Niklas Heinrich könnte die Zukunft in der Wildeshauser Abwehrzentrale gehören Die Hoffnung für hinten

„Ich war ziemlich nervös, bin mit meinem Debüt aber zufrieden.“ Niklas Heinrich Wildeshausen.
09.09.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Daniel Cottäus

Niklas Heinrich hatte am Sonntag noch nicht mal den Platz betreten, und schon stand er im Krandelstadion im Mittelpunkt. Marcel Bragula, der Trainer des VfL Wildeshausen, wollte den jungen Innenverteidiger im Landesliga-Heimspiel gegen den TV Dinklage einwechseln, um damit in der Schlussphase die Defensive zu stärken – der Linienrichter hatte zunächst aber etwas dagegen. Das Problem: Heinrichs schwarze Radlerhose wich farblich von der roten Hose des Wildeshauser Dresses ab, und das ist laut Spielordnung nicht erlaubt. „Ich habe angeboten, dass ich die Radlerhose hochkrempeln kann“, berichtete der 18-Jährige später, aber der Assistent blieb hart und sorgte dafür, dass Heinrich kurzzeitig in Unterhose im Krandel stand. „Das war schon kurios“, sagte der Fußballer, der nach seiner Einwechslung bei seinem Debüt in der Herren-Landesliga zeigte, warum Wildeshausen ihn im Sommer verpflichtet hat.

Zwar hatte Heinrich keine auffälligen Szenen und leistete sich einen Fehlpass, aber seine Qualitäten waren während des knapp 20-minütigen Auftritts durchaus schon zu erkennen. „Er hat für sein Alter eine unglaubliche Ruhe am Ball und antizipiert gut“, lobte Trainer Bragula, der den Rechtsfuß aus der Landesliga-A-Jugend der SG JDH Delmenhorst nach Wildeshausen gelotst hat. Drei Spiele des Teams hatte sich der Coach angesehen, dann war für ihn klar, dass er Heinrich haben will. Gemeinsam mit seinem Trainerkompagnon Marco Elia will Bragula den Abwehrspieler an die Intensität im Herrenbereich heranführen. „Das geht nur Stück für Stück, aber wenn er Geduld hat, dann kann ihm die Zukunft in unserer Innenverteidigung gehören“, sagte Bragula.

Nach dem Karriereende des langjährigen Abwehrchefs Daniel Pasker ist in der Wildeshauser Viererkette eine Lehrstelle entstanden, die gefüllt werden will. In Lukas Schneider, Lennart Flege, Jan Gusfeld-Ordemann und Alexander Kupka verfügt der Aufsteiger zwar über vier weitere Akteure, die die Rolle in der Zentrale bekleiden können, allerdings fällt Gusfeld-Ordemann lange aus, und Schneider und Kupka werden auf anderen Positionen dringender gebraucht. Heißt: An der Seite des gesetzten Flege ist eine Stelle zu vergeben. Zuletzt entschieden sich Bragula und Elia dabei allerdings gegen Niklas Heinrich und zogen in den Spielen gegen den TSV Oldenburg (2:1), beim VfL Germania Leer (0:0) und gegen Dinklage (3:0) den erfahrenen Storven Bockhorn aus dem Mittelfeld zurück. „Das hatte aber weniger etwas mit Niklas’ Leistung als vielmehr mit unseren zwei Niederlagen zu Saisonbeginn zu tun“, erklärte Bragula. Er habe den jungen Zugang nicht gleich dem ganz großen Druck aussetzen wollen. „Und da wir in den drei Spielen nur ein Gegentor kassiert haben, war die Idee nicht so schlecht.“

Niklas Heinrich selbst weiß auch, dass er in Wildeshausen aktuell mehr Perspektiv- als Stammspieler ist. Ein Problem hat er damit nicht. „Ich freue mich über jeden Einsatz, aber stelle als neuer und noch sehr junger Spieler keine Ansprüche.“ Gelegenheiten, um Praxis zu sammeln, hat der Delmenhorster nämlich trotzdem genug. Einerseits bringt er es bereits auf einen Einsatz für die Reserve-Mannschaft in der Kreisliga. Andererseits ist er mit einem Zweitspielrecht ausgestattet und darf weiterhin für die SG Delmenhorst spielen, die nach dem Abstieg in der Bezirksliga aufläuft. „Es ist also gesichert, dass Niklas seine Einsätze bekommt“, hob Bragula hervor.

Bei aller Bescheidenheit, bei aller vornehmen Zurückhaltung – Niklas Heinrich deutete am Sonntag, kurz nach seinem Einstand gegen Dinklage, auch an, dass er nach Wildeshausen gekommen ist, um in der Landesliga zu spielen. „Ich war ziemlich nervös, bin mit meinem Debüt aber zufrieden. Wir haben eine klasse Mannschaft, die mich super aufgenommen hat, und ich denke, dass der Klassenerhalt für uns machbar ist. Dabei möchte ich so oft es geht mithelfen.“

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