Lesums Lennart Kettner markiert gleich zwei Tore beim 3:2-Sieg gegen DJK Blumenthal

Derby dicht vor einem Spielabbruch

Lesum. Es ist gerade noch einmal gut gegangen. Das Derby in der Fußball-Landesliga zwischen dem TSV Lesum-Burgdamm und der DJK Blumenthal stand kurz vor einem Spielabbruch.
02.05.2017, 00:00
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Von Marc Gogol

Lesum. Es ist gerade noch einmal gut gegangen. Das Derby in der Fußball-Landesliga zwischen dem TSV Lesum-Burgdamm und der DJK Blumenthal stand kurz vor einem Spielabbruch. Jedenfalls, wenn man den Worten von Schiedsrichter Carsten Biewig (ATSV Sebaldsbrück) Glauben schenken darf, der eine vorzeitige Beendigung dem erzürnten DJK-Trainer Bahadir Kilickeser in der zweiten Halbzeit mehrfach androhte. Letztlich wurden jedoch 90 und rund vier Minuten Nachspielzeit absolviert, und der TSV Lesum-Burgdamm gewann die hitzige Auseinandersetzung mit 3:2 (2:1).

Es waren insbesondere zwei Szenen im ersten Durchgang, die den Verantwortlichen auf der Gästebank so gar nicht verständlich erscheinen wollten. Beim Stand von 1:1 kam Özer Alkur im Strafraum im Zweikampf mit Peyman Rasmju zu Fall, doch einen Elfmeter gab es nicht. Dafür kurz vor der Halbzeit einen Pfiff auf der Gegenseite, nämlich als Lennart Kettner deutlich innerhalb des 16-Meter-Raumes zu Fall kam. Der Unparteiische zeigte zur allgemeinen Überraschung dem DJK-Spieler René Olszak glatt Rot und verlegte den Tatort vor die Strafraumgrenze. Der anschließende Lesumer Freistoß wurde von DJK-Torhüter Gökhan Kara zunächst entschärft und dann von Dennis Tanski endgültig geklärt. Doch die Gemüter hatten sich beim Gang in die Kabine noch nicht beruhigt, es kam zu diversen Rudelbildungen und Handgreiflichkeiten. „Und auch zu Beleidigungen meiner Spieler durch Lesumer Zuschauer“, sagte DJK-Trainer Bahadir Kilickeser. Deshalb holte er seine Mannschaft wieder zu sich und blieb mit allen Spielern während der Halbzeitpause auf dem Rasen.

Rein sportlich betrachtet führten die Gastgeber nach 45 Minuten verdient mit 2:1. Lesum machte das Spiel, geriet allerdings nach 20 Minuten in Rückstand, als Patrick Stedtnitz alleine auf TSV-Torhüter Thomas Büttelmann zulief und der Ball trotz einer Parade von Lesums Nummer eins über die Linie trudelte. Lennart Kettner egalisierte den Spielstand dann mit einem sehenswerten Flachschuss ins lange Eck in der 27. Minute. Nach der Szene mit dem nicht gegebenen Foulelfmeter für die DJK schoss Chris Hybsz auf Flanke von Lennart Kettner seine Farben in Front (39./2:1).

„Die zweite Halbzeit war dann von uns nicht so berauschend“, gab Lesums Trainer Gino Shabani nach dem Abpfiff zu. „Wir haben mit einem Mann mehr die Zügel schleifen lassen, insofern sind die drei Punkte am wichtigsten“, so Shabani weiter, der aber den Lesumer Sieg als „im Großen und Ganzen verdient“ beurteilte. Zu verdanken hatte er ihn seinem Top-Torschützen Lennart Kettner, der seinen Treffer zum 1:1 kopierte und in der 80. Minute das 3:1 markierte. Wenige Sekunden zuvor setzten die DJK-Stürmer den Ball nur an die Querlatte und dann am langen Toreck vorbei. Der 2:3-Anschlusstreffer der Gäste durch Dennis Tanski in der 86. Minute kam zu spät für eine Wende, auch wenn es in der hektischen Nachspielzeit noch Tormöglichkeiten auf beiden Seiten gab. Die Spielanalyse von Bahadir Kilickeser anerkannte dann auch die gute Lesumer Darbietung in der ersten Halbzeit und die Dominanz in Unterzahl seiner Mannschaft in Halbzeit zwei. Über die Leistung des Schiedsrichters urteilte er deutlich: „Schlecht, katastrophal, einseitig. Kein Fingerspitzengefühl und verantwortlich für die aufgekommene Hektik.“

„Die zweite Halbzeit war dann von uns nicht so berauschend.“ Lesums Trainer Gino Shabani
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