TuS Heidkrug Der Mann für die "Drecksarbeit"

Delmenhorst. Sie kämpfen, grätschen, laufen Bälle ab und scheuen keinen Zweikampf - den Ruhm ernten aber meistens die Kollegen. Die Rolle eines defensiven Mittelfeldspielers ist oft undankbar, doch Pascal Helmcke will trotzdem nichts anderes machen.
09.09.2011, 05:00
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Der Mann für die
Von Christoph Bähr

Delmenhorst. Sie kämpfen, grätschen, laufen Bälle ab und scheuen keinen Zweikampf - den Ruhm ernten aber meistens die Kollegen. Die Rolle eines defensiven Mittelfeldspielers ist oft undankbar, doch Pascal Helmcke will trotzdem nichts anderes machen. "Das ist meine Position. Ich bin ein Teamplayer. Für die Tore sind andere zuständig", sagt der 22-Jährige, der vor der Saison vom SV Brake zum Fußball-Landesligisten TuS Heidkrug kam.

Helmcke zog vor kurzem von Brake nach Bremen, wo er ab Oktober an der Hochschule BWL studiert. Daher suchte er einen Verein im Umland der Hansestadt. "Ich wollte unbedingt wieder in der Landesliga Weser-Ems spielen. Die ist für mich attraktiver als die Bremen-Liga", sagt der Mittelfeldspieler, der in der vergangenen Saison mit dem SV Brake aus der Landesliga abstieg.

Über Co-Trainer Thomas Hebgen kam der Kontakt zum TuS Heidkrug zustande. Die Entscheidung für den Delmenhorster Verein sei im Nachhinein goldrichtig gewesen, berichtet Helmcke. "Wir sind stark besetzt, und die Mannschaft hat mich sehr gut aufgenommen." Eingewöhnungsprobleme gab es keine. Der gebürtige Bremerhavener sicherte sich auf Anhieb einen Stammplatz und überzeugte insbesondere bei den zwei Heidkruger Siegen zum Saisonauftakt. "Er ist ein Gewinn für unsere Mannschaft, zeigt immer vollen Einsatz und verrichtet die Drecksarbeit. Zweikämpfe sind Pascals große Stärke", beschreibt Heidkrugs Trainer Ralf Faulhaber seinen Schützling.

Ein Antreiber auf dem Spielfeld

Helmcke selbst äußert sich ähnlich: "Meine Aufgabe ist es, die Bälle im Mittelfeld zu gewinnen und zu verteilen. Dabei kommt mir zugute, dass ich taktisch gut geschult bin." Wie viele Fußballer offenbart der 22-Jährige dabei zwei Gesichter: "In der Kabine ist er ein ruhiger Typ. Auf dem Platz redet er viel und treibt die Mitspieler an", berichtet Trainer Faulhaber. Für Helmcke ist das selbstverständlich: "Der Sport lebt von Emotionen. Die lasse ich beim Fußball raus." Die letzten Spiele waren jedoch eher von negativen Emotionen geprägt, denn nach dem gelungenen Saisonauftakt verlor Heidkrug drei Mal in Folge. "Absolut unnötig! Da fehlte uns manchmal die Cleverness, aber wir lernen in jeder Partie dazu", meint Helmcke. Er ist von der Stärke seiner Mannschaft überzeugt: "Wir sind auf jeder Position doppelt besetzt, können Ausfälle gut kompensieren. Der Klassenerhalt ist zu schaffen. Unser Potenzial könnte sogar für einen Platz im oberen Mittelfeld der Tabelle reichen."

Dafür müssen Helmcke und seine Mitspieler aber an die starken Leistungen aus den ersten beiden Saisonspielen anknüpfen. Faulhaber ist diesbezüglich optimistisch: "Wie die gesamte Mannschaft hatte Pascal zuletzt einen kleinen Durchhänger. Das lag aber auch daran, dass er eine Weile krank war. Er kommt jetzt wieder." Im Heimspiel am kommenden Sonntag gegen Union Lohne (15 Uhr) soll der Mittelfeldabräumer dazu beitragen, dass endlich wieder drei Punkte herausspringen. "Wir stehen jetzt unter Druck", weiß Faulhaber. Der Mitaufsteiger aus Lohne hat bereits acht Punkte gesammelt - zwei mehr als Heidkrug. "Das spricht für die Stärke von Union", sagt Faulhaber anerkennend.

Um dem schweren Gegner selbstbewusst zu begegnen, hat der Heidkruger Trainer in der laufenden Trainingswoche vor allem versucht, die letzten Pleiten aus den Köpfen seiner Spieler zu bekommen. "Es ist normal, dass viele jetzt nachdenken, und die Brust nicht mehr so breit ist", weiß Faulhaber. Daher gelte gegen Lohne die Devise, erst einmal den Gegner abzutasten und kennenzulernen. "Dann können wir nach vorne spielen, und wollen zu Hause natürlich gewinnen."

Sorgen macht dem Trainer allerdings weiterhin die Abwehr. Die etatmäßigen Innenverteidiger Patrick Finke und Philip Stephan sind immer noch verletzt, und hinter ihren Einsätzen am Sonntag stehen große Fragezeichen. Sollten sie nicht spielen können, würden erneut Tobias Döpkens und Christian Goritz in die Abwehr rücken. "Sie haben das in Papenburg gut gemacht. An ihnen hat es nicht gelegen, dass wir verloren haben", sagt Faulhaber. Rechtsverteidiger Yamo Yar ist noch nicht fit für 90 Minuten. Deshalb wird es wohl kaum Veränderungen in der Startelf der Heidkruger geben. Und auf eine Sache ist ohnehin Verlass: Pascal Helmcke wird auch gegen Lohne im defensiven Mittelfeld kämpfen, grätschen, Bälle ablaufen und keinen Zweikampf scheuen.

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