Nachgefragt „Die Erfolge haben dem Team gutgetan“

Marc Hanisch hat den HC Delmenhorst zusammen mit Christian Bremer auf Rang drei in der 1. Hockey-Verbandsliga geführt. Nun hört er aber wieder auf.
20.02.2018, 14:22
Lesedauer: 3 Min
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Von Nico Nadig

Herr Hanisch, die Hockey-Herren des HC Delmenhorst haben die Hallensaison in der 1. Verbandsliga Bremen auf dem dritten Rang beendet. Wie zufrieden kann man damit sein?

Marc Hanisch: Zu Beginn der Saison wären wir damit sehr zufrieden gewesen. Nach dem Verlauf würde ich jetzt aber sagen, dass Platz zwei besser gewesen wäre. Gegen den Club zur Vahr III haben wir das Hin- mit einem Tor und das Rückspiel mit zwei Toren Unterschied verloren. Mit etwas mehr Fortune hätten wir beide Partien gewinnen können. Dann würden wir statt dem Club zur Vahr auf Rang zwei stehen.

Wäre denn noch mehr möglich gewesen in dieser Saison?

Nein, der GVO Oldenburg war ganz klar überlegen, das müssen wir anerkennen. Aber vielleicht ist die Saison noch gar nicht zu Ende für uns. Wenn der Bremer HC in die Regionalliga aufsteigt, haben wir als Dritter eine Relegationspartie zur Oberliga. Der Club zur Vahr III darf nämlich nicht aufsteigen. Das entscheidet sich an diesem Sonnabend.

In welchen Bereichen hat sich die Mannschaft unter Christian Bremer und Ihnen weiterentwickelt?

Die Trainingsbeteiligung ist wesentlich höher gewesen. Zum finalen Spiel in Wilhelmshaven sind wir mit acht Leuten gefahren. Es ist selbstverständlich, dass von den 14 Akteuren mal der eine oder andere aus beruflichen Gründen beim Training fehlt. Aber wichtig ist, dass die Mannschaft gefestigter ist, weil die Spieler auch privat wieder mehr miteinander zu tun haben. Der Teamgeist ist einfach wieder da.

Wie funktionierte denn die Zusammenarbeit zwischen Bremer und Ihnen? Sie betreuten die Mannschaft ja hauptsächlich am Wochenende bei Punktspielen.

Ich kenne Christian schon ewig, wir haben selbst zusammengespielt. Ich weiß daher, was er verlangt. Vor einer Partie haben wir uns zusammengesetzt und besprochen, wie die Ausrichtung ist. Mal haben wir das beim Abschlusstraining gemacht, mal über das Telefon, wenn ich länger arbeiten musste. Letztlich hat Christian sich um das Spielerische und Taktische gekümmert, dafür habe ich ihm den Rücken in Sachen Organisation freigehalten. Ich habe auch die disziplinarischen Maßnahmen mitgetragen. Christian hat klar gesagt, wer nicht zum Training kommt, der spielt auch nicht. Das hat gefruchtet, weil die jüngeren Spieler auch einfach Respekt vor Christian hatten. Bis dato kannten sie ihn ja nur von der gegnerischen Trainerbank.

Wie hat die Mannschaft Sie akzeptiert, wenn Sie zum größten Teil nur bei den Spielen selbst dabei waren? Gab es da Probleme?

Ich habe mit den Jungs selber noch zusammengespielt, deshalb glaube ich nicht, dass irgendwer ein Problem mit mir hatte. Zu Beginn der Saison wäre es ohne jemanden auf der Bank zu Unruhen gekommen. Wegen Kleinigkeiten hätten sich die Spieler angemacht. Alle haben nun ihre Interessen zurückgestellt, meine Ansagen wurden akzeptiert. Natürlich habe ich die Spieler im Nachhinein gefragt, wie sie das fanden. Heutzutage bringt ein diktatorischer Stil nicht mehr viel, man muss die Jungs mit ins Boot holen. Kompromisse sind wichtig. Das haben wir gut hingekriegt.

Wie geht es jetzt mit Ihnen weiter? Bleiben Sie dem HCD als Trainer mit Christian Bremer erhalten?

Nein, ich höre zur Feldsaison auf. Mit Christian befindet sich der Verein in Gesprächen. Mir sind einfach die Fahrten nach Hannover oder Hamburg in der Oberliga zu weit, darauf habe ich keine Lust mehr. Für den Übergang war das ganz gut, aber eine Dauerlösung ist diese Aufteilung nicht. Das Team braucht einen Trainer, der von der ersten bis zur letzten Minute dabei ist. Außerdem würde ich selber wieder gerne in der zweiten Mannschaft spielen.

Nichtsdestotrotz kennen Sie die Mannschaft gut. Was trauen Sie ihr in der zweiten Hälfte der Feldsaison zu? Aktuell belegt der HCD in der Oberliga den letzten Platz.

Man muss versuchen, die Klasse zu halten, und das ist auf jeden Fall auch zu meistern. Viele der Spiele sind doch relativ offen, es wird deshalb eine spannende Runde. Die Erfolge in der Halle haben der Mannschaft gutgetan, genauso wie die Ruhe nach den Querelen vor der Saison.

Das Interview führte Nico Nadig.

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