Der Fußball-Fernsehclub „Hütte54Martfeld“ feiert sein 25-Jähriges und präsentiert die Original-Meisterschale Deutschlands berühmteste Salatschüssel

Martfeld. Die Geschichte beginnt mit einem ganz gewöhnlichen Ritual unter sportbegeisterten Freunden. Mehrere Kumpels, in diesem Fall fünf, treffen sich zu einem gemütlichen Männer-Fußballabend.
09.05.2015, 00:00
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Deutschlands berühmteste Salatschüssel
Von Jens Hoffmann

Die Geschichte beginnt mit einem ganz gewöhnlichen Ritual unter sportbegeisterten Freunden. Mehrere Kumpels, in diesem Fall fünf, treffen sich zu einem gemütlichen Männer-Fußballabend. Im Fernsehen läuft ein Länderspiel, in diesem Fall ein ganz besonderes. Es ist das erste Spiel der Deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 1990 in Italien. 25 Jahre ist das jetzt her, und nicht nur in Martfeld fieberte man dem WM-Auftakt der Truppe um Teamchef Franz Beckenbauer entgegen. Der Rest ist bekannt: Deutschland gewann gegen Jugoslawien mit 4:1 und schwamm auf einer Welle der Euphorie in Richtung WM-Titel.

Auch im beschaulichen Martfeld war Italien auf einmal ganz nah. Besagte fünf Freunde beschlossen an diesem Abend, man schrieb den 10. Juni 1990, einen Verein zu gründen, einen Fußball-Fernsehclub, um genau zu sein. So entstand „Hütte54Martfeld“. Bis heute treffen sich die mittlerweile neun Mitglieder regelmäßig, um Fußball zu schauen. Es sei jedes Mal ein tolles Gemeinschaftserlebnis – zusammen jubeln, fluchen, diskutieren. Bundesliga, EM, WM, Länderspiele, Europapokal – ganz egal. Anlässe für zünftige Zusammenkünfte gibt’s eigentlich immer. Ein eigenes Klubhaus in Form einer Hütte, praktischerweise im Garten eines der Mitglieder gelegen, existiert mittlerweile auch. Es ist mit reichlich Fan-Utensilien dekoriert, nebst einer Meisterschale (allerdings einer aus Pappe). Das Original ist aber bereits im Anflug, doch dazu später mehr. . .

„Nur im Winter weichen wir gerne mal in ein warmes Wohnzimmer aus“, ergänzt Torsten Tobeck, der seit der Gründung dabei ist, mittlerweile als Geschäftsführer des nicht eingetragenen Vereins fungiert und erklärter Bayern-Fan ist. Logisch, dass die regelmäßigen Ausflüge dieser eingeschworenen Gruppe auch nach München führen, aber genauso nach Dortmund, Berlin, Stuttgart, Hamburg, Hannover oder Gelsenkirchen. Ein Mal pro Jahr wird ein Bundesliga-Wochenende mit allem, was dazugehört, durchgezogen. Live-Spiel, Stadtbesichtigung, Kneipentour. „Ohne unsere Frauen“, bemerkt Tobeck schmunzelnd. Auch im Ausland seien sie bereits gewesen. Und Spiele in Bremen stehen natürlich auch auf dem Programm – Ehrensache. Die meisten Mitglieder sind dann eben doch Werder-Anhänger.

Sie, aber auch alle anderen, werden sich am heutigen Sonnabend bestimmt gerne an erfolgreiche Zeiten zurückerinnern. Denn die Jungs aus Martfeld, die alle zwischen Mitte 40 und Anfang 50 sind, haben erfolgreich an einer Aktion eines großen Bundesliga-Sponsors teilgenommen. Das Motto lautete: „Die Meisterschale und Du“. Und diese original DFB-Meisterschale wird nun am heutigen Sonnabend ab 13 Uhr (bis circa 16.30 Uhr) auf dem Sportplatz in Martfeld präsentiert. Ein buntes Rahmenprogramm inklusive. Verantwortlich dafür zeichnet neben „Hütte54“, das die als „Deutschlands berühmteste Salatschüssel“ bekannte Trophäe passend zum 25-jährigen Vereinsbestehen in seinen Heimatort holt, auch der TSV Martfeld. Ein schwerer Truck wird auf dem Sportgelände vorfahren, um das gute Stück ins rechte Licht zu rücken. Jeder, der will, kann die Meisterschale in Augenschein nehmen und sich mit ihr fotografieren lassen. Getränke- und Essenstände gibt’s auch und diverse Aktionen rund ums Thema Fußball ebenfalls – natürlich auch das obligatorische Torwandschießen.

Die Spannung steigt

Bei den Hütte-Jungs fiebert man dem Wochenende jedenfalls mächtig entgegen. Und eine kleine interne Spitze kann sich Torsten Tobeck nicht verkneifen: „Für Werder-Fans ist es bestimmt schön, die Schale mal wieder in der Nähe von Bremen zu erleben“, sagt er, der Bayern-Fan.

Der Spaß kommt bei „Hütte54Martfeld“ jedenfalls nicht zu kurz, egal, wer nun wem die Daumen drückt. Der ungewöhnliche Name ist dabei einfach nur konsequent: Hütte, weil das Vereinsdomizil eben eine Hütte ist, und 54, weil das ursprüngliche Vereins-Outfit ein Retro-Shirt der 54er Weltmeister war. Ähnlich wie Fritz Walter und Co., die sich stets über ihren ausgeprägten Zusammenhalt in der Mannschaft definierten, packt auch bei den Martfeldern jeder mit an. „Bei uns hat jeder eine Funktion“, bestätigt Torsten Tobeck. Er selbst ist Geschäftsführer, aber es gibt auch einen 1. und 2. Vorsitzenden, einen Schriftführer, einen Hüttenwart und sogar einen Eventmanager, der die Reisen plant. Alles mit einem Augenzwinkern, denn Fußball ist ja bekanntlich die schönste Nebensache der Welt.

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