TSV Bramstedt Der Höhenflug geht weiter

Bramstedt. Die Überflieger sind erstmals ein wenig ins Trudeln geraten. Nach acht Siegen und einem Unentschieden musste sich der TSV Bramstedt zuletzt mit dem 1:3 gegen den SV Dickel mit einer Niederlage abfinden.
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Von Henning Reinke

Bramstedt. Die Überflieger sind erstmals ein wenig ins Trudeln geraten. Nach acht Siegen und einem Unentschieden musste sich der TSV Bramstedt zuletzt mit dem 1:3 gegen den SV Dickel mit einer Niederlage abfinden. Dennoch ziert der Aufsteiger nach wie vor mit aktuell drei Punkten Vorsprung auf den ersten Verfolger SV Dreye die Tabellenspitze der Fußball-Kreisliga A Diepholz.

"Wir haben nach einem Drittel der Saison weitaus mehr erreicht, als wir zu hoffen gewagt hätten", sagte ein stolzer Trainer Friedhelm Famulla, der das Team bereits im Aufstiegsjahr betreute. "Eigentlich ist es noch immer unser Ziel, einen möglichst großen Abstand zur Gefahrenzone zu wahren. Größer als aktuell könnte der Abstand aber nicht sein. Wir sehen unseren sensationellen Saisonstart deshalb auch nur als eine attraktive Momentaufnahme", so Famulla. Der 55-jährige Oberkommissar ist in der zweiten Saison bei den Bramstedtern im Amt. Insgesamt aber hat Famulla schon 30 Trainerjahre auf dem Buckel. "Ohne Unterbrechung", wie er betont.

Die Dominanz, mit der sich die Bramstedter in der neuen Liga den Respekt der Konkurrenz gesichert haben, kommt umso überraschender, als dass der Kader erheblich verjüngt wurde. So galt es, gleich sieben eigene A-Junioren zu integrieren.

Ansonsten waren die Neuzugänge an exakt zwei Fingern abzuzählen: Mit Dennis Hünecke kam ein zusätzlicher Keeper vom FC Gessel-Leerßen und mit Mark Schröder ein Akteur vom benachbarten TSV Bassum. "Schröder ist ein Allrounder und besonders wertvoll aufgrund seiner Kopfballstärke." Famulla spricht bereits von einem Gewinn für sein Team. Und in diesem Team herrscht, was der Trainer besonders betont, der richtige Geist. Teamgeist eben. Dafür hat Famulla eine nachvollziehbare Erklärung parat: "Alle Spieler kommen aus Bramstedt und umzu, sie kennen sich alle schon lange."

Mit 20 Akteuren verfügen die Bramstedter über einen ansprechenden Kader. "Wir sind quantitativ und qualitativ bestens aufgestellt. Es gibt keine Unruhe auf der Bank. Alle akzeptieren meine personellen Entscheidungen", weiß Famulla.

Besonders treffsicher

Besonders auffällig ist nach dem Aufstieg die Offensive. Mit 94 Treffern waren die Bramstedter schon in der 1. Kreisklasse Nord einsame spitze. Aktuell sind es in der Kreisliga A 34 Treffer, auch das ist wieder spitze. Nicht weniger als 15 dieser Treffer hat Iven Lehner beigesteuert. Der hatte sich zuvor bereits einen Namen als Torjäger gemacht, zusammen mit Daniel Zimmermann. "Beide zusammen haben in der Aufstiegssaison über 50 der 94 Tore erzielt. Und davon jeder ungefähr die Hälfte", klärt Famulla auf. Aber Zimmermann hat in der laufenden Saison wegen einer überaus hartnäckigen Leistenzerrung überhaupt noch kein Spiel bestritten.

"Daniel fehlt uns natürlich sehr, denn Lehner brauchte in vorderster Front dringend Unterstützung", meint Famulla, der aber allenfalls mit Beginn der Rückrunde wieder mit Zimmermann rechnet. Der nur 1,63 Meter große Wirbelwind Lehner musste schon diverse harte Attacken wegstecken. "Alle kennen ihn jetzt, und so gibt es ordentlich was auf die Socken", macht sich Famulla grundsätzliche Sorgen um seinen wendigen Goalgetter.

Aus der Riege der aufgerückten A-Junioren hat sich Joshua Brandhoff besonders in den Vordergrund gespielt. Und das nicht nur wegen seiner bisher acht Treffer. "Brandhoff ist unser Spielgestalter, für einen so jungen Akteur eine sehr verantwortungsvolle Rolle. Die hat er bis jetzt bestens absolviert", lobt Famulla den Youngster. "Man muss abwarten, wie es im weiteren Saisonverlauf um die Kraft unserer Eigengewächse bestellt ist. Davon wird viel abhängen, aber man darf die Erwartungen nicht überstrapazieren", so Famulla.

Das Gefühl, den Platz auch mal als Verlierer zu verlassen, kennen die Bramstedter kaum. In der Aufstiegssaison gab es ganze vier Niederlagen. Jetzt hat es die Höhenflieger in der Kreisliga A zum ersten Mal erwischt. Wohl auch deshalb, weil erstmals weder Lehner noch Brandhoff trafen. "Ich denke, dieser Schuss vor den Bug kam zur rechten Zeit, die Jungs waren gegen Dickel wohl ihrer Sache zu sicher. Aber Dickel ist eine Mannschaft, die ich am Ende ganz weit vorne erwarte. Gegen die kann man schon mal verlieren. Aber nun setzte ich beim TSV Brockum wieder auf Sieg", gibt sich Famull zuversichtlich.

Als souveräner Spitzenreiter werden die Bramstedter bereits als Aufstiegskandidat gehandelt. Für den erfahrenen Famulla sind das jedoch verfrühte Vorschusslorbeeren, er verspricht aber: "Wenn die Tabelle zur Winterpause immer noch einen so erfreulichen Anblick bietet, werden wir das Thema nicht unter den Teppich kehren."

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