Hausbesuch: Die Fußballerin Sigrid Torner wohnt in Ritterhude und fährt jedes Jahr in die Berge Der Skiurlaub muss unbedingt sein

Ritterhude. Vor zwölf Jahren bezog Sigrid Torner von den Fußballerinnen des Lüssumer SV in der 11er-Landesliga Bremen zusammen mit ihrem Ehemann Detlef und ihrer kleinen Tochter Anna ein dreistöckiges Reihenendhaus in der Wagnerstraße in Ritterhude. Ein Jahr später begann sie im Alter von 33 Jahren ihre Fußball-Laufbahn bei der BTS Neustadt, ehe sie bei der BSG Hüderbeek/Ritterhude und dann beim FC Hansa Schwanewede spielte.
16.02.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Karsten Hollmann

Ritterhude. Vor zwölf Jahren bezog Sigrid Torner von den Fußballerinnen des Lüssumer SV in der 11er-Landesliga Bremen zusammen mit ihrem Ehemann Detlef und ihrer kleinen Tochter Anna ein dreistöckiges Reihenendhaus in der Wagnerstraße in Ritterhude. Ein Jahr später begann sie im Alter von 33 Jahren ihre Fußball-Laufbahn bei der BTS Neustadt, ehe sie bei der BSG Hüderbeek/Ritterhude und dann beim FC Hansa Schwanewede spielte.

Vor zwei Jahren wechselte das Schwaneweder Team bekanntlich komplett zum Lüssumer SV. Dort gehört die Verteidigerin trotz ihrer bereits 44 Jahre noch zu den Leistungsträgerinnen. Das Vorbild der zweitältesten Spielerin im Kader ist Oldie Gisela Wegner. Die Torfrau ist 50 Jahre alt. So lange möchte Torner auch gerne noch spielen, wenn die Knochen mitmachen. Wenn Gisela Wegner mal verhindert ist, ersetzt Sigrid Torner sie zwischen den Pfosten. "Ich habe mich mal als Ersatz angeboten, als sich Gisela verletzt hatte", erklärt die Abwehrspielerin. Inzwischen bereut sie ihren Teamgeist ein wenig: "Seitdem muss ich immer ins Tor, wenn dieses leer ist. Ich spiele aber lieber draußen."

Die gebürtige Bremerin studierte in den 90er Jahren Betriebswirtschaftslehre in Reutlingen, war auch zwei Jahre in London und arbeitete anschließend als Finanz- und Buchhaltungsexpertin in Reutlingen. Später zog sie wieder in den Norden zurückzu, zumal auch ihr Mann Detlef aus Norddeutschland stammt.

Ein Zimmer für Meerschweinchen

Sigrid Torner fand einen Job in einem Weingroßhandel in Bremen und siedelte sich mit ihrer Familie in Ritterhude an. Da sie sich inzwischen von ihrem Ehemann getrennt hat, kann sie die 140 Quadratmeter im Haus alleine mit ihrer mittlerweile 15 Jahre alten Tochter Anna nutzen. Eines der sechs Zimmer belegen sechs Meerschweinchen. "Angefangen hat alles mal mit zwei Tieren. Weil unser Käfig so groß war und wir diesen auch noch erweitert haben, sind im Laufe der Jahre noch vier Meerschweinchen dazu gekommen. Jetzt ist aber Schluss. Wir wollen hier schließlich keine Zucht betreiben", betont Sigrid Torner. Biene, Lisa, Puschel, Tilly, Knöpfchen und Findus erfreuen sich bester Gesundheit.

Einige Bilder von Leuchttürmen an den Wänden und einige maritime Utensilien in dem Haus zeugen von ihrer Liebe zu Norddeutschland und zum Meer. Urlaub macht sie aber trotzdem nicht an der See, sondern immer nur in den Bergen. "Ein Jahr ohne Skiurlaub ist für mich wie ein Jahr ohne Sonne", sagt die leidenschaftliche Skifahrerin. Jedes Jahr zu Ostern fährt sie mit ihrer Tochter Anna, die zudem RC Tempo Ritterhude voltigiert, nach Österreich zur Pistengaudi. Dafür verzichtet sie als "Wintertyp" auch gerne auf einen Sommerurlaub.

Für die Reinigung des Hauses in Ritterhude hat die vielbeschäftigte Sigrid Torner eine Putzfrau eingestellt. "Jetzt muss ich mir nur noch etwas für unseren 600 Quadratmeter großen Garten überlegen", sagt die Fußballerin. Nach der Rückkehr nach Norddeutschland probierte sie es zunächst mit Aerobic: "Übungen auf einem Quadratmeter in der Halle zu absolvieren, lag mir aber irgendwie nicht. Ich wollte was an der frischen Luft machen." Dann machte sie eine Freundin auf das Angebot aufmerksam, Fußball in der Bremer Neustadt zu spielen. Sofort war sie Feuer und Flamme. Die Freude am Kicken ist bis heute geblieben. "Ich habe mich auch noch nie verletzt", berichtet Torner.

Der Werder-Fan freut sich bereits auf die Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft im eigenen Land im nächsten Jahr: "Da möchte ich gerne ein Spiel besuchen. Ich traue unserer Mannschaft mindestens das Halbfinale zu."

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