Wie schwer ist Aufsteiger FC Hambergen bei seiner Rückkehr in die Landesliga? Die Gewichtsfrage

Anders als die Landesliga-Konkurrenz in der direkten Nachbarschaft hat der Meister der Fußball-Bezirksliga 3, FC Hambergen, nicht für die kommende Saison aufgerüstet. So muss das bewährte Personal zeigen, dass es seine Lehren aus der Abstiegs-Saison von vor zwei Jahren gezogen hat.
02.08.2013, 05:00
Lesedauer: 6 Min
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Von Karsten Hollmann

Anders als die Landesliga-Konkurrenz in der direkten Nachbarschaft hat der Meister der Fußball-Bezirksliga 3, FC Hambergen, nicht für die kommende Saison aufgerüstet. So muss das bewährte Personal zeigen, dass es seine Lehren aus der Abstiegs-Saison von vor zwei Jahren gezogen hat.

Hambergen. 16 Punkte sind der Maßstab für die neue Saison des FC Hambergen in der Fußball-Landesliga. Eben jene 16 Zähler holten die "Zebras" bei ihrem letzten Landesliga-Abenteuer vor zwei Jahren. Damals stiegen die Rot-Weißen mit 115 Gegentoren als Schlusslicht sang- und klanglos wieder ab. FCH-Spielertrainer Christian Hasloop nennt nicht den Klassenerhalt als Saisonziel, sondern nur eine Verbesserung jener mageren 16 Punkte.

"Beim letzten Mal in der Landesliga sind wir gewogen und für zu leicht befunden worden. Jetzt wollen wir uns wieder wiegen lassen. Mal sehen, wie schwer wir jetzt sind", erklärte Christian Hasloop. Der 33-jährige Spielertrainer dürfte der jüngste Coach der Liga sein. Er hatte das Ruder in der Winterpause der Saison 2011/2012 übernommen, vermochte den Abstieg aber auch nicht mehr zu verhindern. Wer gedacht hat, dass sich die Hamberger angesichts ihrer ersten Bruchlandung nun namhaft verstärken würde, irrt. Keiner der fünf neuen Akteure verfügt über eine Erfahrung auf diesem Niveau. Ramon Barden und Janik Balke kickten sogar für den TV Axstedt in der 2. Kreisklasse Osterholz. Christian Hasloop hat aber auch nicht lautstark nach klangvollen Verstärkungen verlangt. Er ist der Mann der ruhigen Töne und nimmt die Bedingungen in Hambergen fast schon in buddhistischer Tradition gelassen an, wie sie sind. "Jeder Verein muss seinen eigenen Weg wählen. Wir bauen eben auf den Nachwuchs aus dem eigenen Verein und auf talentierte Spieler aus der Umgebung", so Hasloop.

Die Hamberger sind in der Nachbarschaft sozusagen eingekreist von potenteren Landesligisten: VSK Osterholz-Scharmbeck, FC Hagen/Uthlede, SV Blau-Weiß Bornreihe. Interessante Spieler werden natürlich auch von diesen Vereinen überprüft. Hasloop hätte sich sicherlich auch nicht gegen Neuzugänge wie Patrick Müller und Jascha Stern gewehrt, die sich bekanntlich dem FC Hagen/Uthlede anschlossen. Doch die Hamberger gehen eben ihren eigenen Weg. "Patrick Müller und Jascha Stern sind Bomben-Fußballer. Aber sie haben auch einen Bezug zum FC Hagen/Uthlede. Ich freue mich für unseren Nachbarn. Neidisch bin ich deshalb aber nicht", versicherte Hasloop.

Der FC Hambergen möchte in der kommenden Landesliga-Saison einfach besser mithalten als zuletzt. "Wir wollen nicht mehr in so vielen Spielen bereits nach einer Viertelstunde hoffnungslos mit 0:3 zurückliegen. Natürlich wird es auch mal die eine oder andere deutlichere Niederlage geben wie zuletzt beim 0:6 im Pokal gegen den VSK Osterholz-Scharmbeck. Aber gegen Mannschaften, die nicht das Niveau des VSK haben, darf uns dies nicht mehr passieren." Hasloop hat mit seinen Mannen besonders viel im taktischen Bereich gearbeitet, um auf jeden einzelnen Gegner flexibel reagieren zu können. Grundsätzlich wollen sich die "Zebras" dabei aber nicht zu sehr in die eigene Hälfte zurückziehen. Hasloop: "Das hat vor zwei Jahren schon nicht funktioniert. Wenn wir uns alle am eigenen Strafraum versammeln, findet der Gegner irgendwann die Lücke. Deshalb wollen wir zwar defensiv gut stehen, ohne dabei aber die Offensive zu vergessen."

Viel hängt natürlich auch von Goalgetter Dennis Heineke ab. Damit seine alte Verletzung (siehe auch Interview auf dieser Seite) nicht wieder aufbricht, wird "Heini" ganz behutsam aufgebaut. "Dennis ist sowohl als Fußballer als auch Mensch enorm wichtig für unsere Mannschaft. Er soll ganz langsam zu seiner alten Stärke zurückfinden oder sogar darüber hinaus gehen", so der Trainer. Ansonsten sieht es im Hamberger Sturm eher mau aus. Mit Oliver Pleuß steht nur noch ein weiterer nomineller Angreifer zur Verfügung.

Auftakt morgen mit Auswärtsspiel

Pleuß habe sich aber nach seinem Sprung vergangene Saison aus der 1. Kreisklasse in die Bezirksliga gut gemacht, betonte Hasloop. Mit Marius Warnecke, Torsten Plewa und Torben Prigge stehen gleich drei torgefährliche Akteure nicht mehr zur Verfügung. Während Plewa und Prigge der Aufwand in der Landesliga zu hoch ist, wechselte Warnecke zum Kreisligisten TuSG Ritterhude. Von seinen bisher nur auf Kreisebene eingesetzten Neuzugängen erwartet Hasloop noch keine Wunderdinge: "Ich verlange nur von ihnen, dass sie wollen und sich langsam dem höheren Niveau anpassen. Sie müssen nicht die Spiele für uns gewinnen."

