Handball-Landesliga Der Kopf ist wieder oben

Der Abstieg aus der Verbandsliga war für den TSV Daverden bitter. Doch die Trauer ist vorbei: Der Blick geht nach vorne.
30.08.2017, 23:00
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Der Kopf ist wieder oben
Von Florian Cordes

Der Stachel saß tief, nachdem der TSV Daverden die Verbandsliga nach nur einem Jahr wieder verlassen musste. Denn die Grün-Weißen stiegen nur aufgrund der gleitenden Skala ab. Sportlich hatte das Team den Klassenerhalt gepackt, doch die SG VTB/Altjührden nicht in der 3. Liga. Somit ging es für den TSV runter.

Die Betonung liegt aber deutlich auf dem Wörtchen „saß“. Die weitere Verbandsliga-Zugehörigkeit hätte sich seine Mannschaft verdient, sagt Trainer Thomas Panitz. „Daher ist der Abstieg natürlich ärgerlich. Aber die Trauer ist jetzt vorbei.“ Im Grunde sei die bittere Erfahrung bereits mit dem Beginn auf die neue Landesliga-Saison abgehakt gewesen. Sich nun auf Dauer über die Regularien zu beschweren, ist ohnehin nicht die Sache von Thomas Panitz. Er ist ein positiv denkender Mensch.

Daher verwundert seine Aussage, was die Ziele für die neue Serie angeht, kaum. „Wir haben innerhalb der Mannschaft darüber gesprochen, was wir in der Landesliga erreichen wollen: Wir haben uns darauf geeinigt, dass wir oben mitspielen wollen“, kündigt Panitz an. „Ich denke, dass wir dafür stark genug sind. Mal gucken, was die Spielzeit uns so bringt.“ Spannend wird vor allem sein, wie die Daverdener den Abgang von Marin Wrede verkraften. Der Rückraumspieler war in der Vorsaison der mit Abstand beste Werfer. Und auch in der Abwehr war Wrede eine Wand. „Die Deckung war unsere Achillesferse. Mal sehen, wie wir stehen, wenn einer der besten Abwehrspieler nicht mehr dabei ist“, sagt Panitz.

Doch der Übungsleiter der Grün-Weißen vertraut seinem Kader. „Jetzt müssen andere Spieler halt in die Bresche springen“, findet der Coach. Zwei Spieler hat er dabei besonders im Auge: Simon Bodenstab und Joost Windßus. Beide gehören zu den größten Talenten im TSV-Kader. „Ich hoffe, dass bei ihnen der Knoten endgültig platzt“, sagt Panitz. „In der Schlussphase der letzten Saison haben sie bereits sehr gute Leistungen gezeigt.“ Mit Lajos Meisloh hat Panitz einen weiteren jungen Mann in seinen Reihen, der sich in der Vorsaison anschickte, in den Kreis der Leistungsträger aufzusteigen. Eine schwere Armverletzung stoppte den Rückraumrechten im Laufe der Saison. „Gemeinsam mit Daniel Beinker sollen die jungen Spieler den Verlust von Marin Wrede kompensieren“, kündigt Panitz an.

Marin Wrede ist indes nicht der einzige Wrede, der den TSV verlassen hat. Seine Bürder Marcel und Maxim stehen ebenfalls nicht mehr im Kader. Hinzu kommt noch der Abgang von Theo Gätjen. Laut Panitz wird er bald ein Studium in Stuttgart beginnen. Es gibt aber auch zwei neue Gesichter bei den Grün-Weißen: Erik Beuße hat die Weserseite gewechselt. Er kommt von seinem Heimatverein TSV Morsum nach Daverden. Zudem hat Panitz Jannes Mahlmann aus der eigenen Reserve ins Landesliga-Team beordert. „Zusätzlich erwarten wir bald den lange Zeit verletzten Patrick Tielitz zurück im Team“, sagt der Trainer.

Der TSV Daverden geht mit einem recht kleinen Kader in die neue Saison. Elf Feldspieler und drei Torhüter hat Panitz auf der Liste. „Es wäre natürlich schön, wenn sich da keiner verletzt – vor allem kein Leistungsträger“, meint Panitz. Allerdings ist das große Plus beim TSV Daverden stets der mannschaftliche Zusammenhalt gewesen. Das dürfte in diesem Jahr nicht anders sein. Bereits in der Vorbereitung habe sich das gezeigt. „Die Beteiligung beim Training war sehr gut“, lobt Panitz das Engagement seiner Spieler. „Wir hatten in den Einheiten eine sehr hohe Intensität. Fit ist die Truppe jedenfalls. Das muss sie auch sein, damit wir unser Tempospiel aufziehen können.“

Gedanken über die Stärke der Landesliga hat sich der Coach der Grün-Weißen bereits gemacht. Wobei die Klasse für sein Team alles andere als unbekannt ist. Schließlich gehörte der TSV der Landesliga nur eine Saison lang nicht an. „Allzu viel hat sich nicht verändert. Die SG Achim/Baden II hat weiterhin eine bärenstarke Truppe, die HSG Stuhr habe ich ebenfalls auf der Rechnung. Und über die Dritte des VfL Fredenbeck muss man nicht reden“, sagt Panitz, der davon aus geht, dass Achim, Stuhr und Meister Fredenbeck um die Spitzenplätze kämpfen. Und in diese kleine Gruppe möchte auch gerne der TSV Daverden stoßen – oder sich mit seiner jungen Mannschaft zumindest dahinter einreihen.

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