Ü40-Auswahl der Handball-Region Oldenburg fiebert erstem Spiel am Montag entgegen / Team hat eine Zukunft Die alten Männer und der Ball

Sie feierten früher gemeinsam Erfolge oder bekämpften sich auf dem Feld: In der neu gegründeten Ü40-Auswahl der Handball-Region Oldenburg laufen einige der bekanntesten Spieler der vergangenen Jahrzehnte aus Delmenhorst und dem Landkreis Oldenburg auf. Am Montag bestreitet das Team sein erstes Spiel, danach sollen weitere Auftritte folgen.
24.05.2014, 00:00
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Die alten Männer und der Ball
Von Christoph Bähr

Sie feierten früher gemeinsam Erfolge oder bekämpften sich auf dem Feld: In der neu gegründeten Ü40-Auswahl der Handball-Region Oldenburg laufen einige der bekanntesten Spieler der vergangenen Jahrzehnte aus Delmenhorst und dem Landkreis Oldenburg auf. Am Montag bestreitet das Team sein erstes Spiel, danach sollen weitere Auftritte folgen.

Frank Mehrings musste arbeiten und kam daher etwas verspätet zum Training. Als er die Neerstedter Sporthalle betrat, standen seine Teamkollegen aus der Ü40-Auswahl der Handball-Region Oldenburg schon auf dem Feld, und der 47-Jährige war bei dem Anblick erst einmal erleichtert. „Da habe ich geguckt und festgestellt, dass ich nicht der Älteste und auch nicht der Dickste bin“, erzählt Mehrings lachend. „In beiden Kategorien liege ich im Mittelfeld. Das ist schon ganz gut so.“ Wenn am Montag die „Gold Stars“ um Stefan Kretzschmar in der Halle der Wildeshauser Wallschule gastierten, bestreitet die Ü40-Mannschaft ab 18.30 Uhr das Vorspiel. Gegner ist eine Ü40-Auswahl der Region Oldenburger Münsterland.

Das Team der HRO hat Friedel Schulenberg, der Handball-Abteilungsleiter des TV Neerstedt, zusammengestellt. Lange überlegen musste er bei der Kadernominierung nicht. „Ich bin seit 50 Jahren in der Szene, da fielen mir die Namen sofort ein. Das sind alles Spieler, die hier in der Region zu den überragenden Handballern zählten“, betont Schulenberg. Bis auf Jurrien Nijhof von der TSG Hatten-Sandkrug, der beruflich verhindert ist, musste niemand passen. „Alle haben sofort zugesagt und freuen sich auf das Spiel“, berichtet Schulenberg. Mehrings stimmt zu: „Das ist eine tolle Idee. Schön, dass an uns alte Säcke gedacht wurde.“

Einmal trainierten die Routiniers zur Vorbereitung. „Friedel hat uns ordentlich durch die Halle gejagt. Dann gab es ein Spiel gegen die zweite Herren des TV Neerstedt, und schließlich haben wir gegrillt. Ein gelungener Sonntag“, fasst Mehrings zusammen. Coach Schulenberg zeigt sich regelrecht beeindruckt von seiner Mannschaft: „Ich war schon überrascht, in welch gutem Zustand alle sind.“ Taktisch hat er zudem unzählige Optionen, denn die Ü40-Auswahl bietet einen im Handball äußerst seltenen Luxus: „Wir haben unglaublich viele Linkshändern dabei“, erzählt Schulenberg.

Eine Sorge hat Frank Mehrings aber doch: „Wir müssen schon sehen, dass die Luft reicht“, sagt der Sportliche Leiter der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg mit Blick auf die Spielzeit von zweimal 30 Minuten. Er ist daher froh, dass auch einige Akteure im Kader stehen, die noch aktiv sind. Jens Hafemann spielte kürzlich sogar aushilfsweise für die erste Mannschaft der HSG Delmenhorst in der Verbandsliga. Ralph Ohlebusch und Frank Rais laufen für Grüppenbührens drittes Team in der Weser-Ems-Liga auf. Das Zusammenspiel auf dem Feld funktioniert laut Mehrings problemlos. „Man kennt sich doch seit einer gefühlten Ewigkeit. Wir haben viele Schlachten zusammen geschlagen.“ Auch mit einigen gegnerischen Spielern aus dem Oldenburger Münsterland wie etwa Manfred und „Matschi“ Nachtigall verbindet Mehrings Erinnerungen. „Die Frage ist nur, ob man sich wiedererkennt. Als ich früher gegen die gespielt habe, hatte ich schließlich auch noch mehr Haare als heute“, scherzt er.

Der 47-Jährige mit dem Spitznamen „Schädel“ war zu seiner aktiven Zeit ob seiner kompromisslosen Art gefürchtet, am Montag muss sich aber keiner Sorgen machen. „Es geht darum, Spaß zu haben. Und am nächsten Tag müssen wir ja alle wieder arbeiten“, sagt Mehrings. Ehrgeiz ist dennoch vorhanden. „Wenn der Anpfiff ertönt, geht es nur noch um den Sieg. Für uns ist es ein Heimspiel, das muss man gewinnen“, unterstreicht Mehrings. Auch Schulenberg will den Erfolg, schränkt aber ein: „Das Ergebnis ist zweitrangig.“ Wichtiger ist für ihn, sich vor großem Publikum gut zu präsentieren. „Alle aus der Mannschaft haben so viel für den Handball geleistet. Sie haben es einfach verdient, noch einmal in der Öffentlichkeit zu stehen.“

Zunächst sollte das Spiel am Montag übrigens eine einmalige Sache sein, doch nun wird es wohl zur Geburtsstunde der neuen Ü40-Auswahl. Da die Resonanz bisher so positiv war, hat Wolfgang Sasse große Pläne. „Drei- oder viermal im Jahr soll es künftig Turniere der Ü40-Mannschaften geben, die die Handball-Regionen im Wechsel ausrichten“, erklärt der HRO-Vorsitzende. „Jetzt haben wir doch gesehen, dass so etwas durchaus von Interesse ist.“

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