Reinhard Rauball zu Polizeikosten im Fußball Die DFL lehnt einen bundesweiten Fonds ab

Bremen will, dass die DFL in einen Fonds einzahlt, aus dem Polizei-Einsätze bezahlt werden können. Liga-Präsident Reinhard Rauball schildert im Gastbeitrag, wieso sein Verband gegen den Vorschlag ist.
11.06.2019, 16:06
Lesedauer: 2 Min
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Von Reinhard Rauball

Der Fußball steht unstrittig in der Mitte unserer Gesellschaft. Er bringt Menschen zusammen und sorgt regelmäßig für große Emotionen. Leider kommt es rund um Fußballspiele auch zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Die Bekämpfung der Ursachen von Gewalt ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, an der sich der Fußball nachdrücklich und nachhaltig beteiligt. DFL, DFB und Clubs engagieren sich seit Jahren mit großem Aufwand, persönlichem Engagement und Millionen-Beträgen für Prävention und Sicherheit.

Die öffentliche Sicherheit aber mit einem Preisschild zu versehen, ist der falsche Weg. Die Regelung des Bremischen Gebühren- und Beitragsgesetzes zur Verrechnung von Polizeikosten löst weder gesellschaftliche Gewalt-Probleme, noch hilft sie dabei, in Zeiten von Personalmangel die Einsatzstunden von Polizistinnen und Polizisten zu reduzieren. Auch deshalb lehnt die DFL einen wie auch immer gearteten bundesweiten Fonds ab.

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Deutlich mehr Erfolg verspricht der Ansatz der „Stadionallianzen“ in Baden-Württemberg. Hier findet eine Intensivierung und Weiterentwicklung der Zusammenarbeit von Vereinen und Sicherheitsbehörden statt. Dieses gute Zusammenspiel führte innerhalb eines Jahres in den ersten fünf Ligen zu einer erheblichen Reduzierung von Polizei-Einsatzstunden bei gleichbleibend hohem Sicherheitsniveau im Land. Der Innenminister von Baden-Württemberg, Thomas Strobl, stellte bei der Vorstellung der ersten Jahresbilanz klar: „Uns geht es um Sicherheit, nicht ums Abkassieren.“ Es geht darum, in Lösungen zu denken!

Die DFL hat auch dem Bremer Senat in verschiedensten Gesprächen angeboten, in gemeinsamer Abstimmung vorzugehen, um die Belastung der Polizistinnen und Polizisten zu senken und gleichzeitig das Sicherheitsniveau aufrecht zu erhalten. Unsere unterschiedlichen Rechtsauffassungen sollten uns nicht bei der Suche nach Verbesserungen im Weg stehen.

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Der Fußball wird weiterhin seiner gesellschaftspolitischen Verantwortung gerecht werden und dort tätig sein, wo er Zuständigkeit und Einfluss hat: im Bereich der Prävention, in der Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbehörden und mit eigenen Sicherheitskräften innerhalb des Stadions. Damit dieses Gefüge funktioniert, bedarf es Verlässlichkeit seitens der Politik. Die Innenminister von Hessen und Bayern, Peter Beuth und Joachim Herrmann, haben jüngst noch einmal eine klare Haltung eingenommen – im Sinne einer Ablehnung einer Kostenbeteiligung bei gleichzeitig konsequenter Zusammenarbeit aller Beteiligten.

Info

Zur Person

Unser Gastautor Reinhard Rauball ist seit August 2007 Präsident des DFL Deutsche Fußball Liga e.V. und 1. Vizepräsident des DFB. Der 72-Jährige ist zudem Präsident von Borussia Dortmund.

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