Durch das 4:0 gegen Köln bleibt Hoffenheim in dieser Saison ungeschlagen – und das hat längst nichts mehr mit Zufall zu tun Die Erfolgsgierigen

Hoffenheim. Nun also auch noch Baris Atik: Als Trainer Julian Nagelsmann den kleinen Techniker, Typ Bolzplatzgott, nach einer Stunde Spielzeit gegen den 1. FC Köln zum ersten Mal in die Bundesliga-Mannschaft der TSG Hoffenheim einwechselte, standen gleich vier Talente aus dem eigenen Nachwuchs für die TSG Hoffenheim auf dem Platz.
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Von Tobias Schächter

Hoffenheim. Nun also auch noch Baris Atik: Als Trainer Julian Nagelsmann den kleinen Techniker, Typ Bolzplatzgott, nach einer Stunde Spielzeit gegen den 1. FC Köln zum ersten Mal in die Bundesliga-Mannschaft der TSG Hoffenheim einwechselte, standen gleich vier Talente aus dem eigenen Nachwuchs für die TSG Hoffenheim auf dem Platz. Und weil später auch noch Philipp Ochs zum Einsatz kam, beendete die TSG den 4:0-Triumph gegen Köln mit fünf Talenten aus der eigenen Jugendabteilung. Es ließ sich feststellen: Der frühere Jugendtrainer Nagelsmann hat dem heutigen Profitrainer Nagelsmann die Spieler in den vergangenen Jahren quasi selbst ausgebildet.

Das ist insofern praktisch, als dass die Spieler sofort wissen, was der Trainer von ihnen will. Niklas Süle ist mittlerweile Nationalspieler, Jeremy Toljan wie auch Süle Olympiazweiter, dazu war er am Sonnabend Torschütze und Vorbereiter. Nadiem Amiri gilt als eines der größten Mittelfeldtalente des Landes. Ochs und Atik schließlich kamen am Sonnabend für eine Mannschaft zum Einsatz, die auch nach Spieltag 13 noch ungeschlagen ist und immer mehr ein ernsthafter Kandidat für die Europapokalplätze wird.

„Zufall ist das nicht mehr, dass wir da oben stehen“, sagte Alexander Rosen, Sportdirektor in Hoffenheim, und scherzte: „Sonst wären wir ja keine Eintagsfliege, sondern eine Dreizehntagsfliege.“ Stimmt schon, von so einem Exemplar haben selbst weitgereiste Fliegenforscher noch nichts gehört.

In Hoffenheim wächst eine Mannschaft mehr und mehr zusammen, von der von Spieltag zu Spieltag unklarer wird, wo eigentlich ihre Grenzen liegen. Die Nagelsmann-Elf erweckte gegen Köln den Eindruck, dass sie auch noch eine dritte Halbzeit mit Vollgas auf weitere Tore gespielt hätte – statt sich mit dem bereits Erreichten zufrieden zu geben. So wie das in der Vergangenheit in Hoffenheim ja häufig der Fall war.

Die Erfolgsgier dieser aktuellen Elf ist in jeder Aktion zu sehen. Im Kader stimmt die Mischung aus hochveranlagten Talenten, die ganz nach oben wollen, und erfahrenen Profis, die sich in Hoffenheim Erfolge erhoffen. Der breite Kader gibt dem mutigen Trainer viele Möglichkeiten, sein taktisches Draufgängertum auszuleben. Der Konkurrenzdruck ist groß und scheint die Spieler mehr anzutreiben als zu hemmen. Ein Spieler wie Sebastian Rudy, 26 Jahre alt, erfüllt nach bleiernen Jahren plötzlich im Mittelfeld die Rolle des Antreibers, der weite Wege geht und viele Zweikämpfe gewinnt.

Und immer mehr zahlt sich die Verpflichtung von Mittelstürmer Sandro Wagner von Darmstadt 98 aus. Gegen Köln erzielte Wagner seine Saisontore sechs und sieben. Wichtiger noch: Mit seiner provokant körperlichen Art reißt der 29-Jährige Mitspieler und Publikum gleichermaßen mit. Bei seinem ersten Tor reagierte Wagner einfach schneller und energischer als die Kölner Abwehrspieler und drückte den Ball nach einem Lattenkopfball von Benjamin Hübner über die Linie (8.).

Und das vorentscheidende 3:0 (67.) köpfte der 1,94 Meter große Angreifer nach der Freistoßflanke des eingewechselten Mark Uth. „Es ist gut, so einen Panzer vorne drin zu haben“, lobte Sebastian Rudy seinen Kollegen: „Sandro kann eine Mannschaft mitreißen – und genau das tut er gerade.“

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