Werders Mediendirektor Tino Polster referiert am Max-Planck-Gymnasium über die Champions League

Der perfekte Wettbewerb - auch fürs Image

Delmenhorst. Seit August 2010 beschäftigen sich die Schüler des Max-Planck-Gymnasiums mit dem Thema "Sport und Gesellschaft". Passend dazu wurde gestern Tino Polster, Mediendirektor von Werder Bremen, in die Schule eingeladen. Aufgrund des 3:0-Heimsiegs gegen den FC St. Pauli war Polster sichtlich gelöst. Sein Vortrag drehte sich allerdings um ein Thema, dass bei Werder Bremen in diesen Tagen nicht unbedingt zu den beliebtesten gehört - die Champions League. Mit dem Hintergrund, ob dieser Wettbewerb der perfekte ist und wie der Fußball dadurch vermarktet wird.
30.11.2010, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Der perfekte Wettbewerb - auch fürs Image
Von Florian Cordes

Delmenhorst. Seit August 2010 beschäftigen sich die Schüler des Max-Planck-Gymnasiums mit dem Thema "Sport und Gesellschaft". Passend dazu wurde gestern Tino Polster, Mediendirektor von Werder Bremen, in die Schule eingeladen. Aufgrund des 3:0-Heimsiegs gegen den FC St. Pauli war Polster sichtlich gelöst. Sein Vortrag drehte sich allerdings um ein Thema, dass bei Werder Bremen in diesen Tagen nicht unbedingt zu den beliebtesten gehört - die Champions League. Mit dem Hintergrund, ob dieser Wettbewerb der perfekte ist und wie der Fußball dadurch vermarktet wird.

"Für mich ist die Champions League der perfekte Wettbewerb", sagte Polster gleich zu Beginn. "Aber es bereitet einem natürlich Schmerzen, wenn man sich in dieser Saison die Tabelle unserer Gruppe anschaut." Dort nehmen die Grün-Weißen bekanntlich mit zwei mageren Pünktchen den letzten Platz ein und werden ihn auch nach dem abschließenden Spiel gegen Titelverteidiger Inter Mailand behalten. Polster wollte aber nicht zu sehr über das schwache Abschneiden der Bremer in der Königsklasse reden. Viel mehr informierte er die Schüler des Max-Planck-Gymnasiums, an dem der Mediendirektor 1977 selbst sein Abitur machen, wie die Geldmaschine Champions League funktioniert.

Polster legte den Jugendlichen Zahlen vor, die den Eindruck hinterlassen, dass das weltweit wichtigste Turnier im Vereinsfußball tatsächlich der perfekte Wettbewerb ist - zumindest wirtschaftlich gesehen. "In der vergangenen Saison hat die UEFA an alle 32 Teilnehmer der Champions League 746 Millionen Euro ausgeschüttet", erklärte er. "Alleine 49 Millionen Euro gingen an den Sieger Inter Mailand." Nicht viel weniger Geld nahm Werders ewiger Rivale FC Bayern München ein. Der Verein aus der bayrischen Landeshauptstadt durfte sich über 44 Millionen Euro freuen.

Doch wie funktioniert die Königsklasse überhaupt? Wo kommen diese riesigen Geldsummen her? "Der Wettbewerb ist sehr streng organisiert und wird von der Firma ,Televison Event and Media Marketing? vermarktet", teilte Polster mit. Dieses Unternehmen kümmert sich vor allem darum, die Medien- und Werberechte zu verkaufen. Für die laufende Saison wurde der frühere Europapokal der Landesmeister für die Summe von 1,1 Milliarden Euro vermarktet. Davon stammen 75 Prozent aus dem Verkauf der Fernsehrechte. "Drei Viertel des Geldes geht an die Vereine. Den Rest bekommt die Uefa", sagte Polster. Der europäische Fußballverband unterstützt mit dem Geld unter anderem den Jugendfußball und Fußballschulen.

Die Champions League-Teilnehmer nehmen nach Aussage von Polster aber nicht nur große Geldsummen ein. "Natürlich ist auch der Imagegewinn enorm. Die Champions League spielt auch bei Verhandlungen mit Spielern und Werbepartnern eine wichtige Rolle", erklärte Polster.

Während eines Heimspiels müssen die Vereine allerdings einige Vorschriften befolgen. "Wir sind dann nicht mehr der Herr im eigenen Haus", sagte Polster. So müssen die Vereine zum Beispiel alle Werbebanner ihrer normalen Sponsoren abkleben. "Es dürfen im Stadion und im Umfeld nur die Namen der Champions League-Sponsoren zu sehen sein.", meinte Werders Mediendirektor. Und genau diese Vermarktung bis ins letzte Detail ruft auch immer wieder Kritiker auf den Plan. "Man könnte natürlich der Meinung sein, dass die Vermarktung des Fußballs zu weit fortgeschritten ist, so wie es die Fangruppen aus der Ultraszene immer wieder tun", sagte Polster. Er zeigte durchaus Verständnis für die Kritiker. Machte aber auch deutlich, dass Werder ohne die Champions League-Millionen in den letzten Jahren wahrscheinlich nicht so erfolgreich gewesen wäre. Und das wollen die Bremer auch in Zukunft bleiben, obwohl es in dieser Saison nicht so richtig läuft. "Wir hoffen aber alle, bald wieder Erfolge in der

Champions League feiern zu können", sagte Polster.

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