Ein Sieg gegen Neumünster – und Werders U 23 wäre zumindest vorübergehend Tabellenführer Die große Chance auf Platz eins

Bremen. Noch vor wenigen Monaten hätte diese Perspektive utopische Züge besessen: die Tabellenführung für Werders U 23. Und nun? „Wir haben die Chance, zumindest für eine Nacht den ersten Platz zu erobern“, freut sich Werders Stürmer Max Wegner vor dem Heimspiel morgen gegen den VfR Neumünster (13 Uhr).
20.02.2015, 00:00
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Von Stefan Freye

Noch vor wenigen Monaten hätte diese Perspektive utopische Züge besessen: die Tabellenführung für Werders U 23. Und nun? „Wir haben die Chance, zumindest für eine Nacht den ersten Platz zu erobern“, freut sich Werders Stürmer Max Wegner vor dem Heimspiel morgen gegen den VfR Neumünster (13 Uhr).

Bereits elf Punkte Rückstand hatten die Fußballer um Wegner auf den Hamburger SV II. Das war im Herbst. Weil sich der Spitzenreiter anschließend aber eine nun schon sechs Spiele währende Negativserie gestattete, sind es aktuell nur noch zwei Zähler, die Werder vom Nordrivalen trennen. Mit drei Punkten gegen Neumünster würden die Bremer den HSV also zumindest bis zu dessen Auftritt in Lüneburg am Sonntag überholen. Das sorgt für zusätzliche Motivation. „Wir wollen auf jeden Fall gewinnen“, betont Wegner.

Aber der Stürmer weiß auch, dass sich die Partie gegen den VfR nur ansatzweise mit dem guten Auftakt in Hannover (3:2) vergleichen lässt. Denn dort war Werders U 23 noch auf einen ambitionierten Gegner getroffen, der zumindest mitspielen wollte. Zum Heimauftakt in diesem Jahr tritt dagegen der Drittletzte der Regionalliga Nord an. Zwar hatte Neumünster in seinem ersten Spiel (1:1 gegen Lüneburg) den ersten Zähler auf eigenem Platz seit dem 2. Spieltag gewonnen – das sorgte nach ganz schwachen Testspielen für neue Hoffnung. Doch deshalb wird aus dem Kellerkind noch lange keine Offensivmannschaft. Wegner: „Ich erwarte Neumünster eher defensiv, sie werden auf Konter lauern. Das wird ein ganz anderes Spiel als vor einer Woche.“

So ähnlich sieht es auch der Bremer Trainer. Alexander Nouri warnt vor einem „unangenehmen Gegner“ und erwartet ein „unbequemes Spiel“. Um die Schwierigkeiten der Aufgabe zu verdeutlichen, weist der U 23-Coach zudem auf die Stärken des VfR Neumünster hin: „Sie sind robust und zweikampfstark. Dazu werden sie alles versuchen, um uns das Leben schwer zu machen.“ Ein Gast also, der sich vor allem um das Verhindern grün-weißer Spielkultur bemühen wird – so wird eben vorwiegend gespielt, wenn es gegen den Abstieg geht.

Selbst die Bremer Vergangenheit des VfR-Trainers Uwe Erkenbrecher dürfte daran nichts ändern. Anfang der 70er Jahre war er noch im Trikot des SV Werder angetreten, zunächst in der Jugend, dann sogar im Bundesligateam. Später verschlug es den Mittelfeldspieler unter anderen zur SG Wattenscheid und zu Göttingen 05. Weitaus umfangreicher ist allerdings die Trainer-Vita des mittlerweile 60-Jährigen: Über 20 Station erlebte Uwe Erkenbrecher, in unterschiedlichen Funktionen. Er saß bereits auf der Bank des 1. FC Köln, VfL Wolfsburg, SC Paderborn, VfB Lübeck und Rot-Weiß Essen, trainierte im Iran (Teheran) und Indonesien (Papua).

In diesem Jahr kommt nun eine weitere Station hinzu. Denn gerade erst gab der Verein den Wechsel seines Trainers im Sommer zum MTV Gifhorn bekannt. Beim Landesligisten wird Erkenbrecher nahe der Heimat arbeiten – und das soll auch den Ausschlag für den Abschied vom VfR gegeben haben.

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