Hasloop baut zudem auf den Erfahrungsschatz, den die meisten seiner Akteure aus dem ersten Landesliga-Jahr mitgenommen haben. "Es geht darum, zu zeigen, dass wir uns weiter entwickelt haben. Dabei ist jeder einzelne Spieler, aber auch gerade die Mannschaft als Einheit gefragt", so der Coach. Allen Zweiflern zum Trotz gingen die Hamberger sehr optimistisch in die kommende Serie, die am morgigen Sonnabend (16 Uhr) mit dem Auswärtsspiel gegen den SV Eintracht Lüneburg beginnt. Langfristiges Ziel sei es, den vielen talentierten Nachwuchsspielern des Vereins eine vernünftige Zukunft zu bieten. Jascha Sobottka wird wegen einer Fußverletzung wohl die komplette Hinrunde verpassen.

„Ich kann keine Wunder vollbringen“

Dennis Heineke soll beim FC Hambergen in erster Linie für die Tore in der Fußball-Landesliga sorgen. Der 26-Jährige ist bereits seit sieben Jahren ein zuverlässiger Knipser bei den "Zebras". Karsten Hollmann sprach mit dem Goalgetter, der nach einem halben Jahr Verletzungspause (Schambeinverletzung) seit kurzem wieder spielt.

Glauben Sie, dass Ihr Team für das neue Landesliga-Abenteuer gut gerüstet ist?Dennis Heineke:

Es wird auf jeden Fall eine sehr schwierige Saison. Unser Ziel ist dennoch der Klassenerhalt.

Hätten Sie sich Neuzugänge von höherklassig erfahrenen Spielern gewünscht?

Natürlich. Aber für uns ist das finanziell einfach nicht machbar. Einige Akteure setzen sich lieber woanders auf die Bank, als bei uns zu spielen. Wir hätten auch gerne den einen oder anderen Spieler aus Wallhöfen gehabt. Aber das ist eben ein eingeschworener Haufen.

Wie lange wird es noch dauern, bis die Zuschauer den alten Dennis Heineke sehen?

Ich gehe davon aus, dass ich wohl noch fünf Spiele brauchen werde. Erschwerend hinzu kommt, dass das Niveau in der Landesliga natürlich wesentlich höher als in der Bezirksliga ist. Ich werde deshalb auch bestimmt nicht wieder 33 Tore wie in der Hinrunde der vergangenen Serie erzielen.

Sind Sie denn nach Ihrer Verletzung wieder beschwerdefrei?

Das Schambein ist zwar gut ausgeheilt. Dennoch zieht es nach so einer langen Pause an anderen Stellen hin und wieder.

Wie belastend ist es für Sie, dass alle von Ihnen viele Tore erwarten?

Ich kann keine Wunder vollbringen. Ich brauche die Unterstützung von ganz vielen Spielern. Alleine kann ich es nicht richten.

Kann der FCH mehr als die 16 Punkte von vor zwei Jahren holen?

Ja, davon bin ich fest überzeugt. Wir sind besser aufgestellt als noch vor zwei Jahren und haben mit Christian Hasloop einen guten Trainer. Alle Spieler ziehen voll mit. Es ist wichtig, dass wir als Mannschaft gut auftreten. Die besseren Einzelspieler haben schließlich die anderen Teams.

Wird es auch für Sie persönlich besser laufen als im ersten Landesliga-Jahr?

Ich muss mir selbst mehr Chancen erarbeiten als vor zwei Jahren. In der Bezirksliga hatte ich meistens sieben oder acht. In der Landesliga bekomme ich aber nur noch eine oder zwei. Ich möchte gerne zumindest zweistellig treffen.

Welche Qualitäten haben die Verteidiger in der Landesliga?

Das Problem ist, dass sie meistens genauso schnell sind wie ich.

Wer sind die Favoriten?

Der VSK Osterholz-Scharmbeck wird aus meiner Sicht ganz oben mitspielen. Ich schätze aber auch den Heeslinger SC hoch ein. Ich beschäftige mich aber eher mit den Mannschaften von unten. Ich denke, dass wir vielleicht Teams wie den SV Rot-Weiß Cuxhaven und MTV Dannenberg hinter uns lassen können.

„Ich kann keine Wunder vollbringen“

FC Hambergen

Neuzugänge: Janik Balke und Ramon Barden (beide TV Axstedt), Tom Wendelken (eigene A-Junioren), Maik Prigge und Gerrit Schröder (beide eigene Zweite)

Abgänge: Marius Warnecke (TuSG Ritterhude), Torsten Plewa (Karrierende), Torben Prigge (Pause)

Restkader: Christoph Marquardt, Philip Prigge, Christian Hasloop, Constantin Czieluch, Karsten Zimmermann, Andreas Züge, Kevin Prigge, Jan Horstmann, Kevin Struß, Malte Mahnken, Arne Sense, Marcel Konoppa, Lukas Böttjer, Sebastian Reckemeyer, Dennis Heineke, Oliver Pleuß, Nathaniel Johnson, Jascha Sobottka

Trainer: Christian Hasloop

Co-Trainer: Oliver Meyer

Torwarttrainer: Franz Wolke

Betreuer: Thomas Sczypka

Saisonziel: Besser abschneiden als in der ersten Landesliga-Saison

Favoriten: VSK Osterholz-Scharmb., SV Teut.Uelzen (kh)

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