Leon Uhde sichert sich nach nur einem halben Jahr Training den Bremer Landesmeistertitel der Jugend B Der Senkrechtstarter des Kegelsports

Leon Uhde ist der Senkrechtstarter der Osterholzer Keglerjugend. Der Zwölfjährige begann erst vor einem halben Jahr mit dem Sport und heimste bereits den Titel des Keglervereins Bremen sowie den Bremer Landesmeistertitel in der JugendB ein. Nun fährt er gemeinsam mit seinen Osterholzer Kollegen Joshua Wätjen und Marco Brünjes aus der Jugend A am 2. Juni zu den Deutschen Meisterschaften nach Kiel.
11.06.2012, 13:27
Lesedauer: 3 Min
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Von Karsten Hollmann

Leon Uhde ist der Senkrechtstarter der Osterholzer Keglerjugend. Der Zwölfjährige begann erst vor einem halben Jahr mit dem Sport und heimste bereits den Titel des Keglervereins Bremen sowie den Bremer Landesmeistertitel in der JugendB ein. Nun fährt er gemeinsam mit seinen Osterholzer Kollegen Joshua Wätjen und Marco Brünjes aus der Jugend A am 2. Juni zu den Deutschen Meisterschaften nach Kiel.

Osterholz-Scharmbeck. „Das ist eigentlich nicht zu glauben“, kann Heiko Blanquett, der Leon Uhde gemeinsam mit seiner Ehefrau Manuela Blanquett trainiert, die rasante Entwicklung seines Schützlings kaum fassen. Uhde wurde Bremer Meister, da sich die Osterholzer Keglerjugend vor vier Jahren von ihrem Stammverband Bremen-Nord loslöste und nach Bremen wechselte. „Es gab da ein paar Unstimmigkeiten mit dem Keglerverein Bremen-Nord“, nennt Heiko Blanquett den Grund für den überraschenden Wechsel.

Die Osterholzer Nachwuchskegler überreichten dem Keglerverein Bremen-Nord damals mehr als ein Dutzend Kündigungen. „Bremerhaven wollte uns auch haben. Doch wir haben uns für Bremen als neuen Verband entschieden, da uns Bremerhaven zu weit war“, teilte Heiko Blanquett mit. Die Osterholzer trainieren aus Kostengründen inzwischen aber auch nur noch fünfmal im Jahr auf der Anlage des Bremer Verbandes in der Duckwitzstraße in Bremen. Die übrigen Trainingseinheiten finden immer montags von 16 bis 18 Uhr auf der Anlage „Zur Börde“ in Osterholz-Scharmbeck statt.

Auf Anhieb Gefallen gefunden

Einer der fleißigsten Trainingsgäste ist Leon Uhde. „Meine Frau hat Leon gleich unter ihre Fittiche genommen. Sie hat sein großes Potenzial sofort erkannt“, berichtet Heiko Blanquett. Der Sechstklässler kam im Herbst des vergangenen Jahres durch seine Klassenkameradin Vanessa Röper zum Kegelsport. Dieser gefiel ihm auf Anhieb. „Das ist etwas ganz anderes als zum Beispiel Fußball. Ich konnte in diesem Sport viele neue Sachen entdecken“, beschreibt der Youngster seine Faszination für den Kegelsport.

Besonders gut gefällt Leon Uhde, dass das Training stets von Musik begleitet wird. Aber auch die flotten Töne konnten am Anfang nicht verhindern, dass die ersten Würfe meist mit Pudeln oder zumindest mit wenig Punkten einhergingen. „Nach und nach wurde ich aber immer besser“, teilt der Gymnasiast mit. Nach wie vor muss er sich jedoch mit den Vorurteilen einiger Klassenkollegen und Freunde auseinandersetzen. „Manche finden Kegeln langweilig, andere sagen, Kegeln sei total einfach“, lässt Uhde wissen. Vor allem leicht sei der Sport aber auf keinen Fall, versichert der junge Kegler. Um konstant gute Würfe hinzubekommen, müsse der Ansatz, die Höhe und der richtige Druck stimmen, betont Leon Uhde. Außerdem müsse immer berücksichtigt werden, auf welcher Bahn man sich gerade befinde. „Jede Bahn ist anders“, sagt Leon Uhde.

Nach dem Gewinn des Titels des Bremer Keglervereins war sich Manuela Blanquett ganz sicher, dass Uhde auch im Land ganz nach vorne kommen würde. „Meine Frau hat gleich gesagt, dass sich Leon jetzt auch den Landesmeistertitel holen wird.“ Manuela Blanquett sollte Recht behalten. Mit fantastischen 802 und 803 Holz bei jeweils 120 Wurf verwies Leon Uhde den Bremer Yannick Dräger um insgesamt sechs Holz auf den zweiten Platz. Nach dem ersten Durchgang hatten die Kontrahenten noch gleichauf gelegen.

Bremerhaven: Schwierige Bahnen

Doch die Bahnen in Bremerhaven im zweiten Abschnitt waren noch schwieriger zu bespielen. „Die Bahnen haben noch weniger verziehen“, bestätigt der junge Schüler. Dennoch packte Uhde sogar noch einen Punkt oben drauf. Dies ist sicherlich auch ein Ergebnis dessen, dass Leon Uhde beim Training nie nur „Dienst nach Vorschrift“ macht. Wenn das eigentliche Training bereits vorbei ist, feilt der Osterholz-Scharmbecker immer noch für sich an seiner Technik weiter.

Den Deutschen Meisterschaften sieht Leon Uhde mit gemischten Gefühlen entgegen: „Noch bin ich überhaupt nicht aufgeregt. Aber wenn wir erst mal auf dem Weg sind, werde ich bestimmt nervös sein.“ Sein großes Ziel ist das Finale der besten zwölf Kegler am zweiten Tag. „Leon hat auch von unseren drei Schützlingen die größten Chancen auf das Finale“, glaubt Heiko Blanquett. Dennoch möchte er die Erwartungen nicht zu hoch schrauben: „Schließlich ist Leon das erste Mal dabei. Er tritt gegen einige alte Hasen aus Niedersachsen und Brandenburg an. Deshalb wäre alles, was besser als Platz 15 bis 20 ist, schon gut für ihn.“ Selbst Yannick Dräger, den Leon Uhde gerade erst zweimal bezwang, stuft Blanquett als harten Konkurrenten für Uhde ein. Auch Blanquetts Sohn Pascal entsprang der Osterholzer Keglerjugend. Dieser ist inzwischen 24 Jahre alt und ein Leistungsträger beim Landesligisten TSV Grolland. Derzeit umfasst die Osterholzer Jugend zehn Aktive.

Eine ähnliche Laufbahn wie Pascal Blanquett strebt auch Leon Uhde an. Der Werder-Fan mag in der Schule besonders die Fächer Sport, Geschichte und Deutsch. Wenn er nicht gerade kegelt oder etwas für die Schule macht, fährt er am liebsten mit seinem BMX-Fahrrad durch die Gegend.

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