DC Vegesack Bremen wird zum fünften Mal Deutscher Meister und gewinnt auch den Pokal Die Dortmunder des Dartsports

Was Borussia Dortmund im Fußball gelang, hat der Dart-Club Vegesack (DCV) im Präzisionssport mit den kleinen Pfeilen geschafft: Er wurde in Hamburg zum vierten Mal in Folge und zum fünften Mal insgesamt Deutscher Meister und gewann zudem in Hanau den begehrten Deutschen Pokal.
16.06.2012, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Klaus Grunewald

Was Borussia Dortmund im Fußball gelang, hat der Dart-Club Vegesack (DCV) im Präzisionssport mit den kleinen Pfeilen geschafft: Er wurde in Hamburg zum vierten Mal in Folge und zum fünften Mal insgesamt Deutscher Meister und gewann zudem in Hanau den begehrten Deutschen Pokal.

Vegesack. Dass die besten deutschen Dartspieler im kleinsten Bundesland zuhause sind, kommt nach den Worten ihres Kapitäns Detlef ("Doli") Dolinski nicht von ungefähr: "Der Stamm der Mannschaft spielt seit der Clubgründung im ehemaligen SAV-Vereinsheim Heidkuhle im Jahre 1986 zusammen, die meisten trainieren fast täglich." Das allerdings schon seit geraumer Zeit im "Dartpalast" Habenhausen.

In Hamburg trafen jetzt die acht besten Mannschaften der Bundesliga-Nord und Bundesliga-Süd zunächst in zwei Vierergruppen aufeinander, um später den Deutschen Meister des Jahres 2012 zu ermitteln. Als Favoriten wurden der Rekordtitelträger der 2003/2004 vom Deutschen Dart-Verband gegründeten Bundesliga, DC Vegesack Bremen, sowie sein alter Rivale und Nordmeister DSC Bochum gehandelt, der den "Pott" bislang drei Mal gewann. Die Hanseaten hatten es in der Vorrunde mit dem Südmeister DC Royal Eifel Bitburg, mit dem DC Rainbow Bad Waldsee (Baden-Württemberg) und den Vikings aus Berlin zu tun. Nach einem schnellen 11:1-Sieg gegen die Spree-Athener setzten sich die Vegesacker knapp aber verdient 7:5 gegen Bad Waldsee durch und fertigten anschließend den Südmeister aus Bitburg mit 10:2 ab. Dolinski: "Das war schon eine souveräne Leistung von uns."

Im Halbfinale trafen die Vegesacker dann auf ihren alten Westrivalen DSC Bochum, mit dem zusammen sie seit Jahren der Bundesliga Nord den Stempel aufdrücken. Und wie erwartet, sollte es zu einer spannenden Auseinandersetzung kommen: Sefik Gergin brachte die Norddeutschen in Front, Rene Länder verlor seine Einzelpartie, aber Andre Welge, Michael Klönhammer und Bernd Buchal sorgten für eine 4:1-Führung, legten damit den Grundstein für den Einzug ins Finale. Doch zuvor sollte es noch einmal eng werden, denn der Ranglistenerste in Deutschland, Tomas Seyler (Vegesack), unterlag dem Ranglistenzweiten, Kevin Münch (Bochum), knapp mit 2:3. Und als der Titelverteidiger aus Bremen auch die nächsten beiden Einzel abgab, stand es 4:4. Die Doppel mussten also die Entscheidung bringen. Welge/Buchal, Seyler/Balzuweit und GerginKlönhammer ließen ihren Konkurrenten indes keine Chance und ebneten den Weg ins Finale. In der Halle war man sich einig: "Zwischen Vegesack und Bochum hat das vorweggenommene Endspiel stattgefunden."

Im Finale traf der DC Vegesack freilich auf den Außenseiter aus Bad Waldsee, der im zweiten Halbfinale dem favorisierten DV Kaiserslautern überraschend das Nachsehen gegeben hatte. Doch die Dartspezialisten von der Weser ließen sich von der Mannschaft aus dem Landkreis Ravensburg nicht die Butter vom Brot nehmen. Während Klönhammer und Länder ihre Einzel verloren, sorgten Gergin, Welge, Seyler, Erkelenz, Buchal und Tupuschis für einen 6:2-Vorsprung. Der entscheidende siebte Punkt wurde schließlich in einer dramatischen Auseinandersetzung vom Vegesacker Doppel Wagner/Klittmann eingesackt, das einen 0:2-Rückstand in einen 3:2-Sieg drehte. Der Wurf zum Titelgewinn blieb ausgerechnet Klaus Wagner vorbehalten, der in Hamburg sein letztes Bundesligaspiel bestritt und von der jubelnden Mannschaft "begraben" wurde, als sein Dart das Ziel im Board gefunden hatte.

Mit ihrer fünften Deutschen Meisterschaft gaben sich die Hanseaten allerdings noch nicht zufrieden. Wie die Dortmunder im Fußball wollten sie das Double im Dart. Und sie schafften es: In Hanau setzte sich der DC Vegesack gegen die zehn Pokalsieger aus den einzelnen Landesverbänden durch und schlug im Endspiel den DV Kaiserslautern sicher mit 7:3. Damit kann das Team, in dem zurzeit nur noch "Doli" Dolinski und "Mecki" Klönhammer die einzigen Vegesacker sind, auf eine ungewöhnlich erfolgreiche Bilanz verweisen: fünf Deutsche Meistertitel, zwei Deutsche Pokalsiege, zehn Bremer Landesmeisterschaften (an denen man seit Bestehen der Bundesliga nicht mehr teilnehmen darf) und 16 Bremer Pokalsiege sind nun auf der Ehrentafel des Klubs vermerkt.

Zum Kader gehören 13 Dartsspieler im Alter von 20 bis 51 Jahren, jeweils acht kommen in einer Meisterschaftsbegegnung zum Einsatz. Und das Team fühlt sich nach wie vor als Vegesacker. Detlef Dolinski: "Wir haben unsere Wurzeln nicht vergessen."

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