FC Syke 01 Die hässliche Seite des Sports

Syke. Rassismus hat für die Fußballer des FC Syke 01 in ihrem Sport nichts zu suchen - wie für viele andere Vereine auch. Darauf haben die Kicker, die überwiegend einen sogenannten Migrationshintergrund besitzen, jetzt im Vorfeld ihrer jüngsten Partie in der 2. Kreisklasse Nord mit großen Transparenten hingewiesen.
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Die hässliche Seite des Sports
Von Malte Bürger

Syke. Die Botschaft ist deutlich. Rassismus hat für die Fußballer des FC Syke 01 in ihrem Sport nichts zu suchen - wie für viele andere Vereine auch. Darauf haben die Kicker, die überwiegend einen sogenannten Migrationshintergrund besitzen, jetzt im Vorfeld ihrer jüngsten Partie in der 2. Kreisklasse Nord mit großen Transparenten hingewiesen. Das Engagement kommt nicht von ungefähr, in den vergangenen Wochen haben die Spieler und Betreuer einige negative Momente erlebt.

"Wir sind immer wieder beleidigt worden", erinnert sich Trainer Roman Wohlgemuth. In einem Extremfall hätten einige Gegner sogar die Waschräume nicht mehr benutzen wollen, weil dort zuvor Syker Spieler geduscht hätten. Zudem sei es sowohl auf als auch neben dem Platz zu Beleidigungen gekommen. "Solch ein Verhalten ist abgrundtief ablehnenswert", sagt Wohlgemuth. "Wir betreiben hier Integrationsarbeit, die von außen attackiert wird." Auch den Vorwurf, dass seine Schützlinge ein überhartes Einsteigen an den Tag lägen, lässt der Coach nicht gelten. "Wir waren bis vor kurzem auf Platz zwei der Fairnesswertung. Das sagt doch eigentlich alles." Ins gleiche Horn stößt der Klubvorsitzende Friedrich Potthast. "Früher hatten wir kleinere Probleme, aber seit einem Jahr haben wir uns in diese Richtung nichts mehr zu schulden kommen lassen."

Nun sind Streitereien und verbale Auseinandersetzungen - insbesondere in den unteren Ligen - keine Seltenheit. Auch die Kicker des FC Syke 01 sind in Sachen Nickligkeiten keine Unschuldslämmer. Rassistische Äußerungen stehen jedoch auf einem anderen Blatt. "Von den aktuellen Vorfällen war uns nichts bekannt. Wir können aber auch nicht jeder Sache nachgehen, wenn einer mal kräht", erklärt Dieter Plaggemeyer, Vorsitzender des NFV-Kreisverbandes Diepholz.

Gleichwohl will er das Thema damit nicht unter den Teppich kehren. "Ich kann jedem Verein nur raten, bei der kleinsten Situation Meldung zu machen - eben weil es solch ein sensibles Thema ist." Der Verband werde sich dann der Sache annehmen, verschiedene Partien beobachten und anschließend eine Entscheidung treffen . "Das ist das ganz normale Szenario", schildert der Kreischef.

Verein plant juristische Schritte

Eine offizielle Anfrage der Syker habe es allerdings nicht gegeben, versichert Plaggemeyer. Der Verein behält sich jedoch juristische Schritte vor, um die einzelnen Vorgänge aufzuarbeiten, heißt es seitens des FC. Auch Schiedsrichter, die nach Klubangaben ausländerfeindliche Äußerungen getätigt oder gefoulte Spieler unzureichend geschützt hätten, seien betroffen.

Eines steht dennoch fest: Fußball wird beim FC Syke 01 auch weiterhin gespielt. "Die Jungs werden sich von den Erlebnissen nicht unterkriegen lassen", versichert Friedrich Potthast. "Und für uns ist Integration auch weiterhin ein wichtiger Faktor. Wir legen Wert darauf, dass sich unsere Spieler integrieren, es keine Gruppen in der Mannschaft gibt." Zugleich erklärt Potthast allerdings auch, dass auf dem Spielfeld mitunter noch ein längerer Weg zu gehen ist. "Sicherlich sind immer auch gesellschaftliche Spannungen vorhanden, die man nicht wegdiskutieren kann."

Sykes Bürgermeister Harald Behrens, der ebenfalls zu den Gästen der jüngsten FC-Partie gehörte, hat unterdessen für die nahe Zukunft einen Runden Tisch zur Entspannung der Problematik in Aussicht gestellt.

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