Nachgefragt: Nach dem Debakel in Damme fordert Frank Mehrings jetzt drei Siege 'Der Realität ins Auge blicken'

Die bittere 24:34-Niederlage der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg in Damme war für Trainer Frank Mehrings ein echter Tiefschlag. Als aktiver Handballer spielte der heute 43-Jährige beim Regionalligisten TV Grambke unter fast-professionellen Bedingungen, später in Schortens, dann beim Oberligisten TV Neerstedt - und immer lebte der selbstständige Unternehmer von seinem unbedingten Einsatzwillen. Genau den vermisste der Inhaber einer Fabrik für Beton-Fertigteile besonders im jüngsten Spiel. Was noch, verriet Frank Mehrings unserem Redakteur Rainer Jüttner.
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Die bittere 24:34-Niederlage der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg in Damme war für Trainer Frank Mehrings ein echter Tiefschlag. Als aktiver Handballer spielte der heute 43-Jährige beim Regionalligisten TV Grambke unter fast-professionellen Bedingungen, später in Schortens, dann beim Oberligisten TV Neerstedt - und immer lebte der selbstständige Unternehmer von seinem unbedingten Einsatzwillen. Genau den vermisste der Inhaber einer Fabrik für Beton-Fertigteile besonders im jüngsten Spiel. Was noch, verriet Frank Mehrings unserem Redakteur Rainer Jüttner.

Sind Ärger und Enttäuschung über die Vorstellung Ihrer Mannschaft bei Ihnen schon verraucht?

Frank Mehrings: Das ist auch bis Dienstagabend auf keinen Fall verraucht. Dann werde ich der Mannschaft beim Training klipp und klar sagen, wie ich die Dinge sehe. Denn natürlich kann man gegen Damme verlieren. Man kann auch mit zehn Toren Unterschied verlieren, aber man muss sich danach noch im Spiegel in die Augen gucken können, und das konnten nach diesem Spiel nicht alle.

Wie erklären Sie sich solche Niederlagen?

Fest steht, dass wir von unserer Besetzung her nicht in der Lage waren, in Damme zu bestehen. Wir haben eine erste Sieben, von denen mit Kossens, Voigt, Dörgeloh und Janorschke vier Spieler gefehlt haben. Und das ist für unsere Verhältnisse einfach zuviel. Das können wir nicht kompensieren.

Sie monieren, dass Handball für einige Ihrer Spieler einen zu geringen Stellenwert hat. Wie äußert sich das?

Die Qualität, die dem einen oder anderen fehlt, kann man nur mit viel Training, Konzentration, aber auch mit einer guten Vorbereitung auf das Spiel verbessern. Und da werde ich die Mannschaft am Dienstag auch fragen: an welcher Stelle steht denn Handball bei Euch? Wenn ich mir zum Beispiel unsere Youngster Janorschke und Stoltz anschaue, die saugen das, was ich ihnen sage regelrecht auf und geben alles, um das auch umzusetzen. Die gehen wie man so schön sagt, auch dahin, wo es wehtut. Und da gibt es auf der anderen Seite zwei, drei Spieler, die machen das einfach nicht.

Welche Konsequenzen ziehen Sie daraus?

Ich kann diese zwei, drei Spielern natürlich nicht mehr einsetzen. Letztlich kann ich aber auch nur immer wieder daran appellieren, Handball ernster zu nehmen, sich auf das Spiel vorzubereiten, zum Training zu kommen. Am Dienstag spielt ja Werder gegen Bayern im DFB-Pokal. Mal sehen, ob dann alle beim Training sind. Für mich als echter Bayern-Fan ist das kein Thema. Ich bin natürlich in der Halle.

Gibt es denn da nicht schon manchmal Momente, in denen Sie alles hinschmeißen würden?

Nach dem Spiel in Damme hatte ich die Schnauze schon gestrichen voll. Aber einerseits ist es ja nicht so, dass die Dinge deshalb nicht umgesetzt werden, weil mich keiner mehr als Trainer haben will. Das wäre dann ja ganz einfach. Und auf der anderen Seite, weiß ich ja auch, dass wir Damme in Bestbesetzung geschlagen hätten. Hätten wir mit komplettem Kader so gespielt, wäre ich natürlich irgendwann mit meinem Latein am Ende.

Hat die Mannschaft tatsächlich die nötige Qualität?

Wenn von der Stammsieben ein, zwei Spieler einen schlechten Tag erwischt haben, können wir das ausgleichen. Fehlen aber vier und dann erwischen auch noch zwei einen schlechten Tag, geht es natürlich nicht mehr. Da muss ich mal wieder meine Bayern als Beispiel anbringen. Die haben fast nur Nationalspieler in der Mannschaft, aber wenn Ribéry, Robben und van Bommel ausfallen, bekommen auch die Probleme. Wir haben nun einmal keinen herausragenden Shooter. Bei uns ist wichtig, dass sich alle reinhängen, damit das gesamte Gebilde funktioniert. Aus unserem 14er-Kader haben viele das Zeug, um in der Verbandsliga zu spielen, aber acht davon müssen an die Hand genommen werden, damit sie ihre volle Leistung abrufen können. Wenn drei, vier aus der Stammsieben den Ton angeben, können alle mitgezogen werden. fehlen diese Antreiber, wie zum Beispiel in Damme, klappt das nicht.

Am Sonnabend kommt mit dem FC Schüttorf 09 ein unmittelbarer Tabellennachbar. Was erwarten Sie von ihrem Team?

Natürlich Wiedergutmachung und einen Sieg. Wir spielen jetzt nacheinander gegen Schüttorf, Bramsche und Haren. Da müssen ohne wenn und aber sechs Punkte her. Das ist für mich ganz klar und hat nichts damit zu tun, dass ich die Mannschaft unter Druck setzen will. Das ist kein Druck, sondern die Realität. Und der Realität muss man nun einmal ins Auge blicken.

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