TV Jahn richtet am Sonnabend internationale Vergleichskämpfe mit Boxern der Aleco-Akademie aus Rosendaal aus

Deutschland gegen die Niederlande im Ring

Delmenhorst. Es ist schon einige Jahre her, da lebte Peter Buckmann in Delmenhorst und lernte die Box-Legende Herbert Pansegrau kennen. Inzwischen ist er in die Niederlande ausgewandert und dort Box-Trainer, den Kontakt nach Delmenhorst aber ließ er jetzt wieder aufleben.
03.12.2015, 00:00
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Deutschland gegen die Niederlande im Ring
Von Christoph Bähr
Deutschland gegen die Niederlande im Ring

Bekommt es am Sonnabend mit einem starken Gegner aus den Niederlanden zu tun: Gracian Buryjanski vom TV Jahn Delmenhorst. Er trifft im Kadetten-Federgewicht auf Gradus Kraus von der „Boksvereniging Xhofleer“.

Ingo Moellers

Es ist schon einige Jahre her, da lebte Peter Buckmann in Delmenhorst und lernte die Box-Legende Herbert Pansegrau kennen. Inzwischen ist er in die Niederlande ausgewandert und dort Box-Trainer, den Kontakt nach Delmenhorst aber ließ er jetzt wieder aufleben. Pansegrau hatte die Idee deutsch-niederländische Vergleichskämpfe zu organisieren, also kontaktierte Ralf Carus, der Box-Abteilungsleiter des TV Jahn Delmenhorst, Buckmann via E-Mail. Ursprünglich sollten die Kämpfer der „Aleco Boksacademie“ aus der 77 000-Einwohner-Gemeinde Rosendaal im Südwesten der Niederlande bereits zum Box-Tag am 3. Oktober in Delmenhorst zu Gast sein, doch weil Buckmann zu der Zeit in China weilte, wurde daraus nichts. Dafür kommen die Niederländer nun am kommenden Sonnabend nach Deutschland.

Insgesamt 21 Kämpfe richtet der TV Jahn an diesem Tag ab 15 Uhr in der Halle an der Schulstraße aus, in zehn davon kommt es zum prestigeträchtigen Vergleich zwischen Deutschland und den Niederlanden. Eine Länderwertung gibt am Ende Aufschluss darüber, ob die Deutschen oder die Niederländer den Gesamtsieg erringen. Eine Prognose mag Carus im Vorfeld nicht abgeben. „In Deutschland kann ich die Kämpfer in etwa einschätzen, aber mit den Holländern kenne ich mich nicht aus“, sagt er.

Auch ohne Detailkenntnisse musste der Box-Abteilungsleiter in den vergangenen Tagen die Kampfpaarungen festlegen. Dabei halfen Carus die statistischen Angaben zu jedem Kämpfer. Er tüftelte lange, orientierte sich am Alter, am Gewicht, an der Kampferfahrung und an den Erfolgen. Zu große Unterschiede dürfen die Kontrahenten in keinem dieser Bereiche aufweisen, sonst wird der Kampf nicht genehmigt. „Ein Supervisor vom Verband guckt sich alles nochmal an und muss sein Okay geben“, erklärt Carus.

Die Veranstaltung am Sonnabend hat er beim Deutschen Boxsport-Verband offiziell als internationalen Wettkampf angemeldet – eine Premiere für den TV Jahn. „Einen internationalen Vergleich organisieren wir zum ersten Mal“, betont Carus. Für die deutschen Kämpfer sei solch eine Veranstaltung sehr reizvoll. „Sie treffen auf Gegner, gegen die sie normalerweise nie boxen würden und sammeln Erfahrungen“, verdeutlicht Carus.

Zum zehnköpfigen Team, das für Deutschland antritt, gehören drei Jahn-Boxer. Besonders gespannt ist Carus auf das Duell im Frauen-Halbweltergewicht (bis 64 Kilogramm) zwischen der Delmenhorsterin Ilona Skrzypek und Patricia Broeders von der „Aleco Boksacademie“. Die Niederländerin hat zwar noch nicht so viel Boxerfahrung, feierte dafür aber als Kickboxerin schon einige Siege. Die amtierende Niedersachsenmeisterin Skrzypek sei für den Kampf gerüstet, ist Carus überzeugt. „Ilona tritt im Sparring sogar gegen Männer an und kämpft sich durch.“

Außerdem trifft der derzeit wohl stärkste Jahn-Boxer, Gracian Buryjanski, im Kadetten-Federgewicht (bis 54 Kilogramm) auf den Niederländer mit der besten Bilanz, Gradus Kraus von der „Boksvereniging Xhofleer“. Letzterer hat in elf Kämpfen zehn Siege und nur eine Niederlage verbucht. Im Männer-Halbweltergewicht (bis 64 Kilogramm) bekommt es Hassan Bakri vom TV Jahn mit Gino de Klerk (Aleco Boksacademie) zu tun. Ursprünglich sollten auch zwei Boxer des JC Bushido Delmenhorst gegen Niederländer kämpfen, doch die Bushido-Boxer sagten ab.

Neben dem sportlichen Teil will Ralf Carus den Gästen aus dem Nachbarland übrigens auch etwas von Delmenhorst zeigen. „Wir wollen über den Weihnachtsmarkt gehen und voraussichtlich den Wasserturm erkunden“, kündigt er an.

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