack schnürte. „Solche Tore – wie auch später das 4:2 – sind für mich wie Eigentore“, klagte Karaca später. Dienstmaier hätte sogar auf 4:1 stellen können (66.), doch Heidkrug kam wieder zurück. Das vermeintliche Foul von Würdemann an Marvin Lohfeld hätte man sicher nicht mit einem Strafstoß ahnden müssen, Stenums Verteidiger spielte klar den Ball. Niklas Bädjer war es egal, er verwandelte etwas glücklich – Panzram lenkte den Ball an den Innenpfosten – zum 3:2 (68.). Allerdings verpassten es die Gäste, jetzt noch mehr am Druck zu schrauben. Dazu kam ein ungenauer But-Rückpass, ein Ballverlust von Marc Metzner an Geerken und eine butterweiche Flanke von Waldemar Kelm auf Stenums Kilometerfresser Bastian Morche, der zum 4:2 vollsteckte (82.). „Das Tor war super herausgespielt, vermutlich hat die größere individuelle Klasse in der Offensive das Spiel für uns entschieden“, sah sich Baake am Ende in seiner Marschroute bestätigt.

Wobei Heidkrug noch zwei Großchancen durch die Joker Lennard Stöver (89./Pfosten) und Sven Holthausen vergab. „Da war mehr drin“, ärgerte sich Karaca.

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