Kreisliga Diepholz Der TSV Okel ist zum ersten Mal Bezirksligist

Riesenjubel beim TSV Okel: Nach dem 4:1 über die TSG Osterholz-Gödestorf spielt der Klub in der kommenden Saison zum ersten Mal überhaupt in der Bezirksliga.
02.06.2019, 21:19
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Thorin Mentrup

Okel. Lutz Schröder war noch fit: Mit einem beherzten Sprint wich er der Wasserdusche aus, die ihm Steffen Quast und Tom Holthusen verpassen wollten. Zuvor war der Trainer des TSV Okel nicht ungeschoren davongekommen: Eine Bierdusche hatte ihn erwischt. Sie war doppelt schön, bedeutete sie doch zweierlei: Zum einen eine kleine Abkühlung in der Nachmittagshitze, zum anderen, und das war viel wichtiger, dass der TSV es tatsächlich geschafft hatte: Okel ist zum ersten Mal Bezirksligist! Die Schröder-Elf nutzte ihren Matchball gegen die TSG Osterholz-Gödestorf und ließ nach dem 4:1 (2:0)-Erfolg die Korken knallen.

„Ich bin stolz auf die Mannschaft. Niemand hat uns vor der Saison auf der Rechnung gehabt. Das ist ein sehr schöner Moment für uns, aber auch für den Verein und das Dorf“, stellte Schröder mit Blick auf die rund 300 Zuschauer fest, die den passenden Rahmen für die Feier bildeten. Die Gödestorfer allerdings waren nicht zum Gratulieren gekommen, machten ihre Sache sehr ordentlich und leisteten erhebliche Gegenwehr. Als Omar Atris nach der Pause zum zwischenzeitlichen 1:2 aus Gästesicht verkürzte (61.), begann in Okel das Aufstiegszittern. Allerdings nur kurz, denn Tom Holthusen stellte die Weichen mit seinem Treffer zum 3:1 schnell wieder auf Party (68.). Ausgerechnet Holthusen, der nach Achillessehnenproblemen eigentlich als Ausfallkandidat galt und nun mit zwei Treffern zum Matchwinner wurde. „Und das auch noch mit links“, lachte der eigentlich eher für seine Defensivstärke bekannte Mittelfeldspieler. „Freitag hat sich erst entschieden, dass ich spielen kann. Ich bin fest getapt. Ich habe Lutz direkt gesagt, dass ich alles machen werde, um dabei zu sein. So ein Spiel will man nicht verpassen“, sagte der Okeler Aufstiegsheld und brachte damit einen der Schlüssel zum Aufstieg zum Ausdruck: den unbändigen Willen der gesamten Mannschaft. Um diese Stärke wusste auch Rico Volkmann, der trotz Bänderrisses im Sprunggelenk noch ins Spiel kam: „Wenn die Mannschaft sich etwas in den Kopf setzt, dann verfolgt sie das voller Ehrgeiz.“

„Weltklasse“ nannte er den Aufstieg im Kreise der Mannschaft. „Eigentlich haben alle damit gerechnet, dass wir noch einmal stolpern werden, aber wir haben uns nie unterkriegen lassen. Wir wollten es unbedingt und haben es uns auch verdient“, wollte er den Sprung in die Bezirksliga nicht nur daran festmachen, dass Lahausen zu Beginn des Jahres schwächelte. Der Aufstieg war eine Leistung, für die die Okeler in erster Linie selbst verantwortlich waren. „Uns wurde nichts geschenkt“, betonte auch Lutz Schröder. Eine Aussage, die sich perfekt auf das Derby gegen Gödestorf übertragen ließ. Es war ein hart erarbeiteter Sieg, obwohl es zur Pause nach den Toren von Manic Alms nach einer Ecke von Marvin Zwiebler und Holthusens erstem Streich – erneut nach Zwiebler-Vorarbeit – nach einem entspannten Weg durch die Bezirksliga-Tür aussah. „Aber Gödestorf machte nach der Pause noch einmal Dampf und wir haben etwas den Faden verloren“, schilderte Schröder die Anfangsphase des zweiten Durchgangs, in der die Gäste das Spiel machten und verdient verkürzten. „In dieser Phase waren wir nicht so gut sortiert“, sagte Okels Abwehrchef Manic Alms, „aber wir haben uns da gemeinsam rausgearbeitet.“ Denn Holthusen schlug zum zweiten Mal zu, übrigens hatte wieder Zwiebler seine Füße im Spiel. Okels zweitbester Torschütze war im Abschluss bis dato glücklos geblieben, doch in der Schlussphase belohnte er sich noch mit dem 4:1 (81.).

Spätestens da konnte die Okeler Aufstiegsfeier beginnen. Zumindest die Bierdusche für Schröder war mit dem Abpfiff vorbereitet. Sie war der Auftakt eines feuchtfröhlichen Abends, den sich der TSV nach einer Saison für die Geschichtsbücher verdient hatte. Okel ist Siebtligist. Das klang für viele noch unglaublich: „So richtig werden wir es wohl erst in ein paar Tagen begreifen“, vermutete Holthusen. Dieser Prozess des Verstehens dürfte allerdings ein sehr angenehmer werden.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+