Bremen-Ligist Brinkumer SV

Die Hausaufgaben sind gemacht

Brinkum. Der erste Schritt ist getan, die erste Hürde genommen. Fußball-Bremen-Ligist Brinkumer SV hat fristgerecht seine Unterlagen zur Erteilung einer Lizenz für die Regionalliga Nord beim Norddeutschen Fußballverband eingereicht.
04.04.2013, 05:00
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Die Hausaufgaben sind gemacht
Von Jens Hoffmann
Die Hausaufgaben sind gemacht

Mit Riesenschritten in eine spannende Zukunft: Frank Kunzendorf, Frank Thinius und Jörg Bender (v.l.) vom Brinkumer SV.

Udo Meissner

Brinkum. Der erste Schritt ist getan, die erste Hürde genommen. Fußball-Bremen-Ligist Brinkumer SV hat fristgerecht seine Unterlagen zur Erteilung einer Lizenz für die Regionalliga Nord beim Norddeutschen Fußballverband eingereicht. Das bestätigte Manager Frank Kunzendorf gegenüber unserer Zeitung. Das Konzept fußt auf dem Spielort Oberneuland, dessen Stadion die Brinkumer im Falle des Aufstiegs nutzen können. Darüber wurde Einigung erzielt.

Eines ist klar: Auf Grund der deutlich erhöhten Sicherheitsvorschriften in der vierthöchsten deutschen Spielklasse könnten bestenfalls vereinzelte Partien auf der Anlage in Brinkum ausgetragen werden, eben solche, bei denen kein größerer Gästeanhang zu erwarten ist. Aber selbst dann müsste ein separater Auswärtssektor errichtet und in geschultes Sicherheitspersonal investiert werden. Wenn dagegen Fangruppen des VfB Oldenburg oder SV Meppen anrücken, befinden sich erfahrungsgemäß nicht nur verträgliche Zeitgenossen darunter. Die Auflagen sind entsprechend streng und in keinster Weise mit den Anforderungen der Bremen-Liga zu vergleichen. Also bot sich der Umzug nach Bremen-Oberneuland an, einem Klub, bei dem Kunzendorf selbst tätig war und zu dem er nach wie vor gute Kontakte pflegt. Der FCO spielt bekanntlich selbst in der Regionalliga, das Stadion erfüllt alle Verbandsauflagen. "Wir haben deshalb eine Vereinbarung mit dem FCO und dessen Präsident Holger Micheli getroffen und diese auch schriftlich fixiert", bestätigte Kunzendorf.

Er sieht diesen wegweisenden Schritt nicht zuletzt als Belohnung für die Mannschaft an. Der Brinkumer SV ist die einzige der Bremen-Liga, die für die Regionalliga gemeldet hat. Die Aussicht auf die erforderliche Lizenz stuft der BSV-Manager als durchaus konkret ein, er ist vom Konzept überzeugt, das unter anderem auf einem Zuschauerschnitt von 250 bis 300 basiert. "In den kommenden vier Wochen werden wir vom NFV Bescheid bekommen", schätzt Kunzendorf. Falls dieser Bescheid positiv ausfällt, könnten die Brinkumer Anfang Juni in die Aufstiegsrelegation starten, wo sie sich dann mit dem Vizemeister der Oberliga Niedersachsen sowie den Meistern aus Hamburg und Schleswig-Holstein messen. Dabei sind jeweils eine Heim- und Auswärtspartie sowie eine Begegnung auf neutralem Platz zu absolvieren. Für die Mannschaft sei das einerseits, wie bereits angedeutet, eine Bestätigung für eine bis dato tadellose Saison, die die Brinkumer als aktuelle Tabellendritte ganz nah an die Liga-Spitze spülte.

Andererseits beinhalte diese Konstellation eine Riesen-Herausforderung. Entsprechend intensiv beratschlagten in den vergangenen Wochen die BSV-Verantwortlichen über eine mögliche Regionalliga-Zugehörigkeit – wägten das Für und Wider gegeneinander ab, diskutierten über Chancen und Risiken. Der Expertenkreis um Frank Kunzendorf, Trainer Frank Thinius, Berater Dieter Burdenski sowie Jörg Bender war sich am Ende einig: "Wir gehen es an", lautete die Erkenntnis.

Bei den anschließenden Formalien habe sich vor allem Co-Trainer Jörg Bender hervorgetan, der beim BSV in der Vergangenheit schon diverse Posten bekleidet hat und tief mit dem Verein verwachsen ist. "Jogi ist ein Glücksfall für uns", lobte Frank Kunzendorf, "er ist unheimlich engagiert, er macht und tut." Solche verantwortungsbewussten Menschen benötige man abseits des Spielfeldes – und darauf? "Wir würden mit dem aktuellen Kader die Regionalliga angehen", bemerkte Frank Kunzendorf, die Personalkosten sollen keinesfalls explodieren. Die Brinkumer sehen sich eher als Plattform, auf der Talente ihre sportlichen Grenzen kennenlernen beziehungsweise neu justieren sollen, wobei Coach Frank Thinius in den Gesprächen auch die Rolle des Mahners eingenommen hat (siehe Interview links). Er analysierte, wie und wo der aktuelle Stamm noch optimiert werden müsse, um den anvisierten Quantensprung mit weiteren Argumenten zu untermauern. Manager Kunzendorf spricht nun von "fünf bis sechs Verstärkungen", die man benötige, vornehmlich für den Defensivbereich.

Neuzugang Marcel Dörgeloh

Ein Neuer steht derweil schon fest – einer für die Offensive. Sein Name: Marcel Dörgeloh. Seines Zeichens Torjäger beim Bezirksligisten TSG Seckenhausen-Fahrenhorst, einer der mit dem berühmten "Riecher" ausgestattet sei, wie es Frank Kunzendorf formuliert. Außerdem passe er prima ins BSV-Raster: jung, talentiert, entwicklungsfähig. Außerdem ist er in BSV-Kreisen kein Unbekannter, kickte dort einst bei den A-Junioren.

"Wir müssen schließlich zweigleisig planen", so Kunzendorf, einmal für die Bremen-Liga, aber auch für die Regionalliga. Gesucht werden folglich günstige Spieler, die beiden Anforderungen gewachsen sind – keine leichte Aufgabe. Aber eines will in Brinkum niemand: ein Himmelfahrtskommando lostreten. So würden die deutlichen Mehrkosten zu einem Großteil von einem externen Sponsorenpool aufgefangen, wobei Ex-Nationalkeeper Dieter Burdenski als Vermittler fungiert.

Unabhängig davon wird die Infrastruktur auf der Heimanlage verbessert: Frank Kunzendorf hofft, dass noch in diesem Monat mit dem Bau des dringend benötigten Kunstrasenplatzes begonnen wird – es wäre ein weiterer Mosaikstein in der Entwicklung des Brinkumer SV.

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