Handball-Landesliga

„Die Euphorie ist ein bisschen erhöht“

Mit vier Siegen ist der TV Oyten in die Saison gestartet. Im Interview spricht Spieler Sören Blumenthal über die jüngsten Erfolge und das Konzept, das in Oyten verfolgt wird.
09.10.2018, 19:00
Lesedauer: 3 Min
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„Die Euphorie ist ein bisschen erhöht“
Von Florian Cordes
„Die Euphorie ist ein bisschen erhöht“

Mit seinen 36 Jahren gehört Sören Blumenthal (am Ball) zu den älteren Spielern beim TV Oyten und somit auch zu den Leitwölfen.

Björn Hake
Herr Blumenthal, mit ihrem Team haben Sie aus den ersten vier Spielen 8:0 Punkte geholt. Haben Sie und Ihre Mitspieler mit solch einem guten Saisonstart gerechnet? Ihr Trainer Thomas Cordes hat mir bereits verraten, dass er selbst davon überrascht sei.

Sören Blumenthal: Unsere Trainer haben uns vor der Saison schon eingebläut, dass wir eine ruhige Saison spielen wollen. Anfangs hat man sich schon gefragt, ob das klappen kann. Auch weil die A-Jugendlichen mittrainieren und man nicht weiß, welcher von den Jungs in den Spielen dabei ist. Nach der Vorbereitung muss ich aber sagen, dass die Abstimmung im Team sehr gut passt. Dass wir aber so gut starten, hat nun wirklich niemand gerechnet. Das kam schon überraschend. Daher ist die Euphorie bei uns in der Mannschaft momentan schon ein bisschen erhöht.

Aber sie ist noch nicht zu hoch?

Nein, das auf keinen Fall. Natürlich sind wir froh über den Start, aber jeder weiß, dass das auch nur eine Momentaufnahme ist. Es kommen noch genügend schwere Spiele auf uns zu. Die hatten wir aber auch schon, zum Beispiel die Partie in Spaden. Solch eine Begegnung hätten wir in der vergangenen Saison wahrscheinlich verloren (der TVO gewann in Spaden mit 24:20, Anm. d. Red.).

Besonders auffällig ist, dass Ihr Team bislang nur 73 Gegentore kassiert hat. Das zeigt, wo eine der großen Stärken liegen. Warum aber ist die Deckungsarbeit bislang so gut? Wurde die Abwehr während der Vorbereitung besonders intensiv trainiert?

Ich glaube, ein ganz wichtiger Faktor ist unser A-Jugendlicher Timo Blau. Für seine jungen Jahre (der Kreisläufer mit Doppelspielrecht ist 18 Jahre alt, Anm. d. Red.) spielt er eine richtig gute 6:0-Deckung. Dazu haben wir noch unsere erfahrenen Björn Steinsträter, Jonas Schoof und Marcel Wrede. Das passt in der Abwehr ganz gut. Zudem haben wir mit Thomas Cordes ja auch noch einen echten Abwehrspezi als Trainer in der Halle. Da bleibt bei den Jungs dann natürlich auch ein bisschen was hängen (lacht). Vergessen darf man aber auch nicht, dass wir gute Torhüter hinter der Abwehr haben.

Auf der anderen Seiten wurde erst 92 Tore geworfen. Die Torausbeute ist sicherlich noch ausbaufähig. Was wird im Angriff aktuell noch falsch gemacht?

Ehrlich gesagt, kann ich gar nicht sagen, woran das genau liegt. Aber wir leisten uns schon noch viele technische Fehler. Die Fehlpassquote ist ebenfalls noch recht hoch. Manche Spieler sind in einigen Situationen vielleicht noch zu nervös. Gegen Grambke haben wir zudem viele freie Würfe nicht genutzt. Daher können wir umso glücklicher sein, dass die Defensive so gut steht.

Oder sind die Schwächen in der Offensive einfach die Konsequenz daraus, dass sich sehr auf eine gute Deckung konzentriert wird?

Nein, das würde ich nicht sagen. Aber wie eben schon gesagt: Aufgrund der guten Defensive können wir uns derzeit die Fehlwürfe leisten. Wobei das nicht überheblich klingen soll. Momentan sind wir einfach nur froh, wo wir stehen. Mit Sulingen wartet aber schon bald ein echter Gradmesser auf uns. Gegen Stuhr und Daverden müssen wir auch noch ran. Da kommen noch genügen schwere Brocken. Die jetzige Situation genießen wir aber schon. Dennoch werden wir im Training weiter hart an uns arbeiten.

Welchen Anteil haben die Trainer an dem starken Saisonstart?

Die beiden teilen sich die Trainingseinheiten gut auf. Vor allem vermittelt Jürgen Prütt mit seiner Erfahrung sehr viel Ruhe in unseren Spielen. Einige sind doch hin und wieder zu hibbelig. Aber beide Trainer haben einen großen Anteil. Sie bereiten jedes Training und jedes Spiel sehr gut vor. Es findet mit ihnen immer ein reger Austausch statt.

Eingangs haben Sie schon das Konzept angesprochen, das in Oyten verfolgt wird. Unter anderem sollen die A-Jugendlichen frühzeitig an den Herrenbereich herangeführt werden. Welche Ziele kann der Verein in Zukunft mit diesem Konzept erreichen?

Ich habe da ein bisschen eine geteilte Meinung: Einerseits bin ich Co-Trainer der A-Jugend, andererseits Spieler der Ersten Herren. Bei der A-Jugend könnte es in der Bundesliga sicher besser laufen. Vielleicht liegt es ein wenig an der Doppelbelastung, dass dort erst wenig Punkte geholt worden sind. Aber das gesamte Konzept ist gut, weil ein Rädchen ins andere greift. Und der jetzige Erfolg gibt uns ja auch Recht. Eine Zielsetzung werde ich aber nicht nennen. Denn dann hätten wir ja eine (lacht). Ich fände es persönlich schön, wenn ein paar von den jungen Spielern in Oyten bleiben. Sie werden hier gut ausgebildet. Sollten wir drei, vier oder mehr Spieler halten, könnte aber durchaus etwas Größeres entstehen.

Das Interview führte Florian Cordes.

Info

Zur Person

Sören Blumenthal (36)

ist Spieler beim Handball-Landesligisten TV Oyten. Mit dem von Jürgen Prütt und Thomas Cordes trainierten Team hat er einen perfekten Saisonstart hingelegt. Mit 8:0 Punkten führt der TVO die Tabelle an. Gleichzeitig ist er Co-Trainer der männlichen A-Jugend aus Oyten, die ihr zweites Bundesligajahr bestreitet.

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