Mitgemacht: Schnelle Erfolgserlebnisse auf der einzigen Padelanlage im Großraum Bremen

Die Glaswand und der Tennisball

Weyhe. Nur wenige Schritte vom Vereinsheim des Tennis Club 71 Weyhe entfernt steht ein rechteckiges Spielfeld: 20 Meter lang sowie zehn Meter breit. Umzäunt wird es von einer vier Meter hohen Glaswand.
13.07.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Nico Nadig

Weyhe. Nur wenige Schritte vom Vereinsheim des Tennis Club 71 Weyhe entfernt steht ein rechteckiges Spielfeld: 20 Meter lang sowie zehn Meter breit. Umzäunt wird es von einer vier Meter hohen Glaswand. Auf dem blauen, teppichähnlichen Boden stehen vier Spieler. Ein gelber Tennisball fliegt über das in der Mitte gespannte Netz, prallt mit voller Wucht gegen die Glasscheibe, ehe er wieder in die andere Hälfte gedonnert wird. „Wir spielen hier Padel. Das ist eine Mischung aus Tennis und Squash. Die Anlage hier ist die einzige im Großraum Bremen“, erklärt Alexander Schwarz, Vorsitzender des TC 71 Weyhe.

Die Sportart Padel hat ihren Ursprung in Südamerika, schwappte von dort nach Spanien über und findet mittlerweile auch immer mehr Anhänger in Deutschland – einer davon ist Malte Daum. Lange Zeit spielte er Tennis, doch vor knapp einem Jahr entdeckte er die Trendsportart für sich. „Padel ist sehr taktisch geprägt, da man ja normalerweise mit einem Partner auf das Feld tritt. Ich spiele es aktuell lieber als Tennis. Es ist halt ein Sport, den jeder machen kann. Die Technik ist am Anfang nicht ganz so wichtig“, meint Malte Daum. Ich möchte austesten, ob es wirklich so einfach ist und stelle mich selbst auf den Court.

Vorweg muss ich gestehen, dass Schlägersportarten wie Tennis oder Badminton nicht mein Fall sind. Ich empfinde sie meistens als langweilig. Padel ist da ganz anders, das merke ich schon nach wenigen Momenten. Aber der Reihe nach: Bevor ich meinen ersten Ball schlage, erklärt mir Malte Daum die wichtigsten Grundlagen: „Der Padel-Schläger ist kleiner als der beim Tennis. Außerdem hat er keine Umrandung und besteht durchgehend aus gefestigtem Schaumstoff. Die Regeln ähneln denen vom Tennis. Die Glaswand ist fester Bestandteil des Spiels, der Ball muss lediglich einmal aufkommen, bevor er sie berührt.“

Dann geht es los: Malte Daum serviert mir einen Ball nach dem anderen, und zu meinem Erstaunen treffe ich das Spielgerät, bringe es sogar auf die andere Seite. Zwar gleichen meine Rückschläge eher einer Bogenlampe und stellen meinen „Gegner“ nicht wirklich vor Probleme. Dennoch freue ich mich, feiere jeden getroffenen Ball. Dass Padel aber doch nicht ganz so einfach ist, stelle ich schon wenig später fest. Sobald Malte Daum etwas anzieht, fliegt mir das gelbe Spielgerät nur so um die Ohren. Außerdem habe ich so meine Probleme mit der Glaswand – klatscht der Ball dagegen, ist meine Reaktion schlichtweg zu langsam, oder ich verschätze mich und schlage ein Loch in die Luft.

Während einer Pause frage ich Malte Daum, was ich denn falsch machen würde. „Du musst seitlicher stehen und vor allem früher mit dem Schläger ausholen“, antwortet er mir – ganz ohne Technik geht es dann wohl doch nicht. Ich nutze die Verschnaufpause, um mir eine Trainingspartie anzuschauen. Vier Spieler stehen auf dem Feld und donnern den Ball von der einen Seite auf die andere. Dabei beziehen sie die Glaswand mit ein, nutzen sie zu ihrem Vorteil. „Daran muss man sich erstmal gewöhnen. Auch ich verschätze mich und muss noch manches lernen. In Deutschland ist Padel noch nicht so populär. Insgesamt gibt es vielleicht 20 Padelanlagen hier. In Spanien sind es dagegen mehr als 300 000. Unsere Spitzenspieler hätten gegen die Südeuropäer keine Chance. In Deutschland hat die Sportart noch viel Luft nach oben“, meint Malte Daum.

Axel Schwarz, Vorsitzender des TC 71 Weyhe, kann Daums Aussage nur zustimmen. „Padel ist sicherlich noch relativ unbekannt hier. Mittlerweile macht es mir aber mehr Spaß als Tennis“, berichtet er. Der Verein möchte auch gerne eine zweite Anlage bauen, wann genau, stehe jedoch noch nicht fest. „Das ist auch eine Frage der finanziellen Situation. Das muss schon passen, aber ein zweites Feld wäre schön. Immerhin kommen viele Leute vorbei, und wir freuen uns, wenn es noch mehr werden“, betont Schwarz.

„Die Technik ist am Anfang nicht ganz so wichtig.“ Malte Daum
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