Arrowhead-Turnier Der Weg des Bogens

In Ganderkesee treten am Wochenende die besten deutschen Bogenschützen in der Disziplin Feldbogen gegeneinander an. Dabei schießen sie im Wald auf bis zu 60 Meter entfernt stehende Scheiben.
29.06.2017, 17:50
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Der Weg des Bogens
Von Michael Kerzel

Ganderkesee. Maximale Konzentration, ein gutes Auge und eine ruhige Hand sind Voraussetzungen, um mit einem Pfeil zentimetergenau das anvisierte Ziel zu treffen. Die besten deutschen Feldbogenschützen treten am Sonnabend und Sonntag, 1. und 2. Juli, gegeneinander auf dem Bogensportgelände in Schlutter an. 94 Starter nehmen jeweils ab 10 Uhr am internationalen World Archery Arrowhead-Turnier teil. Dieses ist gleichzeitig ein Ranglistenturnier vom Deutschen Schützen Bund (DSB) zur Qualifikation für die Europameisterschaft in Slowenien, die vom 22. bis 26. August ausgetragen wird.

Sieben Teilnehmer von Bogensport Delmenhorst (fünf) und von Bogensport Wildeshausen (zwei) sind als Lokalmatadoren dabei. Björe Helmke (Compound Men), Rainer Bettermann (Recurve Master Men), Sascha Allhorn (Blankbogen Men) und Peter Buchholz sowie Helmut Wachtendorf (beide Blankbogen Master Men) gehen für die Delmenhorster auf Ringe-Jagd, für Wildeshausen wollen Bodo Pell und Erwin Meier (beide Blankbogen Master Men) erfolgreich schießen. Allhorn: „Für mich geht es vor allem um die Vorbereitung auf die Deutschen Meisterschaften in zwei Wochen.“ Dort wolle er mindestens die Top Ten erreichen.

Die Konkurrenz am Wochenende für die lokalen Bogenschützen ist riesig: Der gesamte Feldbogen-Kader des DSB geht in Ganderkesee an den Start, das ist die Elite des Deutschen Feldbogen-Sports. Beispielsweise wird der Langwedeler Sebastian Rohrberg (SV Dauelsen) antreten. Er gewann zweimal die Weltmeisterschaft im Einzel mit dem Feldbogen (2004 und 2008) und ist amtierender Vize-Weltmeister. Bei den Damen sind unter anderen die Dritte und die Vierte der Weltmeisterschaften 2016, Carolin Landesfeind und Daniela Klesmann, mit von der Partie. Der Disziplinverantwortliche beim DSB und Trainer Peter Lange ist ebenfalls vor Ort und wird seine Schützlinge genau beobachten. Auch die derzeit wohl bekannteste Bogenschützin Deutschlands hat für Ganderkesee gemeldet: Lisa Unruh schoss sich bei den Olympischen Spielen in Rio 2016 auf den Silberrang. Im gleichen Jahr wurde sie mit dem Recurvebogen Europameisterin in der Halle.

Bogensport im Gelände ist jedoch mit der Halle oder auch dem olympischen Bogenschießen, wo auf einer Bahn 72 Pfeile auf die gleiche Distanz auf eine Scheibe geschossen werden, nicht zu vergleichen: „Im Wald muss man auf Licht- und Schattenspiele achten, muss Windschneisen einberechnen und braucht auch einen festen Stand“, nennt Allhorn einige der Schwierigkeiten beim Feldbogensport. Bis zu 45 Grad nach oben oder unten schießen die Akteure. Es gehen Gruppen zu maximal vier Personen gemeinsam von Ziel zu Ziel und schießen sich so durch einen Parcours. 24 Ziele pro Tag visieren sie an, auf jedes schießt jeder Teilnehmer dreimal. Am Sonnabend kennen die Schützen die Entfernung zum Ziel nicht, sie müssen Augenmaß beweisen. „Ein erfahrener Compoundschütze kann auf einen Meter genau schätzen“, sagt Allhorn. Fünf bis 55 Meter sind die Ziele am ersten Wettkampftag für Compound und Recurve entfernt, für Blankbogenschützen sind es maximal 45 Meter. „Es ist verboten, die Distanz zu messen, hier macht Erfahrung viel aus“, erklärt Allhorn.

Am Sonntag gehen die Schützen auf eine zweite Runde, dieses Mal werden ihnen die Entfernungen mitgeteilt, diese sind jedoch auch bis zu fünf Meter weiter entfernt. Je nach Distanz sind die Zielscheiben 20 bis 80 Zentimeter im Durchmesser groß, jede Scheibe hat sechs Ringe, für die es verschiedene Punktzahlen gibt. Ein Zentrumstreffer bringt mehr Zähler als einer im Außenbereich. „Konzentration und Ausdauer sind sehr wichtig. Sechs Stunden im Wald mit Auf- und Abstiegen sind sehr kraftraubend“, erläutert Allhorn. Besonders dann, wenn die Kleidung durchnässt ist oder sehr hohe Temperaturen herrschen. „Bei den Kreismeisterschaften kürzlich haben wir bei Hagel geschossen“, berichtet Allhorn. Wenn es nicht gerade gewittert, treten Bogenschützen im Feld bei jedem Wetter an.

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