TSV Asendorf - TSV Martfeld 3:0 Derbysiege sind die schönsten

Die 2. Fußball-Kreisklasse ist eine Liga für Nostalgiker und Derby-Liebhaber, Nachbarschaftsduelle gehören hier zum Wochenprogramm. Beim TSV Asendorf hatte der TSV Martfeld aber nur wenige Chancen.
05.09.2017, 16:23
Lesedauer: 3 Min
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Von Niklas Golitschek

Asendorf. Die 3. Liga gilt gemeinhin als Ost-Liga, acht der 20 Mannschaften spielten einst in der DDR-Oberliga. Derbys und ein – spielerisch – spannender Schlagabtausch sind da quasi vorprogrammiert. Auch die 2. Fußball-Kreisklasse Diepholz Nord bietet im unterklassigen Rahmen Nachbarschaftsduelle und in schöner Regelmäßigkeit sogar Stadt- und Gemeindederbys: Neun Teams des 13 Teilnehmer umfassenden Klassements sind in Syke (TuS Syke, TSV Barrien, FC Gessel-Lerßen, FC Syke 2015) und Bruchhausen-Vilsen (SV Bruchhausen-Vilsen II, TSV Schwarme, TSV Asendorf, TSV Martfeld, TSV Süstedt) beheimatet.

An diesem vierten Spieltag fuhr der TSV Asendorf gegen den TSV Martfeld mit einem 3:0 (1:0)-Sieg den ersten Dreier der Saison ein, nachdem er in Schwarme und gegen die SVBV-Reserve noch nicht geglänzt hatte. Dieses Mal sollte aber alles passen. „Schon das Unentschieden in Schwarme hat sich wie ein Sieg angefühlt. Gegen Martfeld ist das jetzt aber ein schönes Ergebnis“, freute sich Asendorfs Übungsleiter Michael Lamke. Der durfte bereits nach zwölf Minuten zum ersten Mal die Siegerfaust ballen, als Henrik Ahlers nach einer Passstafette über Felix Barlage und Malte Schröder noch zwei Gegenspieler stehen ließ und zum 1:0 abschloss. Es war jedoch nicht die erste Asendorfer Chance, Ahlers und Marius Vienenkötter hatten bereits zuvor vielversprechende Möglichkeiten. „Ich dachte schon, das wird sich wieder rächen“, sagte Lamke erleichtert.

Auch nach dem Führungstreffer blieben die Gastgeber am Drücker, im Spiel nach vorne brachten die Martfelder nur wenig zustande. „Wir hatten einen schlechten Tag. Wir haben vorne und hinten zu wenig Druck entwickelt“, bemängelte Coach Mathias Klobusch. Mit individuellen Fehlern brachte sich dann seine Mannschaft immer wieder selbst in Nöte. „In letzter Zeit sehen wir in Derbys schlecht aus“, meinte der Trainer, dessen Elf in Schwarme mit 1:3 unterlag. Die beste Chance zum Ausgleich verbuchte Yannic Lässig, als er nach einem Eckball schon den Torwart überwunden hatte. Asendorfs Jan Knippelmeyer klärte aber noch auf der Torlinie und verhinderte den Gegentreffer (40.). „Das war eine Schrecksekunde“, gestand auch Asendorfs Trainer Lamke. Mit dem 2:0 machte Vienenkötter dann jedoch alles klar und münzte die Überlegenheit seines Teams auch in eine komfortablere Führung um. „Wir hatten ein deutliches Chancenplus, Marius hätte auch noch öfter treffen können“, bilanzierte Lamke. Angesichts der Personalsorgen – die Asendorfer liefen mit zwei Ausleihen aus der eigenen Reserve auf – wollte er aber nicht zu viel monieren. Immerhin steht mit dem aus der A-Jugend aufgeschlossenen Dennis Knake nun wieder ein etatmäßiger Torhüter zur Verfügung, die vorherige Asendorfer Nummer eins Patrick Libbe fiel vergangene Saison nach Rippenbruch und privaten Veränderungen aus.

Die Mannschaft habe durchaus Potenzial, sich im oberen Drittel der Liga zu etablieren, meinte Lamke. „Wir haben aber eine durchwachsene Anwesenheitsquote. Landwirtschaft und Studium sind bei uns präsente Themen. Uns fehlt die Kontinuität im Training“, führte er aus. Die Problematik kennt auch Mathias Klobusch nur allzu gut, deswegen gab er als Ziel aus, den achten Platz aus der Vorsaison zu übertreffen. „Kontinuität entscheidet in der Liga“, schilderte er, „wir haben aber starke und schwache Phasen.“ Eine bessere Phase erwischten die Martfelder etwa bei besagter Großchance durch Lässig und waren auch nach der Pause mehr am Drücker, aber nicht erfolgreich. Mit dem 0:3 aus ihrer Sicht durch Henrik Ahlers war die Partie dann endgültig gelaufen (84.).

Die Stimmung innerhalb des Teams sei aber auch nach drei Punkten aus vier Spielen noch gut, betonte Klobusch. „Die Mannschaft macht sich Gedanken, wie sie erfolgreich spielen kann. Daran wollen wir nun arbeiten.“ Möglichkeiten, die Derbybilanz noch aufzubessern, bieten sich auf jeden Fall noch genug, bereits Ende des Monats gastieren die Martfelder noch einmal zum Samtgemeindederby beim TSV Süstedt. Und vielleicht dürfen sie dann den Sieg bejubeln, in ihrer kleinen Vilsen-Syke-Liga.

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