Weltcup Deutsche Skijäger heiß aufs Podest

Oberhof. Die Frauen wollen die Erfolgsserie aus den letzten Rennen des vergangenen Jahres fortsetzen, die Männer endlich wieder aufs Podest. Der Biathlon-Weltcup in Oberhof soll der Olympia-Vorbereitung der deutschen Skijäger mit Erfolgen neuen Schwung und Selbstvertrauen bringen.
05.01.2010, 12:55
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste

Oberhof. Die Frauen wollen die Erfolgsserie aus den letzten Rennen des vergangenen Jahres fortsetzen, die Männer endlich wieder aufs Podest. Der Biathlon-Weltcup in Oberhof soll der Olympia-Vorbereitung der deutschen Skijäger mit Erfolgen neuen Schwung und Selbstvertrauen bringen.

«Nach den sehr guten Leistungen von Pokljuka hoffen wir natürlich, dass wir in Oberhof dort weitermachen, wo wir in Slowenien aufgehört haben», sagte Frauen-Bundestrainer Uwe Müssiggang. Männer-Cheftrainer Frank Ullrich ersehnt endlich auch nach einem Einzelrennen einen der Seinen auf dem Siegertreppchen.

Nervosität zeigte Ullrich nach der bisher nicht befriedigenden Bilanz mit einem dritten Staffelplatz in den neun Weltcup- Entscheidungen nicht. «Ich kann mich an frühere erfolgreiche Olympia- Winter erinnern, in denen es im Vorfeld auch nicht so gut lief», merkte er an. Ullrich vertraut auf seine akribische Saison-Vorbereitung. «Die Männer können deutlich mehr, haben mehr drauf und werden es schaffen, wieder weiter vorn mitzumischen», sagte er fast beschwörend. Alle in der Mannschaft hätten bei der Jagd nach den Olympia-Normen einfach zu viel gewollt. «Sie brachten sich damit selbst unter Druck. Das führt fast immer zu Krampf», schätzte Ullrich ein. Da die Zahl der potenziellen Medaillenkandidaten noch größer als im Vorjahr geworden sei, hätten selbst kleinste Unkonzentriertheiten gleich den Verlust von einem Dutzend Plätzen zur Folge.

Dass allerdings der beste Deutsche im Gesamtweltcup in Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld) nach dem ersten Saisondrittel auf Platz zehn auftaucht, hat auch Ullrich mit dem klar auf Olympia ausgerichteten Formaufbau nicht erwartet. Läuferisch sind seine Männer «bei der Musik», beim Schießen kamen aber bisher nur Peiffer und Christoph Stephan (Oberhof) in Östersund sowie Youngster Simon Schempp (Uhingen) in Pokljuka je einmal mit einem «Nuller» durch. Das Trio scheint derzeit gemeinsam mit Michael Greis (Nesselwang) erste Wahl für die Staffel zu sein.

Als Fünfter hat bisher Andreas Birnbacher (Schleching) die Olympia-Vorgaben geschafft. Der Oberhofer Alexander Wolf steht mit einer halben Norm zu Buche und will beim Sprint auf seiner Heimstrecke versuchen, das Sextett für Vancouver zu komplettieren.

Dagegen liefen schon sechs Frauen und damit exakt so viele, wie Uwe Müssiggang mit nach Kanada nehmen wird, im Weltcup einmal unter die ersten Acht oder zweimal unter die ersten 15. Spätestens in Oberhof wird der Kampf um die jeweils nur vier Startplätze bei den fünf Entscheidungen voll entbrennen. Das könnte auch ein Grund sein, weshalb die als Staffel-Schlussläuferin wohl gesetzte starke Stehend-Schützin Kati Wilhelm darum gebeten hat, beim Oberhofer Auftakt mit der Staffel-Entscheidung pausieren zu dürfen.

Das spielte dem Bundestrainer in die Karten, der sowieso vor Olympia alle Kandidatinnen testen wollte. Deshalb werden neben den Staffel-Routiniers Martina Beck (Mittenwald) und Andrea Henkel (Großbreitenbach) am Rennsteig Simone Hauswald (Gosheim) und Tina Bachmann (Altenberg) antreten. (dpa)

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+