Wie Stefan Kuntz in seine Rolle als deutscher U21-Trainer hineinwächst Der Schrittmacher

Kassel. Nach dem erfolgreichen Comeback auf der Trainerbank hat Stefan Kuntz schnell Gefallen an seinem neuen Job als U21-Coach des DFB gewonnen. Der überzeugende Auftritt seiner neuen Mannschaft, die tolle Unterstützung des Publikums und die Aussicht auf die EM-Teilnahme im nächsten Jahr: „Länderspiele sind etwas ganz Besonderes, das habe ich schnell wieder gemerkt.
05.09.2016, 00:00
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Von Morten Ritter

Kassel. Nach dem erfolgreichen Comeback auf der Trainerbank hat Stefan Kuntz schnell Gefallen an seinem neuen Job als U21-Coach des DFB gewonnen. Der überzeugende Auftritt seiner neuen Mannschaft, die tolle Unterstützung des Publikums und die Aussicht auf die EM-Teilnahme im nächsten Jahr: „Länderspiele sind etwas ganz Besonderes, das habe ich schnell wieder gemerkt. Ich habe das sehr genossen”, sagte der 53-Jährige nach dem 3:0 (2:0)-Erfolg zum Saisonauftakt im Test gegen die Slowakei am Freitagabend.

Einiges war für den Europameister von 1996, der zuletzt vor 13 Jahren als Trainer gearbeitet hatte, im ersten Spiel aber noch ungewohnt. „Im organisatorischen Bereich ist mir noch das eine oder andere durchgeflutscht. Zum Beispiel die Abläufe beim Wechseln oder ob man sich schon in die Arme nimmt, wenn die Hymne des Gegners gespielt wird. Aber das Coachen ist mir sehr schnell wieder leicht gefallen”, erzählte Kuntz.

Mit dem ersten Test vor dem EM-Qualifikationsspiel in Finnland am Dienstag (18 Uhr, n-tv) konnte der neue DFB-Coach durchaus zufrieden sein. „Das war für die Jungs wegen der unterschiedlichen Belastungen nicht so einfach. Dafür haben sie es überragend gemacht”, sagte Kuntz. Tatsächlich bot das Team den knapp 7000 Besuchern in Kassel eine flotte Partie und kam durch die Treffer von Grischa Prömel (4. Minute), Niklas Stark (40.) und Levin Öztunali (90.+1) zu einem ungefährdeten Sieg – dem neunten in Serie. Der Rekord steht bei zehn Siegen nacheinander und kann schon am Dienstag eingestellt werden.

Die deutsche Mannschaft führt die Gruppe 7 mit 21 Punkten vor Österreich (18) an. Die Österreicher setzten sich am Freitag mit einem in der Nachspielzeit erzielten Treffer 1:0 in Finnland durch. Nur die Gruppenersten qualifizieren sich direkt für die Europameisterschaft, die vier besten Zweiten spielen in den Playoffs zwei weitere Teilnehmer für die Endrunde aus. Diese findet erstmals mit zwölf Teams statt.

„Wir können in Finnland den nächsten Schritt machen und wollen weiter unbesiegt bleiben. Aber wir müssen sehen, wer uns am Dienstag zur Verfügung steht”, sagte Kuntz. Seine Spieler sind jedenfalls zuversichtlich. „Wir haben schnell zusammengefunden und eine hohe Qualität in der Truppe. Wir haben die Qualifikation bislang mit Bravour gemeistert und wollen nun das maximale Ziel erreichen”, sagte Defensivspieler Yannick Gerhardt.

Kapitän Maximilian Arnold findet die Zusammenarbeit mit dem neuen Coach gut. „Wir waren ja erst fünf Tage zusammen, das hat er ordentlich gemacht. Er versucht viel einzugreifen und gibt jedem Spieler das Gefühl, dass er dazugehört”, befand der Wolfsburger. Die Kommunikation steht für Kuntz im Vordergrund. „Ich möchte eine Form der Oase schaffen, auf die sich die Spieler freuen und wo sie einen neutralen Ansprechpartner haben, wenn sie Unterstützung benötigen”, sagte der langjährige Bundesligaprofi. Welche Spieler ihm in nächster Zeit zur Verfügung stehen und welche in der A-Mannschaft bleiben, ist derzeit noch nicht abzusehen. Stefan Kuntz nimmt es gelassen. „Es ist ein Geben und Nehmen”, sagte er. „Natürlich hat die Nationalmannschaft Vorrang, aber es ist auch im Sinne des Bundestrainers, dass die U21 den bestmöglichen Kader hat und gut abschneidet.”

„Ich möchte eine Form der Oase schaffen.“ Stefan Kuntz
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